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Kreisverband Dillingen

21.06.2017

Caritas schafft Wohnungen für arme Menschen

Drei Mehrfamilienhäuser für arme kinderreiche Familien und psychisch kranke Menschen entstehen im Baugebiet Egaublick in Schretzheim. Die Wohnungen sollen im April 2018 fertig sein.
Bild: Berthold Veh

Kreisverband steigt in den sozialen Wohnungsbau ein. In Dillingen entstehen überdurchschnittlich viele Gebäude, was nicht jeden freut.

Das Problem ist bekannt. Auch im Landkreis Dillingen finden Menschen mit geringerem Einkommen nur schwer einen für sie bezahlbaren Wohnraum. Insbesondere Familien mit mehreren Kindern und Menschen mit Handicap haben Probleme, eine Wohnung zu finden. Dies hat den Caritasverband für den Landkreis Dillingen dazu bewogen, in den sozialen Wohnungsbau einzusteigen. Im Schretzheimer Baugebiet Egaublick II entstehen drei kleine Mehrfamilienhäuser für kinderreiche Familien und seelisch behinderte Menschen. Bei Temperaturen um die 30 Grad wurde am Montagnachmittag nun der symbolische Spatenstich für das 1,5-Millionen-Euro-Projekt vollzogen.

Caritas-Kreisvorsitzender Herbert Graf dankte der Stadt Dillingen dafür, dass sie ein geeignetes Grundstück für das soziale Wohnbauprojekt zur Verfügung gestellt habe. Im Ernst-Kreuzer-Weg werden vier Wohnungen mit jeweils etwa 90 Quadratmetern für Familien mit mehreren Kindern gebaut. Zudem entstehen vier Wohnungen mit einer Fläche von jeweils 47 Quadratmetern für Menschen mit einer psychischen Behinderung. Graf informierte, dass der Caritas-Kreisverband 450000 Euro an Eigenmitteln in das Projekt steckt. Der Freistaat Bayern gewährt ein Gesamtdarlehen von 787500 Euro und einen Zuschuss von 164100 Euro. Und die Aktion Mensch bezuschusst die Wohnungen für behinderte Menschen mit 84132 Euro (wir berichteten).

Architekt Michael Gumpp erläuterte die Bauweise. Im Erdgeschoss der drei Häuser ist eine Massivbauweise in Ziegelstein vorgesehen, das Obergeschoss wird in Holzständerbauweise mit Ziegeldacheindeckung und Holzaußenverkleidung errichtet. Im April 2018 sollen die Wohnungen bezogen werden können. Das Gebäude, so Gumpp, „soll so ausschauen, als würde es hierher gehören“.

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Dietmar Bauer, Leiter des Sozialbereichs beim Diözesancaritasverband in Augsburg, lobte den Dillinger Kreisverband, der mit diesem Projekt „in die Menschlichkeit“ investiere. Hier könnten Menschen ein Zuhause finden, die auf dem normalen Wohnungsmarkt schlechte Chancen hätten. „Dies ist ein wichtiges sozialpolitisches Signal“, sagte Bauer.

Dillingens Oberbürgermeister Frank Kunz betonte, dass die Stadt auf Familienfreundlichkeit setze. Dillingen habe mehrere Prädikate – unter anderem sei das Schwäbische Rom auch „Stadt der Caritas“, also Stadt der Nächstenliebe. Auch hier im Landkreis gebe es viele Menschen, die Hilfe brauchen und die es auf dem regulären Wohnungsmarkt schwer haben, stellte Kunz fest. Ebenso lobte Landtagsabgeordneter Georg Winter vor dem Spatenstich, der bei brütender Hitze vollzogen wurde, das Engagement der Caritas. Im Freistaat gebe es seit 2016 den Wohnungspakt Bayern, durch den mehr preisgünstiger Wohnraum geschaffen werden soll.

Unsere Zeitung berichtete am Dienstag auf der Seite 1, dass auf dem Land zu viele Häuser gebaut werden. Wissenschaftler warnen gar vor eine „Über-Bebauung“ in Bayern. Und der Landkreis Dillingen führt in Schwaben gar die Liste der Regionen an, in der zu viel gebaut werde. Forscher des Instituts der Deutschen Wirtschaft errechneten für den Zeitraum von 2011 bis 2015 für den Landkreis Dillingen einen Bedarf von 135 neuen Wohnungen. Gebaut worden seien allerdings 219, was einer Deckung von 163 Prozent entspricht.

Kreis-Geschäftsführer Stephan Borggreve sagt, dass in der Region viele Einfamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser gebaut würden. „Es fehlen aber Wohnungen für Menschen mit geringerem Einkommen.“ Eine kleinere Wohnung für einen Sozialhilfeempfänger in Dillingen dürfe nicht mehr als 5,20 Euro pro Quadratmeter Miete kosten, informiert Borggreve. Angeboten würden aber Wohnungen mit Quadratmeterpreisen ab acht Euro.

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