1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Bürgerstolz und neue Mode in Lauingen

Weihnachtsdarstellungen

30.12.2017

Bürgerstolz und neue Mode in Lauingen

Copy%20of%20IMG_4932(1)(1).tif
3 Bilder
Derselbe Künstler schuf die Ausstattung des rechten Seitenaltars - die Anbetung der Hirten im Stall von Bethlehem und darüber der Verkündigungsengel.
Bild: Stauch

Die Martinskirche erlebte eine sehr wechselhafte Geschichte. Die neugotische Ausstattung von 1880 mit farbenprächtigen Altarfiguren entsprach dem Geschmack der Zeit

Die Kirchen im Landkreis sind reich an Gemälden, Skulpturen und Schmuck – Kulturschätze und Darstellungen als Zeugen des Glaubens, der Gottesverehrung und christlicher Frömmigkeit. Bilder und ihre Geschichten aus der Bibel bestimmten über Jahrhunderte hinweg das Leben und den Jahreslauf der Menschen. Die Weihnachtszeit und das Fest der Geburt Christi nimmt hier eine besondere Stellung ein. Wir haben uns umgeschaut, welche weihnachtlichen Darstellungen es – abgesehen von Krippen – in den Kirchen gibt.

Lauingen Wuchtig, aufstrebend und selbstbewusst steht die Lauinger Martinskirche an der Ortsdurchfahrt und erinnert an die Glanzzeiten der Stadt, als sich die zweite Residenz der pflanzneuburgischen Herrscherfamilie im Ort befand. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts zählte Lauingen 6000 Einwohner und war ein blühendes Handelszentrum, dessen Bürger ihr Selbstverständnis im Bau einer neuen Kirche ausdrücken wollten. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, beim Eintritt durch das Portal einen großzügig angelegten Hallenbau vorzufinden, der in den Jahren 1516 bis 20 entstanden war.

Mesner Stefan Britzelmaier nennt die Maße der dreischiffigen, durch acht Joche gegliederten Halle: 65 Meter lang, 25 Meter breit und 22 Meter hoch, die Firsthöhe beträgt 40 Meter. Der Innenraum wurde entsprechend der häufig wechselnden Konfession in den Jahrhunderten immer wieder verändert, erscheint heute nicht mehr in seiner ursprünglichen Gestaltung. Nur noch ein bruchstückhaft erhaltenes, freigelegtes Fresko erinnert an die Erstausstattung der Kirche, deren Wände wohl reich bemalt waren.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Einen sechsmaligen Glaubenswechsel erlebten die Lauinger durch den Einfluss der Reformation – protestantische und katholische Herrscherhäuser verordneten im Laufe der Geschichte der Bevölkerung jeweils ihre Glaubensrichtung. So wurde 1564 die ursprünglich gotische Kirchenausstattung herausgenommen und zerstört und erst 1626, noch während des dreißigjährigen Krieges, neu im barocken Stil ausgestattet. Doch auch dies war nicht von Bestand. 1880 wurde zum 600. Todestag des gebürten Lauingers Albertus Magnus der barocke Schmuck entfernt und im damals hochmodernen neugotischen Stil „möbliert“, erzählt Mesner Britzelmaier.

Die neugotischen, geschnitzten Holzaltäre bestechen noch heute durch Harmonie, Farbigkeit und Liebe zum Detail in ihrer Ausführung. Von Joseph Riedmüller aus München stammen die Darstellungen an den Seitenaltären – rechts die Geburt Christi, links die Anbetung der Drei Könige.

Es lohnt sich, genauer hinzuschauen. Die von Riedmüller geschnitzten Figuren stehen im gotischen Spitzbogen-Altaraufbau von Schreinermeister Joseph Hieber aus Augsburg. Die Altäre mit ihren spitzen, reich verzierten Pfeilern streben schlank nach oben und passen sich der Kirchenarchitektur an. Den Stall von Bethlehem flankieren am rechten Seitenaltar rechts die Figur des heiligen Dominikus, Gründer des Dominikanerordens und links Antonius von Ägypten, „Saudone“ im Volksmund genannt. Oben im Spitzaufbau des Altars steht Lauingens Stadtheiliger Abertus Magnus.

Am linken Seitenaltar sitzt Maria im Zentrum, das Kind auf dem Schoß, das – schon in Herrscherpose – die Könige empfängt. Rechts am Altar die Figur des heiligen Sebastian, links der Pestheilige Rochus und oben Bonifatius, Apostel der Deutschen.

Im Zentrum des Hauptaltars in der Mitte stehen die Figuren der Heiligen Martin und Ulrich.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20DSC_2452(1).jpg
Gundelfingen/Günzburg

B16: Nun sind auch vier Spuren ein Thema

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden