1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Bremst so etwas die Raser?

Bürgerversammlung

12.05.2018

Bremst so etwas die Raser?

An der Gundelfinger Straße in Bächingen steht seit einigen Wochen eine Geschwindigkeitsmessanlage kurz hinter dem Ortseingang. Diese soll Raser einbremsen, indem sie die Geschwindigkeit anzeigt. Bei der Bürgerversammlung gab es Debatten über die Wirkung des Geräts.
Bild: Andreas Schopf

In Bächingen erregt die Geschwindigkeitsmessanlage die Gemüter. Diskutiert wird, ob die Gemeinde ein zweites Gerät braucht. Und auch das Breitband ist Thema

Bächingen wirkt mitunter durchaus einladend auf Autofahrer, die ein Temposchild mehr als Vorschlag denn als Richtlinie verstehen. Gerade die Gundelfinger und Sontheimer Straße dürfte notorischen Schnellfahrern entgegen kommen. Dort geht es lange geradeaus, da geht die Tachonadel schon mal weit über die 50 Stundenkilometer hinaus, die in der Ortschaft vorgeschrieben sind. Eine Messung der Gemeinde hat vor einiger Zeit gezeigt: Die Mehrheit der Autofahrer war dort mit knapp 70 unterwegs. In der Spitze wurden sogar Werte von 100 Stundenkilometern gemessen.

Die Gemeinde wollte der innerörtlichen Raserei entgegentreten und hat für knapp 3000 Euro eine Geschwindigkeitsmessanlage angeschafft. Seit einigen Wochen ist diese am Fahrbahnrand der Gundelfinger Straße aufgebaut. Ein solches Gerät soll das Tempo der Vorbeifahrenden alleine dadurch reduzieren, indem es die jeweils aktuelle Geschwindigkeit anzeigt. Einen kleinen Anreiz für korrektes Fahren gibt es dazu: Erst, wenn das Tempo stimmt, lacht ein grüner Smiley vom Schild ins Cockpit.

Doch reicht so etwas aus, um die Autofahrer zu bremsen? Diese Frage erregte bei der jüngsten Bürgerversammlung in Bächingen die Gemüter – zumindest bei einigen Besuchern. Reinhard Kochendörfer meldete sich zu Wort und sprach von einer „deutlichen Wirkung“ der Anlage. „Mir fällt auf, dass die große Mehrheit nun langsamer fährt“, sagte er. Anwohner bekämen dies positiv zu spüren. Lediglich der Standort sei verbesserungswürdig. Derzeit steht die Messanlage in der Gundelfinger Straße, von der Gärtnerstadt kommend hinter dem Ortseingang. Zu weit hinter dem Ortseingang, kritisierte Kochendörfer. Bürgermeister Roland Grandel erwiderte, dass sich andere bereits beschwert hätten, dass das Gerät zu weit vom Ortskern entfernt steht. „Da kann man zehn Leute fragen und hat zehn Meinungen“, sagte Grandel. Deshalb könne man nicht sagen, was ein guter oder schlechter Standort sei. Kochendörfer schlug vor, ein zweites Gerät anzuschaffen. „Warum sollten wir so etwas nicht auch in der Sontheimer Straße aufstellen?“, warf er in die Runde.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Das brachte zwei andere Bürger auf den Plan, die die Wirkung der Messanlagen bezweifelten – Andreas Rechner und Thomas Duschek. „Das Schild interessiert niemanden“, hieß es von den beiden. „Viele fahren weiterhin zu schnell.“ Zwischen den drei Beteiligten entwickelte sich daraufhin eine Diskussion. Bis das Gemeindeoberhaupt einschritt: „Wir müssen das hier abbrechen.“ Grandel gab zu bedenken, dass ein zweites Gerät erst vom Gemeinderat abgesegnet werden müsste. Er kündigte an, die vorhandene Anlage an verschiedenen Standorten in der Gemeinde aufzustellen: in der Gundelfinger Straße im Bereich des Bauhofes, sowie in der Sontheimer und Medlinger Straße. „Wir müssen erst einmal beobachten, ob es auf Dauer eine Wirkung gibt oder ob sich der Effekt mit der Zeit abnutzt.“

Eine Nachfrage gab es von Waltraud Scholz bezüglich Urnengräber auf dem Friedhof. Grandel antwortete, dass diesbezüglich noch nichts geplant sei. „Wir wollen aber auch in Bächingen alternative Bestattungsformen ermöglichen.“ Auch die Breitbandversorgung war Thema bei der Versammlung. Die Netzgesellschaft Ostwürttemberg informierte die Bürger über die Möglichkeiten, die der Glasfaserausbau mit sich bringt (wir berichteten). Doch nur etwa ein Drittel der Gemeinde profitiert davon. Grandel warb um Verständnis für diesen Zustand. „Das hat nicht die Gemeinde Bächingen entschieden“, sagte er. „Die allgemeinen Förderrichtlinien schreiben uns das vor.“

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20L1240491.tif
Pfarreiengemeinschaft

„Lasset uns gemeinsam“ ist das Motto in Gundelfingen

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen