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Landkreis Dillingen

11.05.2020

Bettina Merkl-Zierer war oft Einzelkämpferin der Grünen

Die einstige Kreissprecherin der Grünen, Bettina Merkl-Zierer, ist vorige Woche gestorben. Sie setzte sich als Kreis- und Stadträtin für eine nachhaltige Politik ein.
Bild: Foto Zolleis (Archiv)

Plus Die frühere Dillinger Stadt- und Kreisrätin Bettina Merkl-Zierer ist im Alter von 60 Jahren an einer schweren Krankheit gestorben. Der Politikerin war in ihrem Handeln eines besonders wichtig.

Eine Idee der Grünen hat sie besonders angesprochen: „Das zu erhalten, was uns erhält“, erklärte Bettina Merkl-Zierer einmal in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Fast zwei Jahrzehnte hat sich die gebürtige Regensburgerin im Landkreis Dillingen bei den Grünen engagiert, ehe sie vor sechs Jahren mit ihrem Mann Dr. Franz-Xaver Zierer, dem früheren Chefarzt des Dillinger Krankenhauses, nach Lauchhammer in Brandenburg zog.

Dort ist die 60-Jährige am Dienstag voriger Woche an einer schweren Krankheit gestorben. Die Nachricht hat bei Menschen in der Region, die Bettina Merkl-Zierer kannten, tiefe Trauer ausgelöst.

Sie war oft Einzelkämpferin

Bei ihrem Einsatz für die Umwelt war die Kommunalpolitikerin in den Gremien oft Einzelkämpferin. 2002 wurde sie als einzige Grüne in den Dillinger Kreistag gewählt. Dort lag Merkl-Zierer durchaus auch mal auf einer Linie mit Landrat Leo Schrell (FW). Der Landkreis verfolge viele grüne Ziele – die Kreiseinrichtungen werden beispielsweise mit regenerativen Energien beheizt, erkannte die Kreisrätin an. 2008 wurde sie dann in den Dillinger Stadtrat gewählt. Sie war dort die erste grüne Stadträtin – und sie saß dort zusammen mit ihrem Mann Franz-Xaver Zierer (CSU) im Gremium.

Einen großen Bekanntheitsgrad im Landkreis erreichte Bettina Merkl-Zierer im Jahr 2010. Damals trat sie als Landrats-Kandidatin und einzige Herausforderin gegen Amtsinhaber Leo Schrell an. Mit 16,3 Prozent war das Ergebnis nicht berauschend, doch Merkl-Zierer sah das Resultat dennoch positiv: „Für eine zugereiste Frau, die Protestantin ist, ist das Ergebnis nicht schlecht.“ 2013 kandidierte sie dann als Direktbewerberin für den Bundestag.

Merkl-Zierer setzte in ihrer Arbeit nicht auf die lauten Töne, sie arbeitete besonnen und zielorientiert. Die gelernte Gartenplanerin, die vier Kinder großzog, dachte dabei immer daran, ob die Konsequenzen des Handelns nachhaltig und gut für Mensch und Umwelt sind. 2002 hatten die Mitglieder der Grünen in der Region Merkl-Zierer zur Kreissprecherin gewählt. Die aktuellen Kreissprecher Heidi Terpoorten und Joachim Hien sind der Vorgängerin dankbar für ihr Wirken. „Ihr Engagement und ihr Herzblut in den Jahren ihrer Mitgliedschaft haben den Grundstein unserer Partei im Landkreis Dillingen mitgeprägt“, sagt Heidi Terpoorten.

Landrat Leo Schrell und Dillingens Oberbürgermeister Frank Kunz würdigen ebenso den Einsatz der nun Verstorbenen. Merkl-Zierer habe sich uneigennützig zum Wohle ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger eingesetzt, sagt Schrell. „Dabei lag ihr die nachhaltige Entwicklung des Landkreises besonders am Herzen.“ Kunz betont, dass sich die Kommunalpolitikerin als Umweltreferentin mit Engagement und Sachverstand für die Stadt engagiert habe.

Eine neue Berufung entdeckt

Nach ihrem Wegzug aus Dillingen hatte Bettina Merkl-Zierer eine neue Berufung entdeckt, nachdem sie eine Umschulung zur Kindergärtnerin gemacht hatte. Danach habe sie, wie eine Freundin berichtet, mit großer Freude im Kindergarten in Lauchhammer gearbeitet. Den Kontakt zum Landkreis Dillingen ließ sie nie abreißen.

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