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Schlägerei  

28.01.2015

Bierflasche über den Kopf gezogen

Bild: Symbolfoto: dpa

28-Jähriger konnte sich angeblich kaum an die Tat erinnern. Warum er trotzdem gestand

Dillingen Dass er Bier holen war, wusste er noch. Mit wem er sich unterhalten hatte auch. Aber daran, dass er einem anderen Discobesucher eine Flasche über den Kopf gezogen haben soll, daran könne er sich nicht mehr erinnern. Das sagte ein 28-jähriger Mann aus Lauingen vor dem Dillinger Amtsgericht aus, vor dem er sich wegen schwerer Körperverletzung verantworten musste. „Ich weiß von dem Abend nicht mehr sehr viel“, sagt der Angeklagte, der laut Polizei zum Tatzeitpunkt stark alkoholisiert war. „Ich hatte eine Flasche in der Hand, der andere hat mich geschubst, dann bin ich auf de Boden gefallen und er ist auf mich drauf. Und dann habe ich ein paar Schläge einkassiert“, sagte der Angeklagte. Beim Sturz sei seine Flasche zerbrochen, er sei in die Scherben gefallen und habe sich an der Hand geschnitten. „Ich glaube nicht, dass ich versucht habe, ihm die Falsche auf den Kopf zu schlagen.“

Der 20-jährige Mann aus Gundelfingen, mit dem sich der Angeklagte in der Diskothek geprügelt hat, ist der Ex-Freund der damaligen Partnerin des Angeklagten. „Der ist auf mich zugekommen und sagte, dass wir das draußen klären“, sagte der 20-Jährige. „Ich wusste gar nicht, was los ist und fragte ihn, was er für ein Problem hat. Dann hat er mir zwei Kopfnüsse gegeben.“ Irgendwann habe er ihn dann weggedrückt und ihm eine mitgegeben. Dann sei die Rauferei richtig losgegangen. „Und ich habe gespürt, wie ich einen harten Gegenstand auf den Kopf bekommen habe.“ Schließlich kam das Sicherheitspersonal und brachte die beiden nach draußen.

Ein anderer Zeuge versucht zu erklären, warum die Emotionen an diesem Abend so hochkochten: Weil er keine Zigaretten mehr hatte, hatte seine Freundin die Freundin des Angeklagten nach einer Karte für den Automaten gefragt. Der Angeklagte habe ihn dann in die Ecke gedrängt. „Er meinte, wir sollten seine Freundin in Ruhe lassen.“ Der 20-Jährige aus Gundelfingen, der später die Bierflasche auf den Kopf bekam, ging dazwischen und kurz darauf ging die Schlägerei los.

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Nach mehreren Aussagen verschiedener Zeugen, wann wer wen geschubst hat, unterbrach Richterin Ursula Janosi die Verhandlung. Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung zogen sich zu einem Verständigungsgespräch zurück. Das Ergebnis: Im Fall eines Geständnisses des Angeklagten und unter Einbeziehung eines Urteils vom Oktober 2014, bei dem er wegen Körperverletzung verurteilt wurde, kämen alle Beteiligten überein, eine Gesamtfreiheitsstrafe zwischen einem Jahr und zwei Monaten bis zu einem Jahr und sechs Monaten in Betracht zu ziehen, die zur Bewährung ausgesetzt werden könnte.

Schließlich war der Angeklagte geständig, räumte ein, dem anderen mit einer Flasche auf den Kopf geschlagen zu haben. Richterin Ursula Janosi verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung von einem Jahr und drei Monaten. „Der wesentliche Punkt ist das Geständnis, sonst hätte ich keine Bewährung gegeben“, sagte sie. Als Bewährungsauflage muss der 28-Jährige eine Geldbuße von 1200 Euro zahlen und an einem Anti-Agressionskurs teilnehmen. „Ich habe das Gefühl, dass Sie sich bei bestimmten Konfliktsituationen völlig unkontrolliert verhalten. Deswegen denke ich, dass Ihnen ein Anti-Agressionskurs guttun würde.

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