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Landkreis Dillingen

21.10.2020

Covid-19: Kreis Dillingen überschreitet Warnwert von 35

Ab Donnerstag gilt auf öffentlichen Plätzen, auch in Dillingen in der Königstraße, die Maskenpflicht.
Bild: Jan Koenen/Stadt Dillingen

Plus Immer mehr Menschen im Dillinger Land infizieren sich mit dem Coronavirus. Drei Bildungseinrichtungen in Zusamaltheim und Gundelfingen sind besonders betroffen. Welche Maßnahmen jetzt gelten.

An der Grundschule in Gundelfingen läuft der Unterricht bis zu den Herbstferien anders als gewohnt. Denn eine Schulklasse, eine Ethik-Klasse, sieben Lehrkräfte und sogar Schulleiterin Ruth Seybold müssen in Quarantäne. Ein Schüler wurde positiv auf das Coronavirus getestet, nun müssen alle direkten Kontaktpersonen in eine 14-tägige Quarantäne.

Am Donnerstag hat der Landkreis Dillingen den Sieben-Tage-Inzidenzwert von 35 überschritten. Während der Inzidenzwert am Mittwoch noch bei 34,17 lag (Stand 7.30 Uhr), wusste das Landratsamt, dass er am Donnerstag auf 35,21 steigen wird. „Das ist definitiv so“, sagte Pressesprecher Peter Hurler auf Nachfrage am Mittwoch. Da hatte das Amt neben den Medien auch öffentliche Einrichtungen wie Schulen und Gemeinden informiert. „Aber eigentlich konnte sich jeder darauf einstellen“, meinte Hurler. Vorrangig geht es um die Maskenpflicht, die nun ausgeweitet wird.

Auf diesen Plätzen gilt im Landkreis Dillingen jetzt die Maskenpflicht

So müssen Schüler ab der fünften Jahrgangsstufe die Maske auch am Platz tragen, genauso wie die Besucher von Kino und Theater oder die Passanten auf besonders stark frequentierten öffentlichen Plätzen. Diese sind in Dillingen die Königstraße, der Bayerisch-Hof-Platz, der Taxispark und das Bahnhofsgelände. In Lauingen der Marktplatz, der Platz vor der Stadthalle, das Bahnhofsgelände; der Marktplatz in Wertingen, in Gundelfingen die Professor-Bamann-Straße und der Schnellepark, in Höchstädt der Marktplatz und das Bahnhofsgelände. Auf die Maskenpflicht an den erwähnten Plätzen in Gundelfingen werden an den Eingängen Schilder hinweisen. Darüber informierte Nikolaus Mayr vom Gundelfinger Ordnungsamt. So wird auch in Wertingen vorgegangen. Die Städte halten sich dabei an die Vorgabe des Landratsamtes Dillingen. Lauingen stellt zudem vorerst das öffentliche WLAN-Netz ab.

Bildungseinrichtungen in Zusamaltheim und Gundelfingen sind besonders betroffen

Wie das Landratsamt weiter mitteilte, sind drei Bildungseinrichtungen im Landkreis besonders von Covid-19 betroffen: Unter anderem eine Mitarbeiterin der Kinderkrippe des Kindergartens Zusamaltheim, ein Schüler der Grundschule Gundelfingen und einer der dortigen Mittelschule sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Diese Personen befänden sich bereits seit dem Abstrichdatum in Quarantäne. „Glück“ im Unglück an den Schulen: Es ist nur noch sieben Tage Unterricht, danach starten die Herbstferien. „Es läuft alles nach Plan“, erklärte Schulleiterin Seybold, „die entsprechenden Schüler wurden abgeholt, die Ämter informiert.“

Sie selbst musste sich nach der Übergabe an ihre Stellvertreterin Iris Lutzmann ebenfalls in Quarantäne begeben – Seybold ist die Ethiklehrerin des positiv getesteten Kindes. Die Kinderkrippe in Zusamaltheim ist am Mittwoch geschlossen worden. Eine Mitarbeiterin gilt nach Auskunft des Gesundheitsamtes als bestätigter Covid-19-Fall. Wie Rita Drewes, die Leiterin der Einrichtung, erklärte, wurden die Eltern der Krippenkinder am Mittwochvormittag telefonisch benachrichtigt, sodass diese ihre Kinder abholen konnten. Auch zwei weitere Mitarbeiter der Krippe seien nach Hause geschickt worden. Wann die Krippe wieder öffnet, sei derzeit noch nicht absehbar, so Drewes.

Im Wertinger Krankenhaus werden zwei Covid-19-Patienten betreut

Die Kinder und Lehrkräfte, die als „Kontaktperson 1“ gelten, müssen sich in eine 14-tägige Quarantäne begeben – Eltern und Geschwisterkinder beispielsweise nicht. Das Gesundheitsamt hat alle benannten Kinder, das pädagogische Personal der betroffenen Kindergartengruppe und die Lehrkräfte der betroffenen Schulklassen, die als enge Kontaktpersonen gelten, unverzüglich im Testzentrum getestet. Das Gesundheitsamt nahm von sich aus Kontakt zu den betroffenen Personen auf. Deshalb bat die Behörde, von zusätzlichen Anfragen abzusehen, um einen zeitnahen Ablauf gewährleisten zu können.

Im Dillinger Krankenhaus wird nach Auskunft des Landratsamtes kein Covid-19-Patient behandelt. Im Wertinger Krankenhaus waren es bislang zwei (Stand Mittwoch). Keiner davon wurde künstlich beatmet, sei Intensivpatient.

Wie reagiert die Dillinger Volkshochschule?

Die Kurse der Dillinger Volkshochschule finden zum jetzigen Zeitpunkt weiter statt, denn sowohl die Vorgaben des Landratsamts sowie die aktuelle Empfehlung des Bayerischen Volkshochschulverbands sollen umgesetzt werden. Das teilte Lisa Schuhmair, Leiterin der Vhs Dillingen, mit. Solange in Kursräumen ausreichend Abstand gewährleistet ist, besteht laut Landesverband keine Maskenpflicht während der Kurse. Auf allen Begegnungs- und Verkehrsflächen sowie beim Betreten und Verlassen der Räume muss eine Maske getragen werden.

Weitere Vorgaben von Freistaat oder Landkreis werden ebenfalls umgesetzt, daher können sich kurzfristige Änderungen ergeben. Dazu informiert die Vhs auf ihrer Homepage www.vhs-dlg.de. Aufgrund der aktuellen Situation wird mit Stornierungen kulant umgegangen. Sollten sich Kursteilnehmer kurzfristig dazu entschließen, ein Angebot nicht wahrzunehmen, werden die Kosten nach telefonischer Abmeldung unter 09071/54108 oder 54109 auch während des laufenden Semesters anteilig zurückerstattet.

Laut Peter Hurler, der auch Geschäftsführer des Ulrichspreises ( Dillinger Ulrichspreis: Laudator Manfred Weber muss wegen Quarantäne absagen) ist, wird die Verleihung am kommenden Samstag in Dillingen nach jetzigem Stand wie geplant stattfinden. Dann müssen die Teilnehmer – 130 sind es insgesamt – ihre Masken während der ganzen Veranstaltung tragen, auch am Platz.

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