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Ziertheim

30.11.2018

Das Gedächtnis von Ziertheim aufgebaut

Ehrung bei der Bürgerversammlung (von links): Kreisarchivpfleger Helmut Herreiner, die drei Ziertheimer Archivare Antonie Schiefnetter, Doris Baumann und Eugen Zacher sowie Bürgermeister Thomas Baumann.
Bild: Jakob Stadler

Einige Ziertheimer wollen wissen, wann sanierungsbedürftige Straßen angegangen werden. Und es gibt eine Neuerung bei den Bürgerversammlungen der Gemeinde.

Ziertheims Bürgermeister Thomas Baumann hat in der Bürgerversammlung, die dieses Mal im Dattenhausener Zehntstadel stattfand, eine Neuerung angekündigt: „Wir wollen Personen ehren, die sich für das Wohl der Gemeinde engagieren.“ Das solle nun jedes Jahr in der Bürgerversammlung geschehen. „In diesem Jahr sind das die drei Archivare, die unser Gemeindearchiv ausbauen.“ Eugen Zacher, der bereits vor Jahren ein historisches Heimatbuch veröffentlicht hat, Antonie Schiefnetter, die auch als Leiterin des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Kreis in Erscheinung tritt, und Doris Baumann, die Frau des Bürgermeisters. Stellvertretend für die vielen Ehrenamtlichen, das hat der Gemeinderat entschieden, erhielten die drei Urkunden, Blumen und einen Geschenkkorb.

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Herreiner: "Archivpflege bedeutet Heimatpflege"

Die Laudatio hielt Helmut Herreiner, der Kreisarchivpfleger. Er erklärte: „Archivpflege bedeutet Heimatpflege“ und lobte das besondere Engagement der Ziertheimer. Die drei Ehrenamtlichen treffen sich seit 2016 einmal pro Woche, ordnen Dokumente, übertragen alte Schrift in leserliche und digitalisieren Quellen. „Das ist mittlerweile vorbildlich, bestens sortiert und organisiert. Es ist bemerkenswert, was hier geleistet wurde und wird.“ Eugen Zacher verkündete, dass das Archiv im ehemaligen Sparkassengebäude ab dem Frühjahr für die Öffentlichkeit geöffnet werden soll. Zudem bat er, alte Dokumente, Bilder und sonstiges zum Archiv zu bringen. Dort könne man diese digitalisieren und so für spätere Generationen sichern.

Baumann verabschiedete auch die beiden langjährigen Bauhofmitarbeiter Karl Jenewein und Thomas Wurmstein, danke ihnen für ihren Einsatz und überreichte Geschenke.

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Straßen, Radwege und eine Eiche

Zuvor konnten Bürger Fragen an den Bürgermeister stellen. Wendelin Hitzler wollte wissen, wann die Querung in Dattenhausen gerichtet wird. Baumann erklärte, das sei schon lange auf den Plan, aber nur in der Ferienzeit möglich, weil dort der Schulbus fährt. Ob es noch in den Ferien im Winter klappt, sei wegen der Witterung unsicher. „Aber wir werden’s nicht vergessen.“ Georg Gschwind beklagte Risse an der Marktstraße. Diese waren neu für Baumann, er sagte, man werde dran bleiben. Herta Zacher wies darauf hin, dass der Felsenberg hinter Ziertheim „ramponiert“ aussehe – der Bauhof könne das doch in Ordnung bringen. „Das nehmen wir auf“, sagte der Bürgermeister. Albert Bäuerle kritisierte den „groben Kies“ eines Reistinger Feldweges – Fahrradfahren sei dort extrem schwer. „Das schau ich mir an“, sagte Baumann. Peter Jungbauer-Urban beklagte sich über Grenzsteine, die in Reistingen im Graben an Feldwegen liegen. In einem Fall sei ein Graben bereits gerichtet worden. „Wann werden die anderen gemacht“, fragte er. Baumann erklärte, man bessere jedes Jahr die Gräben aus, die am nötigsten sind. Die Landwirte müssten solche Fälle melden, damit die Verwaltung Bescheid weiß. Horst Burdack fragte, wie es mit einer Eiche, die an seinem Grundstück beim Dattenhauser Friedhof steht, weitergeht. „Wir fällen sie ungern, aber die muss weg“, sagte Baumann. Der Baum war vom Eichenprozessionsspinner befallen. Ersatzpflanzungen sind vorgesehen.

Im Bürgermeistervortrag konnte Baumann einen leichten Anstieg der Bevölkerung vermelden. 997 Einwohner zählt Ziertheim inzwischen. Die größte Einzelausgabe war 2018 die Restzahlung für das Feuerwehrfahrzeug von 134000 Euro. Baumann: „Wenn’s mal brennen sollte, ist jeder froh, wenn die Feuerwehr ausrücken kann.“

Lesen Sie auch zum Kreuzungsbau in Ziertheim von Archivar Eugen Zacher: Wie Egau und Riedegau sich künftig kreuzen

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