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Wahl in Syrgenstein

06.03.2020

DZ-Diskussion: Wie die Kandidaten in Syrgenstein argumentieren

Bei der Podiumsdiskussion der Donau-Zeitung in Syrgenstein präsentierten sich die drei Kandidaten (von links) Dieter Kogge, Mirjam Steiner und Ralf Kindelmann auf der Bühne.
Bild: Karl Aumiller

Plus 650 Menschen verfolgen bei der Podiumsdiskussion der Donau-Zeitung in Syrgenstein die Argumente ihrer drei Bürgermeisterkandidaten.

Was für eine Show! Die Bachtalhalle ist voller Menschen, die 700 Stühle reichen gerade so. Die Lichter gehen aus und ein Video läuft über die große Leinwand auf der Bühne. Die Donau-Zeitung hat schon vorab die Bürger in Syrgenstein befragt, welche Themen sie beschäftigen: Kinderbetreuung, Verkehrsberuhigung, Nahverkehr – und natürlich das geplante gemeinsame Feuerwehrhaus werden angesprochen. Der Film endet, Moderator Alexander Kunz greift zum Mikrofon, begrüßt die Gäste – doch das Licht geht nicht mehr an. Es ist stockdunkel in der großen Halle. Ein Auftakt, wie es ihn noch nie gab. Doch die Zuschauer nehmen es mit Humor, auch als Kunz DZ-Redaktionsleiter Berthold Veh und seinen Kollegen Andreas Schopf auf die Bühne holt, ändert sich daran nichts. So sorgt Veh bei seinen einleitenden Worten gleich für großen Applaus, als er sagt: „Wir bringen Licht ins Dunkel.“ Zum Glück leuchten wenige Minuten danach die Lampen der Bachtalhalle wieder auf.

Auf der Bühne in der Bachtalhalle entwickelt sich eine spannende Diskussion

Dann entwickelt sich eine spannende Diskussion zwischen dem Moderatoren-Trio auf der einen, und dem Bürgermeister-Trio auf der gegenüberliegenden Seite der Bühne: Dieter Kogge (Freie Wählervereinigung Landshausen) und Ralf Kindelmann ( CSU) rahmen Mirjam Steiner ( SPD) ein.

Das bestimmende Thema des Abends ist das umstrittene Feuerwehrhaus. Demonstrativ hatten sich schon zuvor mehrere Feuerwehrkameraden in Schutzkleidung samt Helm vor der Bachtalhalle versammelt, um unter anderem die Parkplatzeinweisung zu übernehmen; in zivil nahmen viele danach der Podiumsdiskussion teil. Drei Wehren, Staufen, Landshausen und Syrgenstein, sollen künftig von einem zentralen Standpunkt aus agieren (wir berichteten mehrfach). Während Steiner und Kindelmann im Syrgensteiner Gemeinderat sitzen und die aktuelle Situation kennen, hatte sich Kogge vor allem in Gesprächen darüber informiert, wie er sagt. Während er, der lange in der Flüchtlingsarbeit tätig war, auch Ausländer integrieren will, argumentiert Kindelmann, selbst seit 26 Jahren bei der Feuerwehr, die Nachwuchsarbeit aller drei Wehren läuft sehr gut. Sowohl er als auch Mirjam Steiner sehen in einem gemeinsamen Standort viele Vorteile. Steiner selbst denkt über einen Beitritt zur Feuerwehr nach, fragt sich aber aufgrund der aktuellen Diskussionen „in welchen denn nur?“. Kindelmann will mit allen 120 ein ausführliches Gespräch führen, damit alle auf den gleichen Wissenstand kommen. Gemeinsame Übungen sollen das Miteinander stärken. Kogge hofft, dass die Kameraden eines Tages stolz auf das gemeinsame Haus sein werden.

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Über die Syrgensteiner Feuerwehr wird viel diskutiert

Eine unterschiedliche Meinung haben die Drei auch darüber, dass Syrgensteins Bürgermeister Bernd Steiner nun Vorsitzender des Fördervereins Feuerwehr ist. Der langjährige Rathauschef ist ebenfalls in der Halle zugegen, hält sich aber im Hintergrund auf. Tochter Mirjam weiß, wann die Entscheidung fiel (2. Februar 2020), wie sie fiel (36 Mitglieder, einstimmig) und meint: „Das ist legitim, demokratisch und in Ordnung.“ Kindelmann erinnert, dass im Vorstand noch Positionen für Mitglieder aus Staufen und Landhausen freigelassen wurden. „Bernd Steiner ist bald kein Bürgermeister mehr und hat Ahnung von der Thematik. Es wird sich zeigen, dass er nicht die schlechteste Wahl ist.“ Den größten Applaus aber bekommt Dieter Kogge, der zwar einen großen Respekt vor Bürgermeister Steiner habe, aber ansonsten ganz anderer Meinung ist. „Es wäre auf jeden Fall ein Zeichen gewesen, wenn der Vorstand mit jeweils einem Vertreter jeder Feuerwehr gebildet worden wäre.“ Stattdessen hätte man es so den Kameraden aus Landshausen und Staufen noch schwerer gemacht. Es ist auch Kogge, der den größten Redeanteil des Abends hat. Seine Frau Monika, die in der ersten Reihe sitzt, filmt seinen ersten und seinen letzten Wortbeitrag mit ihrem Handy. Er setzt auf Zuhören, Ehrenamt und sei trotz zahlreicher Jobwechsel ein „Langzeitler.“ Mirjam Steiner betont ihre Unabhängigkeit von ihrem Vater, ihr Kreistagsmandat, ihre Liebe zur Heimat, die sich in mehreren Vereinsmitgliedschaften ausdrückt. Ralf Kindelmann will mehr Miteinander.

Was er zuvor im Gemeinderat mitgestaltet habe, will er künftig als Bürgermeister umsetzen. Und er weiß, wie schlecht die Busverbindungen in und aus dem Bachtal sind: „Die haben sich seit meiner Schulzeit nicht verändert – das ist 26 Jahre her.“ Die langen Fahrzeiten hätten nur den Vorteil, dass die Schüler aus dem Bachtal einen garantierten Sitzplatz haben. Er will mit seinen Bürgermeisterkollegen bei den Landräten und Busgesellschaften dies- und jenseits der Landkreisgrenzen eine bessere Taktung erreichen.

Der öffentliche Nahverkehr soll besser werden

Kogge setzt aber auf eine App, die Pendler zusammenbringen soll und einer Verdichtung des Linienverkehrs.

Mirjam Steiner hat direkt mit 16 Jahren ihren Rollerführerschein gemacht hat, um schneller in der Schule in Heidenheim zu sein. Sie erinnert an das Fazit der Bürgerwerkstatt: „Die Bürger wünschten sich einen Bürgerbus, ein Bachtalbänkle und dann erst der ÖPNV.“ Sie empfiehlt, zuerst den Bedarf zu erörtern, für das Ergebnis die Kosten zu ermitteln und dann zu sehen, ob es das der Gemeinde wert ist.

Wie sehr die Zuschauer an der Diskussion teilhaben, zeigt sich nicht nur an Applaus oder Zwischengelächter, sondern auch an vielen Fragen aus dem Publikum (siehe nebenstehende Artikel). Um 21.45 Uhr beendet Alexander Kunz die Veranstaltung und fordert die Zuschauer zum großen Schlussapplaus. Er und Berthold Veh rufen die Menschen eindringlich auf, wählen zu gehen, um gemeinsam die Zukunft der „Perle des Bachtals“ (Veh) zu gestalten.

Doch damit ist der Abend noch nicht zu Ende. Die Menschen stehen noch lange in Gruppen zusammen und unterhalten sich. Sie haben ja auch sehr viele Anregungen für gute Gespräche bekommen. Noch bis mindestens Mitternacht brannte in der Syrgensteiner Bachtalhalle deswegen noch das Licht.

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