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Gastspiel

24.02.2015

Das Musical als Lebenshilfe

Die „Broadway-Musical-Gala“ beim Kulturring-Abend im Stadtsaal

Die gegenwärtige Grippewelle riss keine Lücken in die Reihen der Abonnenten, als die Konzert- und Gastspieldirektion Bentz mit der „Broadway-Musical-Gala“ zu einem Spaziergang durch die Welt des Musicals einlud. Der Stadtsaal war bei dieser Kulturring-Veranstaltung nahezu ausgebucht.

Die rasche Folge musikalischer Hits gab den Zuschauern Gelegenheit, über die Erfolgsursachen dieser Art von Musiktheater nachzudenken. Das Bekenntnis zur traditionellen Harmonielehre, die Verarbeitung einfacher, aber eingängiger Melodien, die Romantisierung von Menschheitsmärchen, die scheinbare Lösung von Lebensproblemen durch Rhythmus, Schwung und musikalischer Emotion haben dem Musical eine fast 100-jährige Popularität gesichert.

Das Bentz-Ensemble stillte die Lust am Wiedererkennen mit professionellen Mitteln. Auf ein Bühnenbild war aus Einsparungsgründen verzichtet worden, sodass der optische Teil der Broadway-Atmosphäre in der Fantasie der Zuschauer entstehen musste. Dafür aber wechselte das Darsteller- und Sängerteam ständig die Kostümierung. Elegante Roben, petticoatgestützte Kleidchen, durchlöcherte Jeans und Aussteigerklamotten signalisierten das Milieu oder die Entstehungszeit des jeweiligen Evergreens.

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Zusammen mit der Live-Band unter Leitung von Rudolf Sterzinger sorgten die Gesangssolisten für schönen Klangzauber. Alexandra Bentz, Dorothea Streich, Oliver Morschel und Kristof Kenzel bewältigten mit müheloser Souveränität die kontrastierenden Schattierungen der einzelnen Songs. Die vokale Differenziertheit diente sehr wirksam dem illusionistischen Spiel mit tragischem Ernst und lebensfroher Heiterkeit. Wenn die Stimmgewalt bis zu Fortissimo-Gipfeln gesteigert wurde, konnte sich der Zuschauer allerdings fragen, ob dieses klangliche Wunder ein Ergebnis goldener Kehlen oder einer perfekten Tontechnik war.

Die Kulturring-Freunde genossen offensichtlich die Reise durch das Wunderland der Musicals. Die kaum verblassten Melodien aus „Cabaret“, „My Fair Lady“, „Cats“, „Evita“, „Mamma Mia“, „Phantom der Oper“, „Die Schöne und das Biest“, „Elisabeth“ und „Tanz der Vampire“ veranlassten die Besucher immer wieder zu rhythmischer Klatschbegleitung. Vorübergehend entfernte sich das Ensemble unter der Regie Lothar Kunstmanns vom Broadway und ließ mit den Hits „Ich war noch niemals in New York“ und „Aber bitte mit Sahne!“ Udo Jürgens feiern. Wenn die musikalische Losung „Always Look on the Bright Side of Life!“ ausgegeben wurde, erwies sich der Musical-Abend sogar als praktische Anleitung zur Lebensbewältigung. Und am Schluss wurde dem Publikum in schöner Klarheit eine Bewertung des Abends empfohlen, als das Darstellerteam den Abba-Dauerbrenner „Thank You for the Music“ prächtig aufglühen ließ.

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