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Dillingen

11.07.2020

Corona-Fall in einem Dillinger Kindergarten: Das sagen die Eltern

Im Kindergarten St. Josef In Dillingen gibt es einen positiven Fall von Corona
Bild: Cordula Homann

Plus Eine Mitarbeiterin eines Dillinger Kindergartens hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Die Eltern wurden über Whatsapp vom Elternbeirat informiert. Doch noch sind viele Fragen offen.

In einem Dillinger Kindergarten gibt es einen bestätigten Fall von Covid-19. Das teilte das Dillinger Landratsamt am Samstagvormittag mit. Betroffen ist demnach eine Mitarbeiterin der Einrichtung. Viele Eltern sind jetzt verunsichert. Was bedeutet der Corona-Fall für ihre Kinder und sie selbst? Vor allem eines ärgert Eltern.

Wie berichtet, wird der Kindergarten St. Josef nun voraussichtlich bis Freitag, 17. Juli, geschlossen. Am kommenden Montag und am Dienstag sollen alle Kinder, die die katholische Einrichtung besucht haben, und alle Mitarbeiter getestet werden. Personen, die Kontakt zum positiv getesteten Fall hatten, werden unter häusliche Quarantäne gestellt.

Laut Pressemitteilung des Dillinger Landratsamts sind in der vergangenen Woche vermehrt Kinder mit typischen Erkältungssymptomen aufgefallen und dem Gesundheitsamt gemeldet worden. Die daraufhin durchgeführten stichprobenartigen Testungen auf SARS-CoV-2 hatten bisher keinen Anhaltspunkt auf eine Covid-19-Erkrankung in der Einrichtung ergeben.

Corona im Kindergarten: Dillinger Eltern haben viele Fragen

Eine Mutter, deren Kind den Kindergarten besucht, war vor allem sauer über die Form der Kommunikation. Sie hatte am Freitag die Information über den Fall von Corona in der Dillinger Einrichtung per Whatsapp vom Elternbeirat bekommen. "Da steht drin: Bleibt daheim. Was bedeutet das? Für uns? Für die Geschwisterkinder? Es gibt keine Informationen seitens des Kindergartens. Es ist Wahnsinn. Man weiß nichts Offizielles. Wenn man so eine Nachricht bekommt, zweifelt man erstmal, ob das stimmt."

Wenn ein Kind Schnupfen hat, werde man über sämtliche Kanäle informiert. Betroffene würden konsequent heimgeschickt. Ihr Kind hatte in dieser Woche Fieber und war zwei Tage daheim. "Sind wir jetzt in Quarantäne?" Entsprechende Maßnahmen seien natürlich richtig, doch die Form der Kommunikation eben nicht. "Jetzt überlegt man plötzlich - wo war ich letzte Woche? Wen habe ich alles getroffen?"

Für die Erzieherinnen sei die Situation ohnehin nicht einfach. Keine Gruppe sei gleichzeitig im Garten. Es gebe keine Vermischung zwischen den Gruppen. Eltern tragen bei der Übergabe der Kinder Masken. "Ich denken nicht, das viel verbreitet wird. Wenn man wüsste, welche Gruppe betroffen ist, wäre es schon leichter." Weder dem Kindergarten noch dem Landratsamt sei etwas vorzuwerfen. Doch die Nachricht per Whatsapp habe viele beunruhigt.

Auch auf unserer Facebook-Seite wird inzwischen lebhaft über den Fall diskutiert.

Im St Josef Kindergarten in Dillingen gibt es einen positiven Fall von Corona
Bild: Cordula Homann

Betroffen ist der Krippenbereich der Dillinger Einrichtung

Wie eine andere Mutter mitteilte, ist nur der Krippenbereich betroffen. Sie war am Freitag vom Landratsamt Dillingen angerufen worden, denn: Ihr Kind hatte Kontakt mit der positiv Getesteten. Nun steht das Kind unter Quarantäne und wird am Montag getestet. Die Eltern bleiben das Wochenende über zuhause, messen laufend Fieber bei dem Kleinkind und warten den Montag ab.

Das Kind war die ganze Woche über gesund. Es hatte vor 14 Tagen Fieber und blieb währenddessen daheim. "Wir wissen aktuell auch nicht, wie es weitergeht. Ich gehe davon aus, dass die Einrichtung nun sogar bis auf unbestimmte Zeit geschlossen bleibt." Die Mutter hatte sich selbst darum gekümmert, dass auch ihr anderes Kind am Montag getestet wird.

Viele Eltern hätten jetzt Probleme, weil sie nach den zurückliegenden Wochen inzwischen weder Urlaub noch Überstunden übrig haben, um ihre Kinder, die jetzt zuhause bleiben müssen, zu betreuen. "Es ist für viele der Super-Gau. Und dann fangen auch noch bald die Sommerferien an."

Bei einer anderen Mutter steht das Telefon seit Freitagabend überhaupt nicht mehr still. Auch sie hatte auf Bitten von Elternbeirat und Kindergartenleitung die Nachricht über den bestätigten Corona-Fall per Whatsapp informiert. Doch am Freitag sei es noch um ein positiv getestetes Kind gegangen, nicht um eine Mitarbeiterin.

Bislang wurde in der Kita St. Josef über eine Informationswand mitgeteilt, was Elternwissen sollten, etwa Fälle von Läusen, Influenza oder Durchfall, erzählt die Mutter. Deswegen hatte sie die Nachricht über ihr Handy verteilt. Denn Eltern, die ihre Kinder bereits Freitagmittag abgeholt hatten, konnten es nicht über die Infowand erfahren; die Kita ist vorerst geschlossen, die Infowand hängt drinnen.

An der Dillinger Einrichtung galten strikte Regeln

Die Regeln an der Dillinger Kita seien streng gewesen, so wie bei anderen Einrichtungen auch, sagt die Mutter. Sie kennt Eltern, deren Kinder andere Kindergärten besuchen. Überall seien Schilder mit Hygienemaßnahmen angebracht. Nur einzelne Gruppen durften getrennt voneinander nach einem strikten Takt in den Garten. Auch beim Abgeben und Abholen der Kinder habe man darauf geachtet, dass es keinen Begegnungsverkehr gibt.

"Das Ziel der Maßnahmen war, dass im Falle eines Falles die Schließung einer einzelnen Gruppe reicht. Doch genau das haben wir jetzt offensichtlich nicht erreicht. Dass jetzt die ganze Einrichtung geschlossen wird, dafür haben viele Eltern kein Verständnis. Das nervt." Manche Kinder seien nach Monaten daheim gerade mal acht Tage in den Kindergarten gegangen.

Was viele auch nicht verstehen würden: "Da macht man seit drei Monaten so ein Theater um Corona-Tests - und wartet jetzt das ganze Wochenende ab, bevor getestet wird. Warum? Man hätte doch über das Wochenende testen können und dann am Mittwoch vielleicht schon Ergebnisse gehabt." Viele fragen sich jetzt auch, was mit Geschwisterkindern ist, die jetzt endlich wieder in die Schule dürfen. Sollen sie am Montag überhaupt hingehen? Oder dürfen sie zu Oma? Fragen über Fragen stürzen über viele Eltern jetzt herein. "Es ist eine Katastrophe."

Die Ansprechpartner am Dillinger Gesundheitsamt

Wie das Dillinger Landratsamt weiter mitteilte, beantworten Mitarbeiter des Dillinger Gesundheitsamtes Fragen zu dem Corona-Fall. Sie sind erreichbar am Samstag, 11. Juli, noch bis 16 Uhr und am Sonntag, 12. Juli, von 11 Uhr bis 14 Uhr unter der Telefonnummer 09071/51-502 beziehungsweise -509. Fragen können darüber hinaus per E-Mail an gesundheit@landratsamt.dillingen.de gerichtet werden. (mit pm)

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Die Diskussion ist geschlossen.

12.07.2020

Eine Banchrichtigung über WhatsApp - eine Frechheit. Erstens hat nicht jeder WhatsApp und zweitens wäre das für mich (ich habe dieses Tool nicht) keine offizieller Kommunikationsweg. Eine Frechheit....

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