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04.06.2009

Bund Naturschutz: Lieber drei statt fünf Windräder

Wittislingen (dz) - Der Bund Naturschutz (BN) lehnt die Planung für den Windpark bei Wittislingen "vorsorglich" ab. Kreisvorsitzender Dieter Leippert begründet diese Entscheidung damit, dass die naturschutzfachlichen Planungsunterlagen nicht in allen Teilen dem geforderten wissenschaftlichen Standard entsprächen. Er fordert, dass statt fünf nur drei Anlagen errichtet werden. "Dies würde mit Sicherheit die Akzeptanz bei der Bevölkerung verbessern." Und: Die Konflikte mit Mensch, Natur und Umwelt könnten durch ein Verrücken des jeweiligen Standorts gelöst werden.

Grundsätzlich befürwortet der BN den Ausbau der Windenergie-Nutzung in Deutschland. Leippert: "Der Betrieb von Windenergie-Anlagen verursacht praktisch keine Treibhausgase, Luftschadstoffe oder gefährliche Abfälle und bedroht weder Mensch noch Umwelt, wie die nicht verantwortbare Nutzung von Kernenergie." Doch: Durch diese modernen Anlagen könnten Mensch und Natur auch negativ beeinflusst werden.

Mit sorgfältigen Untersuchungen Konflikte vermeiden

Leippert sieht es deshalb als unerlässlich an, dass die erforderlichen Untersuchungen sorgfältig durchgeführt werden. Hierdurch könnten die Konflikte erkannt und vermieden werden. Der BN-Kreisvorsitzende gibt auch zu bedenken, dass an Windrädern Vögel und Fledermäuse verunglücken werden. Die befürchteten Lärmeinwirkungen auf die naheliegenden Wohnsiedlungen sind laut Leippert nach intensiver Prüfung der Planungsunterlagen unbegründet - die zulässigen Grenzwerte würden deutlich eingehalten werden.

Zum Infraschall sagte Leippert, dieser sei nahezu überall gegenwärtig: "Über den Infraschall des Rasenmähers macht sich niemand Gedanken." Bei den Windrädern entstehe dieser Schall immer dann, wenn ein Rotorblatt den Masten passiert, so Leippert: "Doch bereits am Rotor reicht die Lautstärke nicht aus, damit der Mensch den Infraschall noch wahrnehmen kann." Zudem seien Schalle grundsätzlich nicht schädlich, solange sie nicht in extrem hohen Lautstärken auftreten. Nur in sehr seltenen Fällen kann ein Mensch laut Leippert eine besondere Sensibilität gegenüber Infraschall aufweisen - und zwar egal, ob die Ursache dafür die Meeresbrandung oder eine Industrieanlage sei. Die Vibrations-Geräusche-Krankheit trete bei diesen Personen auch nur dann auf, wenn sie ständig Infraschall ausgesetzt seien. Und: Lediglich an Küsten, an denen ständig Wind herrscht und an denen sich die Windräder deshalb andauernd drehen, besteht die Gefahr, dass diese Anlagen permanent Infraschall verursachen.

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