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Prozess in Augsburg

14.03.2014

Betrugsverdacht: Massenabmahner Urmann ab Montag vor Gericht

Der als Massenabmahner bekanntgewordene Rechtsanwalt Thomas Urmann steht ab Montag in Augsburg vor Gericht. Es geht um Betrugsverdacht. Aber nicht um seine Abmahnungen.

Thomas Urmann: Der Chef der Regensburger Kanzlei Urmann + Collegen (U+C) ist spätestens seit Dezember 2013 bundesweit bekannt. Damals versandte seine Kanzlei die sogenannten Redtube-Abmahnungen. Tausende Menschen sollten eine Unterlassungserklärung abgeben und zahlen, weil sie angeblich auf dem Porno-Portal Redtube Erotikfilme angesehen hätten und dies illegal gewesen sei.

Urmanns Redtube-Abmahnungen lösten eine Welle der Empörung aus. Nicht nur, weil viele Juristen bis hin zum Bundesjustizministerium zum Schluss kamen,  Abmahnungen wegen Streamings seien unberechtigt - auch die Art und Weise, wie die Abmahner an die Namen der Betroffenen gekommen waren, wirft bis heute Fragen auf.

Dass Thomas Urmann nun selbst im Visier der Justiz steht, hat allerdings nichts mit seinen umstrittenen Abmahnungen zu tun. Ab Montag muss sich der Rechtsanwalt in Augsburg vor dem Schöffengericht wegen des Verdachts des Betrugs in über 100 Fällen und der Insolvenzverschleppung verantworten. Das bestätigte das Gericht auf Anfrage.

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Die Staatsanwaltschaft Augsburg wirft Urmann vor, als Geschäftsführer einer Fleisch- und Wurstfabrik in Gundelfingen (Landkreis Dillingen) trotz deren Zahlungsunfähigkeit ab März 2009 erst im April 2010 Insolvenz angemeldet zu haben. Außerdem sollen trotz der Zahlungsunfähigkeit noch weiter Aufträge an Lieferanten herausgegeben worden sein - die dann nicht bezahlt wurden. Der insgesamt entstandene Schaden wird auf über 350.000 Euro geschätzt.

Thomas Urmann vor Gericht - Wann war die Firma pleite?

Urmann selbst hat sich nach Angaben des Amtsgerichts Augsburg bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Seine  Verteidigung bestreite aber den Zeitpunkt der Zahlungsunfähigkeit der Fabrik. Zudem seien die Lieferanten über die finanzielle Situation der Fleischfabrik informiert gewesen - eine Täuschung durch Urmann habe also nicht vorgelegen.

Für den Prozess hat das Schöffengericht unter Vorsitz von Roland Fink fünf Verhandlungstage anberaumt, ein Urteil soll am 26. März fallen. Urmann droht im Fall einer Verurteilung Geld- oder Freiheitsstrafe.

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