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Landkreis Dillingen

04.06.2019

Damit die Jugendlichen im Landkreis bleiben

Das Foto entstand am vergangenen Wochenende am Seglersee bei Weisingen. Nicht nur Jugendliche genossen dort das tolle Wetter. Die Frage ist aber, wie man junge Menschen im Landkreis Dillingen halten kann. Donautal-Aktiv plant dazu eine besondere Aktion.
Bild: Karl Aumiller

Menschen zwischen 14 und 18 Jahren sind gefragt, auch im Landkreis Dillingen. Wie man es schaffen will, dass sie in der Heimat nicht nur eine Arbeit finden.

Der Verein Donautal-Aktiv möchte Jugendliche stärker einbeziehen. Geschäftsführer Lothar Kempfle erklärte den Bürgermeistern im Landkreis Dillingen während der Dienstbesprechung mit Landrat Leo Schrell: „Der Kernpunkt ist die Verwurzelung. Wenn ich keine Identifikation mit meiner Gemeinde verspüre, komme ich nicht zurück.“

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Ab Herbst werden junge Menschen im Landkreis Dillingen befragt

Notwendig sei das geplante Leader-Projekt „Jugend Aktiv im Schwäbischen Donautal“, weil die Anzahl junger Menschen im ländlichen Raum schleichend abnehme. Im Herbst 2019 soll eine landkreisweite Befragung starten, die über das Jahr 2020 läuft. Hier hoffen die Verantwortlichen, dass bis zu 1000 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren ihre Meinung kundtun. Im Winter 2019/2020 sollen Schwerpunktthemen festgelegt werden, die bei Jugendkonferenzen im Frühjahr 2021 im Mittelpunkt stehen. Dabei sollen Jugendliche aus ihrer Sicht Handlungsempfehlungen erarbeiten. Das sei wichtig, um Nachwuchs fürs Handwerk, die Industrie- und Dienstleistungsbetriebe zu sichern, ebenso das ehrenamtliche Engagement in Vereinen. Auch die Infrastruktur mit den sozialen und politischen Einrichtungen sowie Schulen, Sportstätten, Kindergärten und Jugendeinrichtungen sollen künftig ausgelastet sein.

Wie man Arbeitslose eingliedern will

Ein weiteres Thema der Bürgermeisterdienstbesprechung war die Arbeitslosenförderung. Als Geschäftsführer Michael Künast vom Dillinger Jobcenter die neuen Fördermöglichkeiten vorstellte, die es seit Anfang 2019 gibt, sagte er: „Im Landkreis Dillingen erhalten 978 Bedarfsgemeinschaften Leistungen für Unterkunft und Heizung.“ Er bat die Bürgermeister zu überlegen, ob sie einem Langzeitarbeitslosen eine Chance geben und ihm in der Gemeinde einen Arbeitsplatz anbieten könnten. Es wäre auch hilfreich, bei Firmen ein gutes Wort einzulegen. Künast erklärte: „Grundsätzlich können alle sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen gefördert werden.“ Die Vergütung müsse nach dem bestehenden Tarifrecht erfolgen oder Mindestlohn bei fehlender Tarifbindung.

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Werde jemand eingestellt, der seit mindestens sieben Jahren Leistungen bezogen habe, könne der Entgeltzuschuss für das erste und zweite Jahr komplett vom Jobcenter übernommen werden. „Sie können zwei Jahre lang ausprobieren, funktioniert es oder funktioniert es nicht“, begründete Künast diese hohe Förderung.

Das Ziel sei eine dauerhafte Beschäftigung. Auch, dass junge Menschen sehen, die in solchen „Bedarfsgemeinschaften“ aufwachsen, dass es sich auch wirklich lohne, arbeiten zu gehen. Dabei werden die neuen Mitarbeiter vom Jobcenter durch ein „Coaching“ betreut, auch das ist kostenfrei für den Arbeitgeber.

Ein Familien- und Bildungsportal soll helfen

Christian Weber von der Wirtschaftsförderstelle am Landratsamt Dillingen stellte das Familien- und Bildungsportal vor, das unter den zwei Adressen www.familie-dillingen.de und www.bildung-dillingen.de im Internet zu finden ist. Weber erklärte: „Wir wollten alle wesentlichen Informationen auf diese Seite bringen und nicht zwei bis drei Portale bereitstellen.“ Deshalb sind viele wichtigen Informationen und Ansprechpartner zu den Themen Gesundheit, Bildung, Familie, Freizeitmöglichkeiten, Veranstaltung und Betreuungsmöglichkeiten zu finden, auch wo es Jugendtreffs gibt. Weber ergänzt: „Wir haben Links und nützliche Broschüren eingestellt.“

Außerdem präsentierte Weber die Sonnenkampagne des Landkreises und demonstrierte, wie jeder selbst anhand des Solarpotenzialkatasters die Wirtschaftlichkeit von Anlagen errechnen kann. Zu finden ist es unter www.landkreis-dillingen.de, Rubrik Wirtschaft und Energie, Menüpunkt European Energy Award. Trotz zurückgegangener EEG-Einspeisevergütung sei die Anschaffung sinnvoll, meint Weber: „Wir wollen das Bewusstsein schaffen, dass die Anlagen dank Eigenverbrauch und gesunkener Modulkosten eine wirtschaftliche Investition in eine nachhaltige Zukunft darstellen.“ Natürlich ersetze das Kataster nicht die Fachplanung eines Installateurs, doch es gehe darum, eine Vorstellung zu bekommen, was möglich sei. An fünf Informationsabenden zeigte die Zahl der rund 600 Besucher laut Weber, wie wichtig das Thema den Menschen sei.

Auch das war Thema der Bürgermeisterbesprechung: Neue Computer für Grund- und Mittelschulen im Kreis Dillingen

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