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Landkreis Dillingen

25.05.2020

Damit Kinder keinen „Corona-Stress“ haben

Bild: Ilike/Adobe Stock (Symbolbild)

Plus Erziehungsexpertin Antje Werner weiß, worauf in der momentanen Situation besonders zu achten ist und hat Tipps für Eltern.

Kindertagesstätten sind seit Wochen geschlossen – und die Rückkehr in den Schulalltag vollzieht sich während der Corona-Pandemie in Etappen. Familien sind viel unter sich. Die Beschränkungen in Zeiten von Corona treffen Kinder in besonderer Weise. Sie können weder Klassenkameraden, Freunde noch Großeltern treffen. Sie spüren zudem eine wachsende Unsicherheit, die sich unter ihren Eltern ausbreitet. Was macht das mit Kindern? Aggressionen oder Ängste gelten unter Experten als häufige Folgen. Was können Eltern tun?

Die Corona-Krise trifft Kinder unvorbereitet

„Die Ausgangsbeschränkungen konfrontieren Buben und Mädchen mit ganz neuartigen Anforderungen, für die sie noch keine Routinen und Lösungsstrategien entwickelt haben“, erläutert Antje Werner von der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung Dillingen der Katholischen Jugend-Fürsorge (KJF). Eltern sollten in diesen Tagen besonders achtsam sein, wenn ihr Kind aggressive Verhaltensweisen, starke Stimmungsschwankungen, Schlaf- und Aufmerksamkeitsstörungen oder auch körperliche Symptome wie Bauch- und Kopfschmerzen zeigt, rät Antje Werner.

Auf Verunsicherung und Stress reagieren gerade kleinere Kinder mit einem stärkeren Bedürfnis nach Bindung. „Deshalb brauchen Kinder jetzt ganz besonders das Gefühl von Sicherheit, Kontakt, Nähe und Geborgenheit“, betont Antje Werner. Die Erziehungsberaterin hat für Eltern in dieser belastenden Situation fünf Tipps zusammengestellt.

Kurze Auszeiten für die Kinder schaffen

Finden Sie heraus, wie Sie trotz der schwierigen Situation Ihr eigenes Stressempfinden reduzieren können. Das ist die Voraussetzung, damit Eltern Stresssignale ihres Kindes frühzeitig erkennen und angemessen darauf reagieren können. Nehmen Sie sich beispielsweise kurze Auszeiten von einer halben Stunde oder Stunde, in der etwa Ihr Partner die Kinder nimmt. Sie werden sehen: Wenn es Ihnen gut geht, profitiert davon automatisch Ihr Kind.

Nehmen Sie sich viel Zeit, den Kindern nahe zu sein und zu spüren, was in ihnen vorgeht oder was sie gerade brauchen. Nehmen Sie Ihre Kinder beispielsweise regelmäßig in den Arm, drücken sie diese und sagen, wie lieb Sie sie haben. Schenken Sie ihnen gerade jetzt besonders viel Nähe und Zuwendung.

Telefonieren Sie gemeinsam mit dem besten Freund Ihres Kindes, der Oma oder einer anderen wichtigen Bezugsperson. So zeigen Sie Ihrem Kind, dass die lieben Menschen im Umfeld alle noch da sind.

Erklären Sie Ihrem Kind altersgemäß die Hintergründe der Kontaktbeschränkungen und nutzen Sie hierbei entsprechende Internetseiten für Kinder (zum Beispiel www.seitenstark.de oder www.wdrmaus.de). Eine Situation, die das Kind verstehen kann, fühlt sich weniger beunruhigend an.

Struktur in den Tag bringen

Gestalten Sie mit Ihrem Kind eine der Situation angepasste Tagesstruktur und planen Sie auch kleine schöne Momente mit ein. Auch feste Rituale stärken das Gefühl von Sicherheit und Orientierung. Starten Sie den Tag beispielsweise mit einem ausgiebigen gemeinsamen Frühstück, danach gibt es eine kleine Lern-, Spiel- oder Basteleinheit, dann teilen Sie einen gesunden Obstteller, bevor es zum Spaziergang nach draußen geht.

Für Eltern und Kinder in schwierigen Situationen hat die KJF Kinder- und Jugendhilfe ihre Telefon- und Onlineberatung ausgeweitet. Das Angebot ist kostenlos. Eltern erreichen die Experten in Dillingen von Montag bis Donnerstag jeweils zwischen 9 und 12 Uhr sowie von 13 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr unter Telefon 09071/770390 und E-Mail eb.dillingen@kjf-kjh.de. Zusätzlich kann auch die anonyme Onlineberatung unter www.caritas.de/onlineberatung genutzt werden. (pm)

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