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Landkreis Dillingen

01.07.2020

Corona-Fall: Wie es an der Schule in Wertingen weiterläuft

Abstand halten, Maske tragen – darauf wird an der Mittelschule Wertingen mit Argusaugen geachtet. Der Grund: Ein Schüler oder eine Schülerin gilt laut Auskunft des Dillinger Gesundheitsamtes als bestätigter Corona-Fall. Unser Bild zeigt symbolisch eine Schule.
Bild: Foto: dpa (Symbolbild)

Plus 25 Jugendliche und Lehrer werden an der Mittelschule in Wertingen getestet. Die Abschlussprüfungen laufen für einige etwas anders. Was die Quarantäne für die Jugendliche bedeutet.

Mund auf, Stäbchen rein, Rachenabstrich nehmen lassen. Diese Prozedur stand am Mittwoch für 25 Schüler und Lehrer der Mittelschule in Wertingen an. Sie alle wurden auf Covid-19 getestet. Der Grund: Ein Schüler oder eine Schülerin gilt laut Auskunft des Dillinger Gesundheitsamtes als bestätigter Corona-Fall.

Betroffen davon ist ausgerechnet eine Abschlussklasse. Die 20 Jugendlichen sind zwischen 15 und 16 Jahre alt und stecken mitten in den Prüfungen. Wie Schulleiter Maximilian Briegel berichtet, findet beispielsweise am heutigen Donnerstag die mündliche Englisch-Prüfung statt. Nächste Woche folgen schriftliche Tests, unter anderem in Mathe und Deutsch. Briegel erklärt: „Natürlich sind die Schülerinnen und Schüler in der Prüfungszeit aufgeregt. Jetzt kommt eine weitere Sondersituation auf sie zu.“

Die Schülerinnen und Schüler der Wertinger Mittelschule stecken mitten in den Prüfungen

Die betroffenen 20 Schüler der Abschlussklasse und einer Vorbereitungsgruppe stehen unter Quarantäne. Das heißt, sie dürfen nur zu den Prüfungen in die Schule kommen. Dabei dürfen sie laut Auskunft des Gesundheitsamtes keine öffentlichen Verkehrsmittel benützen. In der Schule selbst gilt eine Abstandsregel von zwei Metern, es wird auf ständige Durchlüftung der Zimmer geachtet, und nach den Prüfungen müssen die Schüler gleich wieder nach Hause.

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Am Mittwochvormittag wurden die betroffenen 20 Jugendlichen und einige Lehrkräfte in die Schule gebeten, um auf dem Schulgelände den Test durchführen zu lassen. Dr. Uta-Maria Kastner, die Leiterin des Dillinger Gesundheitsamtes, erklärt: „Es wurden insgesamt 25 Personen getestet. Spätestens Freitag liegt das Ergebnis vor.“

Laut Kastner wertet das Gesundheitsamt den erkrankten Schüler oder die Schülerin als „bestätigten Fall“ und geht davon aus, dass er oder sie an Covid-19 erkrankt ist. Dies liege zum einen an den Symptomen und zum anderen an dem Umstand, dass der Jugendliche im Haushalt Kontakt zu einer erkrankten Person hatte. Mittlerweile gebe es auch ein Testergebnis. Dazu will Dr. Kastner noch nichts sagen, da dieser Test nochmals überprüft werde. Hintergrund: Laut Auskunft von Dillingens Schulamtsdirektor Wilhelm Martin hatte sich die Familie des erkrankten Schülers oder der Schülerin zuvor im Urlaub in Rumänien aufgehalten.

Der Vater sei daraufhin positiv getestet worden und das Kind zeigte typische Symptome einer Covid-19-Erkrankung. Für die Mädchen und Buben der Abschlussklasse, die direkten Kontakt mit dem betroffenen Schüler hatten, bedeutet die Quarantäne neben dem Stress der Prüfungsvorbereitung einige Einschränkungen. Sie dürfen nach draußen keine Kontakte haben und sollten auch in der Familie Abstand zu Eltern und Geschwistern halten. Laut der Expertin des Gesundheitsamtes sollten sie beispielsweise auch alleine und nicht am Tisch mit ihren Familien essen.

Schüler der betroffenen Abschlussklasse in Wertingen sollen wegen des Corona-Falles keine Nachteile haben

Nachteile in der Vorbereitung auf die Prüfung sollten die Schüler keine haben. Briegel erklärt, dass alle Abschlussschüler intensiv vorbereitet worden seien. Wegen Corona sei in den vergangenen Wochen der Stoff auf prüfungsrelevante Fächer beschränkt worden. In Kleingruppen hätten die Schüler und Schülerinnen gut arbeiten können. Außerdem seien bereits einige Arbeiten geschrieben worden, wie beispielsweise die sogenannte Projektprüfung.

Die Nachricht, dass es einen möglichen Corona-Fall an der Wertinger Schule gibt, den nun das Gesundheitsamt bestätigt, sorgte am Mittwoch für einige Aufregung. Die Schule habe so schnell wie möglich die Eltern informiert, deren Kinder direkten Kontakt mit dem betroffenen Schüler oder der Schülerin hatten, erklärt Briegel. Darauf habe das Hauptaugenmerk gelegen. Die Nachricht habe auch das Verhalten der Mädchen und Buben verändert, sagt Briegel. Die Schüler hätten betroffen reagiert und seien vorsichtiger geworden – vor allem im Hinblick auf den Abstand zueinander.

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