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Kreis Dillingen

15.02.2018

Das Müllfasten beginnt

Das passiert, wenn man beim Einkaufen nicht aufpasst: Ein Berg von Abfall entsteht bereits bei einem ganz gewöhnlichen Tageseinkauf.
Bild: Berthold Veh

Unsere Zeitung gibt in den kommenden Wochen Tipps, wie sich Abfall vermeiden lässt. Auch unsere Leser sind gefragt. Die Serie beginnt mit einem Test beim Einkaufen.

 Lange war das Thema etwas im Hintergrund, jetzt hat es neue Brisanz gewonnen: das Problem mit dem (Plastik)-Müll. Er verrottet nicht – und die Ozeane quellen von diesen Hinterlassenschaften über. Zudem gibt es eine weitere Verschärfung. China, der bisher größte Müll-Importeur der Welt, hat zum 1. Januar ein Einfuhrverbot für Abfälle aus dem Ausland verhängt. Angesichts dieser Problemlage haben wir uns in der beginnenden Fastenzeit zu einem Müllfasten entschlossen. Dabei gibt es in loser Folge bis Ostern Tipps zur Müllvermeidung, aber auch Informationen zur Müllabfuhr im Gebiet des Abfallwirtschaftsverbands (AWV) Nordschwaben.

Das Müllfasten fängt beim Einkauf an. Wir haben uns eine Einkaufsliste geschrieben – und in etwa gleiche Produkte eingekauft. Nur hat der eine, für unseren Versuch, auf konventionelle Weise das Einkaufscenter besucht und eine Menge Verpackung mit nach Hause getragen, während die Kollegin beim Einkaufen darauf geachtet hat, Müll möglichst zu vermeiden. Schon bei diesem Versuch war der Unterschied beachtlich, wie auf den Fotos zu sehen ist.

Plastikfreier Wocheneinkauf im Supermarkt: Beim Obst und Gemüse geht’s los. Die Orangen im Netz bleiben ebenso liegen wie der biologische Fenchel, die Bio-Karotten, -Paprika und -Tomaten in der Plastikverpackung. Offen gibt es das Gemüse ebenso wie Zwiebeln, Knoblauch, Äpfel und Zitronen nur konventionell angebaut. Gurke und Salat fallen an diesem Tag ganz flach – beide sind nur plastikumrundet zu erhalten.

Für morgen ist eine Lasagne geplant. Während die Nudelblätter in reinem Karton verpackt im Regal stehen, gibt’s bei der Tomatensoße mehrere Möglichkeiten: die Variante in der Glasflasche (die später entweder in den Glascontainer wandert oder bis zum herbstlichen Safteinkochen im Keller wartet) und die offenen Tomaten zum selbst einkochen. Milch und Mehl für die Bechamel-Soße sind leicht zu finden: Ersteres in der Pfandflasche, letzteres in reinem Papier verpackt. Gewürze habe ich noch getrocknet zuhause, die finden sich im Supermarkt ebenfalls hauptsächlich in Kombination mit Plastik. Fürs Hackfleisch und den Parmesan geht’s jetzt Richtung Fleisch- und Käsetheke. Als ich meine Tupperdose über die Ladentheke reichen will, wehrt mein Gegenüber sofort vehement ab. Mitgebrachte Behälter seien laut Gesetz strengstens verboten.

Ob das auch auf dem Wochenmarkt so ist? Ein Versuch wird’s zeigen. Der „Käse-Mann“ aus dem Allgäu könne mir den Käse am Stück durchaus aufgespießt über die Theke reichen, parallel dazu hält er allerdings einen ausführlichen Vortrag über die Vorzüge seiner Verpackung – ein mit einer dünnen Plastikschicht angereichertes Papier. Wochenlang sei der Käse damit – frei von Schimmel – im Kühlschrank haltbar. Beim Hackfleisch quer über die Theke wird’s schwierig. Da bleibt dann wohl nur, das Fleisch am Stück zu kaufen und zuhause durch den Fleischwolf zu drehen.

Das Fazit eines zeitintensiven Einkaufs: Lebensmittel in plastikfreier Verpackung sind oftmals teurer und schwerer zu finden. Beim Obst und Gemüse gilt’s Einschränkungen hinzunehmen und das Kochen wird aufwendiger. Dafür hätten’s die wesentlichen teuerer „Feuerbällchen“ zum Anzünden des Kamins nicht gebraucht – denn Papier und Kartonagen fallen beim Auspacken zuhause noch genug an.

Diplom-Biologin Ingetraud Wohlfahrt vom AWV Nordschwaben informiert im Rahmen dieser Serie, wie sich Müll vermeiden lässt. Die Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit erklärt zudem, wie die Sammelsysteme des Müllverbands funktionieren. Aber auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, sind gefragt. Welche Tipps haben Sie für das Müllfasten? Die Antworten schicken Sie per Mail mit dem Stichwort Müllfasten an die Adresse redaktion@donau-zeitung.de oder redaktion@wertinger-zeitung.de. Natürlich können Sie uns auch auf dem Postweg erreichen: Redaktion Donau-Zeitung, Große Allee 47, 89407 Dillingen oder Redaktion Wertinger Zeitung, Marktplatz 6, 86637 Wertingen. "Kommentar

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