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06.08.2007

"Das Kind hat einen Schutzengel gehabt und ich auch"

Dillingen Sonntagnachmittag, es ist heiß, hunderte von Sonnenhungrigen und Wasserratten bevölkern das Dillinger Eichwaldbad. Schwimmmeister Jürgen Krebs (44) macht seine Runde. An der Pergola auf der Nordseite des Nichtschwimmerbeckens bleibt er stehen, schaut kontrollierend ins Becken. Plötzlich sieht er auf der Oberfläche ein Kind regungslos im Wasser, Arme und Beine ausgestreckt. "Es hat ausgesehen, als wolle es tauchen", sagt Krebs gegenüber der Donau-Zeitung.

Doch als er keine Bewegung erkennen kann, hechtet er samt Kleidung sofort ins Wasser, erreicht das Kind im selben Moment, als eine Frau es - offensichtlich ebenfalls aufmerksam geworden - am Arm hält. Er zieht das dreijährige Mädchen bewusstlos aus dem Wasser, hält es wie ein Baby an seinen Oberkörper, klopft ihr leicht auf den Rücken und das Kind erbricht mit flimmernden Augen einen ganzen Schwall Wasser.

Kind ist wohlauf

Schnell ist die Rettungsleitstelle verständigt, die Wasserwacht zur Stelle, ein Notarztwagen mit Rettungssanitätern kümmert sich um das Kind.

Da der Notarzt bei einem Unfall unabkömmlich ist, entscheidet die Leitstelle den Einsatz eines Rettungshubschraubers, um das Mädchen nach Augsburg zu fliegen. Wie die Dillinger Polizei gestern auf Anfrage bestätigte ist es wohlauf und wird wohl keine körperlichen Schäden davontragen.

Jürgen Krebs, der seit 23 Jahren als Schwimmmeistergehilfe Dienst bei den Donau-Stadtwerken tut, sagt rückblickend: "Das Kind hat einen Schutzengel gehabt und ich auch." Denn leider sehen die Schwimmmeister nicht immer rechtzeitig, wenn ein Badegast in Gefahr ist. So verstarb im Eichwaldbad vor zwei Jahren ein kleines Kind bei einem Badeunfall. Krebs appelliert an die Badegäste, besonders auf kleinere Mitschwimmer zu achten. Er betont: "Es ist sehr viel Glück dabei, zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle zu sein."

Das war Jürgen Krebs, selbst Vater zweier Kinder, gestern schon wieder: Ein etwa fünfjähriger Bub wurde von ihm aus dem Becken gezogen, nachdem dieser massiv Wasser geschluckt und Probleme hatte, sich über der Wasseroberfläche zu halten.

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