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Kandidatenporträt

07.09.2018

Brauchtum und Behindertenarbeit stärken

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Erwin Weber möchte für die AfD in den Bezirkstag einziehen. <b>Foto: Jonas Voss</b>
Bild: Jonas Voss

Erwin Weber ist der AfD-Kandidat für die kommenden Bezirkstags-Wahlen. Aufgrund seiner Familiengeschichte ist ihm die Förderung gehandicapter Menschen wichtig. Daneben will Weber sich im Bezirkstag noch bei weiteren Themen einbringen

Holzheim Erwin Weber ist erst seit kurzer Zeit in der Politik aktiv. Seit 2017 bringt er sich in seine Partei, der Alternative für Deutschland, ein. Zuvor hatte er jahrzehntelang eine „Affinität“ zur CSU und ihren konservativen Wertvorstellungen. Bis zu seinem Eintritt in die AfD war er in keiner Partei Mitglied. Nun möchte Weber seine Partei im Bezirkstag Schwaben vertreten – auch aufgrund persönlicher Betroffenheit. Er selbst hat eine 30-prozentige Schwerbehinderung, einer seiner Söhne ist zu 50 Prozent schwerbehindert. In der Schule seines Sohnes war er lange Zeit Mitglied im Elternbeirat. Die Theresia-Haselmayr-Schule sei früher speziell für Hörgeschädigte und Taubstumme gewesen. Mit verschiedenen Maßnahmen, die im Bereich der Inklusion getroffen wurden, ist Weber „überhaupt nicht einverstanden“ gewesen. Es seien irgendwann „verhaltensauffällige Kinder“, wie Weber sich ausdrückt, in die Schule versetzt worden. Weber sagt, verschiedene Behinderungen brauchen verschiedene Förderungen und sollten nicht zusammen unterrichtet werden. Das Klassenklima habe unter diesen Zusammenlegungen sehr gelitten und auch der Lernfortschritt von vielen Schülern. Das Ehepaar Weber hat sich in den folgenden Jahren so lange für den Sohn eingesetzt, bis dieser auf eine reguläre Schule gehen konnte. Heute ist der Sohn ausgebildeter Koch.

Für den Busfahrer ist aufgrund dieser Erfahrungen klar, was er im Bezirkstag erreichen möchte: Inklusion nein, Integration ja. Für Weber heißt das, körperlich gehandicapte sollen in reguläre Schulen gehen. Schließlich können sie dem Unterrichtsstoff folgen – Schulen, die noch nicht barrierefrei seien, müssen dies nachholen. Förderschulen möchte er weiter erhalten, um dort geistig behinderten Menschen die nötige Förderung zukommen lassen zu können.

Nicht nur mit Unterstützung durch den Bezirk, sondern auch mithilfe staatlicher Gelder. Außerdem will Weber Einrichtungen wie Behinderten-Werkstätten finanziell großzügig unterstützen. Die dort arbeitenden Menschen würden durch die Arbeit ihr Selbstwertgefühl stärken können. Einen weiteren Schwerpunkt möchte Weber in der Brauchtumspflege setzen. Der 57-Jährige spielt selbst ein Blasinstrument. „Blasmusik fördert die Gemeinschaft von Kindern“, sagt Weber. Ein Orchester könne das Selbstbewusstsein und den Zusammenhalt der Kinder stärken. Der Bezirk solle das Thema mehr in die Jugendarbeit einbringen. Dabei will der 57-Jährige aber nicht nur Blasmusik fördern, sondern musikalische Einrichtungen im Allgemeinen. Weber möchte „unsere Kultur stärken“.

Die bayerische Kulturlandschaft sei sehr vielfältig, egal ob im Volkstanz, der Tracht oder den verschiedenen Dialekten. Hier solle sich der Bezirk finanziell mehr einbringen und Organisationen wie den Allgäu-Schwäbischen Musikbund mehr unterstützen. Statt multi-kultureller Projekte möchte er „verpflichtende Integration“. Dazu zählt für ihn beispielsweise der Nachweis von Deutschkenntnissen. Gelinge Institutionen kein Integrations-Nachweis, möchte er ihnen die finanzielle Förderung streichen. Im Privaten könne jeder machen, was er wolle, aber in der Öffentlichkeit müssen gewisse Regeln herrschen. Mit Kritik an seinen politischen Ansichten habe er kein Problem, sagt Weber. Solange sie sachlich sei. Selbst mit den Grünen habe man Berührungspunkte, zum Beispiel beim Flächenverbrauch in Bayern. „Ich wünsche mir ein faires und offenes Miteinander“, sagt Weber, „sollte ich in den Bezirkstag einziehen.“

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