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Dillingen

10.01.2020

„Das Paul“ in Dillingen macht dicht

Kurz vor Weihnachten wurde das Café „Das Paul“ im wiederbelebten ehemaligen Kaufhaus in der Dillinger Kapuzinerstraße geschlossen. Das Unternehmen Salzmann und Paul ist insolvent.
Foto: Berthold Veh

Plus Gut ein Jahr nach dem hoffnungsvollen Start des Cafés im Dillinger Zentrum ist das Unternehmen Salzmann und Paul insolvent. Die Geschäftsführerin nennt die Gründe.

Bei der Wiederbelebung des ehemaligen Kaufhauses im Dillinger Zentrum hatte „Das Paul“ den Anfang gemacht. Ende Oktober 2018 eröffnete dort Laura Salzmann mit ihrem Bruder Joschua eine Bäckerei, ein Café und ein Restaurant. „Das Paul“ kam an, Gäste lobten das stylische Ambiente, das Essen und den Service.

Der Start war hoffnungsvoll

Doch nach einem hoffnungsvollen Start hat Geschäftsführerin Laura Salzmann nach gut einem Jahr die Reißleine gezogen und Insolvenz ihres Unternehmens Salzmann und Paul angemeldet. Noch vor Weihnachten schloss „Das Paul“. Und an eine Wiedereröffnung des Cafés ist zur Stunde nicht zu denken. „Das Paul wird geschlossen bleiben“, sagt Laura Salzmann. Und das, obwohl der vorläufige Insolvenzverwalter Christian Plail von der Kanzlei Schneider, Geiwitz und Partner in Augsburg Versuche unternommen hat, das Café weiterzuführen. Doch dazu wird es jetzt nicht kommen.

"Die Kosten waren zu hoch, der Umsatz zu niedrig"

Geschäftsführerin Laura Salzmann nennt auf Anfrage die Gründe für das Scheitern. „Die Kosten waren zu hoch, der Umsatz zu niedrig“, sagt die Unternehmerin. Das Café und das Restaurant seien an den Wochenenden sehr gut gelaufen. „Da war es meistens voll“, berichtet Salzmann. Doch unter der Woche hätten zu wenige Gäste bei „Salzmann und Paul“ frühstücken und Mittag essen wollen. Bereits im Sommer habe sie versucht, das Blatt zu wenden. Vergeblich. Mitte Dezember habe es sich plötzlich angedeutet, dass „Das Paul“ nicht zu retten sei. Und deshalb habe sie auf den Rat eines Experten hin die Entscheidung getroffen, den Insolvenzantrag zu stellen. Von der Pleite sind fünf festangestellte Mitarbeiter und etwa 20 Minijobber betroffen. Nach Informationen unserer Zeitung ärgern sich einige Kunden, weil sie ihre Gutscheine nicht mehr einlösen können. In den Bäckereifilialen ihres Vaters Jürgen Salzmann sei dies nicht möglich, erläutert Laura Salzmann. Diese seien ein anderes Unternehmen.

Es gab kein Personal für die Küche

Der vorläufige Insolvenzverwalter hätte Salzmann und Paul, wie „Das Paul“ zuletzt hieß, bis zur Insolvenzeröffnung weiterführen wollen, informiert Sachbearbeiter Johannes Zuber von der Kanzlei Schneider, Geiwitz und Partner auf Anfrage. „Es gab aber kein Personal für die Küche, wir fanden keinen Koch“, erläutert der Diplom-Kaufmann. Ein Problem, mit dem mehrere Gastronomie-Betriebe in der Region zu kämpfen haben. Deshalb sei der Geschäftsbetrieb im Café, Restaurant und Bäckereiladen am 23. Dezember eingestellt worden. Salzmann und Paul werde geschlossen bleiben. Geschäftsführerin Salzmann ist konsterniert. „Ich weiß nicht, wie es weitergeht“, sagt sie. Gespräche mit dem Verpächter, der Firma Rinkenburger Objektbau, habe sie noch nicht geführt.

Kunz bekundet seinen Respekt

Dillingens Oberbürgermeister Frank Kunz sagt, er bedauere die Entwicklung. Ihm habe es gefallen, dass junge Leute etwas gewagt und angepackt haben. „Ich habe Respekt vor jedem Unternehmer, der unsere Stadt beleben will“, betont Kunz. Das Angebot bei „Salzmann und Paul“ sei gut und die Atmosphäre angenehm gewesen. Aber als Unternehmer trage man immer auch das Risiko, dass etwas nicht funktioniere. Er wünsche der Familie Salzmann für die Zukunft alles Gute. Kunz sagt: „Ich hoffe, dass diese wichtige Stelle für die Innenstadt wiederbelebt werden kann.“ Der Bayerisch-Hof-Platz gehöre der Stadt. „Wir würden ihn gerne wieder für die Gastronomie verpachten“, erläutert der Oberbürgermeister. Es sei sehr schön, im Sommer dort draußen zu sitzen. Die Räume im wiederbelebten Paul und der Bayerisch-Hof-Platz, so glaubt Kunz, seien gut geeignet für die Gastronomie. Diese wiederum bringe Leben in die Stadt.

Was kommt jetzt ins Gebäude?

Geschäftsführer Thilo Rinkenburger von Rinkenburger Objektbau informiert, dass es angesichts der Ferienzeit noch keine Gespräche gegeben habe. Natürlich habe sein Unternehmen Interesse, dass an diesem zentralen Ort in Dillingen weiter etwas passiert. „Ob das dann Handel oder Gastronomie oder etwas anderes sein wird, ist derzeit noch offen“, erläutert Thilo Rinkenburger. Die anstehenden Gespräche würden in alle Richtungen geführt.

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