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Das Christliche Wort

23.08.2020

Damit Urlaub Erholung ist, braucht es Veränderung

Wie ein Holzstapel am Waldesrand: Die Unterliezheimer Denzel-Kapelle, die der Architekt John Pawson entworfen hat, ist aus mächtigen Douglasienstämmen gefertigt.
Bild: Veh

Gundelfingens Pfarrer Frank Bienk hinterfragt, was wirklich Urlaub ist und wie er in diesen Zeiten zur Erholung wird. Einen Tipp hat er auch.

Liebe Leserinnen und Leser,

die Urlaubszeit ist schon fortgeschritten. Für viele ist der Urlaub inzwischen vorbei, andere haben noch einige Tage vor sich. Wie so vieles andere, war auch die Urlaubszeit in diesem Jahr anders als wir sie kennen. Das haben die erlebt, die trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie verreist sind. Noch stärker war der Unterschied sicher für die spürbar, die – wie auch meine Familie – einmal ganz zuhause geblieben sind.

Urlaub in dieser Zeit - eine Herausforderung

Es war eine Herausforderung für mich, mich in dieser Zeit zu erholen. Denn daheim ist immer etwas zu tun. In Haus und Garten gibt es vieles, was schon längst erledigt gehört. Aber ist das wirklich Urlaub? Gar nicht so einfach, einen dienstlichen Brief nach dem Leeren des Briefkastens nicht zu öffnen, sondern ihn für die Zeit nach dem Urlaub auf den Schreibtisch zu legen.

Damit Urlaub wirklich Erholung ist, braucht es Veränderung. Wenn schon nicht einen Ortswechsel, dann doch zumindest in den täglichen Routinen. Ich war in den zurückliegenden 15 Jahren noch nicht so oft an heimischen Badeseen wie in den vergangenen drei Wochen. Ich habe meine nähere Umgebung mit dem Fahrrad ganz neu kennengelernt. Und ich habe mir vorgenommen, manches davon über die Urlaubszeit hinaus beizubehalten.

Auszeit unterwegs in einer Kirche oder in einem Gottesdienst

Viele Touristen besuchen im Urlaub gerne einmal eine Kirche, auch wenn sie daheim nur selten die Gelegenheit wahrnehmen. Die einen gehen in eine geöffnete Kirche, lassen die Stille des Raums, Architektur und Kunstwerke auf sich wirken. Andere besuchen gezielt Gottesdienste am Urlaubsort, am Strand oder auf einem Berg.

Das Ausbrechen aus Routinen, das Finden von Ruhe

Manche Menschen erzählen mir hinterher davon, wie gut ihnen das getan hat, wofür sie sich während der Arbeitszeit nur selten Zeit nehmen, weil sie dann nach sechs Arbeitstagen zum Beispiel ausschlafen oder ausgiebig mit der Familie frühstücken wollen. Im Urlaub nehmen sie sich dann bewusst auch Zeit für ihre spirituellen Bedürfnisse.

Frank Bienk

Wenn auch das zum „Anderssein“ der Urlaubszeit gehört, zum Ausbrechen aus festen Routinen und zum Finden von Ruhe - dann lassen Sie sich doch in den verbleibenden Ferien- und Urlaubswochen wieder einmal einladen. Viele Kirchen sind zur Einkehr geöffnet.

Und herzlich gerne begrüßen meine Kolleginnen und Kollegen, gleich welcher Konfession, sie auch wieder einmal in einem der zahlreichen Gottesdienste, die sie auf einer der nächsten Seite finden. Und vielleicht geht es Ihnen dann ja so, wie mir mit den Badeseen und Radtouren: Wenn man entdeckt, wie wohltuend das ist, was wir hier direkt vor unserer Haustür haben, dann möchte man das auch gerne mit in die Zeit nach dem Urlaub nehmen.

Frank Bienk, Pfarrer in den Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinden Bächingen und Gundelfingen

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