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03.04.2018

Dachstuhlarbeiten nach Brand im Dillinger Rathaus starten

Der ausgebrannte Altbau des Dillinger Rathauses soll bis Mitte 2018 einen neuen Dachstuhl erhalten.
Bild: Berthold Veh (Archivfoto)

Das Dillinger Rathaus brannte vor acht Monaten. Das Feuer im Kloster Maria Medingen jährt sich im Juli zum dritten Mal. Wie es mit den Arbeiten vorangeht.

Am Sonntag haben die Schwestern des Klosters Maria Medingen Ostern gefeiert. "Da gibt es mittags auch Mal ein Glas Wein", erzählte Schwester Eva, die Oberin des Klosters. Gemeinsam feiern sie dann, dass Jesus am dritten Tage auferstanden ist. Die Auferstehung ihres Klosters dauert nun schon fast drei Jahre an.

Es war die Nacht von 5. auf 6. Juli 2015. Bei dem Brand verlor eine der Schwestern ihr Leben. Der Verlust ist nicht rückgängig zu machen.

Brand im Kloster Maria Medingen: 20 Millionen Euro Schaden

Die Schäden am Kloster selbst sind es aber. Dabei wurden viele Teile des Gebäudes zerstört, vor allem die Margaretenkapelle. Das Feuer, ausgelöst durch eine vergessene Kerze, hüllte Flure und Zimmer in dichten Rauch, zurück blieb schwarzer Ruß. Das Kloster war unbewohnbar. Die Sanierung begann kurz darauf. Die Versicherung zahlt, nicht alles, aber vieles. Der Gesamtschaden am Gebäude beläuft sich auf etwa 20 Millionen Euro. Nach 18 Monaten konnten die Nonnen zurück in ihre Räume.

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Das Kloster war nach dem Brand unbewohnbar.
Bild: Simone Bronnhuber/Karl Aumiller (Archiv)

Schwester Eva öffnet eine der großen, gläsernen Brandschutztüren, die bei der Sanierung eingebaut wurden. Die Gänge des Klosters strahlen wieder in weißer Farbe und auch die Klosterkirche ist vollständig hergerichtet. Sie öffnet eine Tür, an der ein Warnschild hängt. "Lebensgefahr, Betreten verboten", steht darauf. Die Warnung ist mittlerweile wohl übertrieben. Doch hinter der Türe wartet eine Baustelle. Dort sind die Auswirkungen des Brandes noch gut zu erkennen. "Was immer noch eine Baustelle ist, ist die Margaretenkapelle", sagt die Oberin. Ein "Rokoko-Juwel".

Ein Gerüst steht im Eingangsbereich der Kapelle, Schwester Eva kann gerade noch aufrecht darunter hindurchgehen. Auf dem Gerüst steht Kevin Kirkamm, Kirchenmaler der Restaurationsfirma Amann aus Weißenhorn. "Die letzten ein, zwei Wochen haben wir uns auf das Deckenfresko konzentriert", erklärt er. Das Unternehmen hat im Kloster neue Techniken entwickelt, um möglichst viel von dem gigantischen Kunstwerk zu erhalten. Wenn die Rußentfernung komplett abgeschlossen ist, geht es mit der Stuckergänzung und den Vorbereitungen für die Neuvergoldung weiter, erklärt Kirkamm. Noch in diesem Jahr soll die Raumschale fertig werden – das bedeutet, alles bis auf das Deckenfresko. Dann könnten die Malerarbeiten beginnen. Für die gibt es noch keinen genauen Zeitplan. Aber das nächste Osterfest können die Schwestern vielleicht schon wieder in ihrer Kapelle feiern.

Schon Ende des Jahres sollen die Arbeiten an dem Raum, der beim Brand im Juli 2015 stark beschädigt wurde, weitestgehend abgeschlossen werden.
Bild: Jakob Stadler

In einem andern Raum im Kloster liegen derweil Figuren und Gemälde, die durch Ruß beschädigt wurden. Die Schwestern freuen sich über Spendenpatenschaften für diese Gegenstände, die nicht von der Versicherungssumme restauriert werden können – dazu gehört auch das Heilige Grab in der Margaretenkapelle. Wer sich dafür interessiert kann sich an das Kloster wenden. Die Schwestern haben schon viele Spenden und Aktionen wie etwa Benefizkonzerte erreicht. Das habe sie sehr gerührt, zu sehen, wie wichtig den Nachbarn das Kloster ist, erklärt die Oberin. "Die Anteilnahme tut uns noch besser als das Geld.“

Dillinger Rathaus: Der verkohlte Dachstuhl war nicht zu retten

Das Feuer im Kloster war nicht die einzige Brandkatastrophe, die den Landkreis in den vergangenen Jahren traf. Seit das Dillinger Rathaus an einem Mittwoch vor etwa acht Monaten Feuer fing, ist kein Werktag vergangen, an dem auf der Rathaus-Baustelle nicht gearbeitet wurde. Das Gebäude ist auf dem Weg, wieder aus der Ruine aufzuerstehen. Aktuell ist im Inneren nur wenig zu erkennen. Kaum zu glauben ist etwa, dass der vordere Bereich unseres Fotos den Ort zeigt, wo vor dem Brand der Große Sitzungssaal war.

Die Arbeiten begannen direkt in den ersten Wochen nach dem Brand – mit einem Rückbau. Der verkohlte Dachstuhl war nicht zu retten und wurde, ebenso wie die beschädigten Zwischendecken, entfernt. Die verbliebenen Außenwände halten seitdem Stützgerüste, auf denen das öffenbare Notdach installiert wurde. Dadurch wurde das Gebäude vorläufig gesichert und gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt. Allerdings fehlen durch die entfernten Decken und den nicht vorhandenen Dachstuhl auch wichtige statische Elemente.

Die Rathausbaustelle Ende März. Im Hintergrund ist der verbliebene Südgiebel zu sehen. Im vorderen Bereich befand sich vor dem Brand der Große Sitzungssaal.
Bild: Jan Koenen/Stadtverwaltung

Um weitere Schäden hatte die möglichst schnelle Wiedererrichtung des Dachstuhls und der Zwischendecken zur statischen Sicherung höchste Priorität und wurde als Notsicherungsmaßnahme vorgezogen. Das Vorgehen wurde von der Verwaltung rechtlich geprüft und mit der Versicherung abgestimmt.

Zu Jahresanfang begannen die Arbeiter im Rahmen dieser Vorabmaßnahme die Arbeiten für den Einbau der Zwischendecken. Jetzt, Anfang April, soll die erste Zwischendecke – über dem Café Segafredo – wieder vollständig sein. In den kommenden Wochen sollen zudem die Dachstuhl-Arbeiten starten und voraussichtlich in der Jahresmitte abgeschlossen sein. Oberbürgermeister Frank Kunz erklärt: "Für uns ist es das Wichtigste, dass beim zügigen Wiederaufbau unseres Rathauses weiterhin keine Pause eintritt. Im Schulterschluss mit unseren heimischen Unternehmen wollen wir unser Rathaus schnellstmöglich wieder in altem Glanz erstrahlen lassen.“ (mit pm)

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