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Dillingen

04.10.2019

Damit Senioren in Dillingen lange selbstbestimmt leben können

Gemeinschaft erleben und den Alltag durch gegenseitige Hilfe meistern, das will die Seniorengemeinschaft Dillingen, die Mitte 2020 gegründet werden soll. Darüber sprachen gestern beim gemeinsamen Spaziergang am Tag der Deutschen Einheit auch (von links) Paul Weishaupt, Helga Hipp, Albrecht Witte, Initiator Gerhard Brecht, Christine Wamser und Ingrid Witte.
Bild: Berthold Veh

Plus Der frühere Manager Gerhard Brecht will zusammen mit der Stadt in Dillingen eine Seniorengemeinschaft gründen. Welche Vorteile dies für ältere Menschen haben soll.

Als Gerhard Brecht im Dillinger Stadtsaal mit seinem Vortrag beginnt, ist er sichtlich fasziniert. „Ich bin etwas erschlagen von dem, was in Dillingen alles passiert“, sagt der Hausener. Oberbürgermeister Frank Kunz hat in der Bürgerversammlung zuvor über die vielen Millionenprojekte in der Kreisstadt gesprochen – vom Neubau der Mittelschule bis zum Haus der Wirtschaft. Wenn das kommen sollte, wofür sich Brecht engagiert, könnte das ebenfalls ein Mehr an Lebensqualität in Dillingen bringen: Der einstige Manager eines Münchner Unternehmens will im kommenden Jahr in Dillingen zusammen mit der Stadt eine Seniorengemeinschaft gründen. Und das Ziel zeigt der 64-Jährige exemplarisch mit dem letzten Foto seiner Präsentation: lächelnde Senioren, die ganz offensichtlich zufrieden in einer Gemeinschaft ihren Lebensabend verbringen.

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2030 wird jeder dritte Dillinger über 65 Jahre alt sein

Brechts Planung wirkt sehr fundiert. Der ehemalige Geschäftsführer hat sich, wie er unserer Zeitung mitteilt, Gedanken gemacht, wie er sich nach einem erfüllten Berufsleben weiter sinnvoll in der Gesellschaft einbringen kann. Und beim Nachdenken ist Brecht mit seiner Frau und den beiden Söhnen auf das Thema Senioren gekommen. Der 64-Jährige zeigt Folien zur demografischen Entwicklung in der Kreisstadt. „2030 wird jeder dritte Dillinger über 65 Jahre alt sein“, erläutert der Referent. Die Ansprüche der älteren Mitbürger seien im Gegensatz zu früheren Zeiten gestiegen. „Senioren wollen heute möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden wohnen“, sagt Brecht. Und sie wollen nicht einsam sein, sondern aktiv sein und Kontakte haben.

Zu einem selbstbestimmten Leben im Alter könne eine Seniorengemeinschaft beitragen, ist der Hausener überzeugt. In diesem Verein sollen sich Mitglieder in einem verbindlich organisierten Rahmen gegenseitig Unterstützung bieten. „Der Verein bietet Senioren die Möglichkeit, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, auch wenn sie auf Hilfen angewiesen sind“, sagt der 64-Jährige.

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Die Seniorengemeinschaft Wertingen-Buttenwiesen ist Vorbild

Vorbild für Brecht ist die Seniorengemeinschaft Wertingen-Buttenwiesen, die hervorragend funktioniere. Die Vorteile lägen auf der Hand. In einer Seniorengemeinschaft bieten Mitglieder eines Vereins kostengünstig alltagsnahe Hilfen an. Das erfülle den Anbieter der Leistung und helfe dem Empfänger, der dadurch länger in seinem heimischen Umfeld bleiben könne. Die Leistungen reichen vom Fahrdienst über handwerkliche Hilfen bis zum Straße kehren und Winterdienst (siehe Info-Kasten). Auch Auskünfte zur Organisation des Alltags, zu Steuerfragen und staatlichen Unterstützungsleistungen sollen gegeben werden. Die gemeinsame Freizeitgestaltung mit sportlichen Aktivitäten und geselligem Beisammensein soll ebenso eine Rolle spielen wie die Weiterbildung zu Themen wie Internet und Gesundheit.

Die Seniorengemeinschaft arbeite ohne Gewinnabsicht, eine Arbeitsleistung könne nur von Mitgliedern für Mitglieder erbracht werden, erläutert der Ex-Manager. Wer über das einzurichtende Büro des Vereins eine Leistung in Anspruch nimmt, bezahlt nach dem derzeitigen Modell zehn Euro pro Stunde. Davon gehen acht Euro an das Mitglied, das die Leistung erbracht hat. Und zwei Euro behält die Seniorengemeinschaft für die Organisation. Der Leistungserbringer könne sich das Geld auszahlen lassen – oder seine Arbeit als Guthaben für Zeiten ansammeln, in denen er selbst auf die Hilfe anderer angewiesen sein wird.

"Machen Sie mit, Sie haben selbst etwas davon"

Am Schluss zeigt Brecht das Foto mit glücklichen, älteren Menschen. „Mein Ziel ist eine lebensfrohe Seniorengeneration in Dillingen“, sagt der Initiator, der mit Helga Hipp und Sigrid Mack bereits zwei Mitstreiterinnen gefunden hat. Und er fordert Besucher der Bürgerversammlung auf, dass sie sich mit ihren Talenten bei der Seniorengemeinschaft einbringen sollen. Brecht, der für seinen Vortrag am Ende Beifall erhält, sagt: „Machen Sie mit, Sie haben selbst etwas davon.“

Erstes Treffen am 24. Oktober

Interessierte, die bei der Gründung der Dillinger Seniorengemeinschaft mitwirken wollen, treffen sich am Donnerstag, 24. Oktober, um 14.30 Uhr im Café Holzbock in Dillingen. Fragen beantworten Helga Hipp, Telefon 09071/3355, Sigrid Mack, 09071/8378, und Gerhard Brecht, 09071/8871.

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