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29.06.2009

Das Schloss "im Rausch der Sterne"

Höchstädt Es ist eine Ausstellung im Höchstädter Schloss, die viele Entdeckungen liefert. Beispielsweise, dass der Künstler Josef Madlener (1881 bis 1967) den Schriftsteller John R. R. Tolkien nicht nur zu seinem Zauberer Gandalf in "Der Herr der Ringe" inspiriert hat. Bei der Vernissage der Schau am gestrigen Sonntag verdeutlicht Professor Dr. Joseph Kiermeier-Debre, dass sich Madlener aus dem Memminger Stadtteil Amendingen als zweiter Vincent van Gogh fühlte. So gibt es Aufzeichnungen des Künstlers von einer spiritistischen Sitzung aus dem Jahr 1935, in der sich van Gogh bei ihm gemeldet habe …

Etwa 200 Werke Madleners laden bis zum 25. Oktober im Höchstädter Schloss zu einer Entdeckungsreise ein. Gestern hat Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert die Schau "Im Rausch der Sterne - Josef Madleners phantastische Bilder" eröffnet. Es ist ein Rausch der Farben. Der Versprecher des Festredners und Madlener-Nachlassverwalters Dr. Kiermeier-Debre "Im Rausch der Sinne" trifft den Nagel auf den Kopf.

Die Ausstellung des Bezirks Schwaben zeigt die Entwicklung des Memmingers vom Naturkünstler zum malenden Metaphysiker. "Der Schäfchenmaler von einst wandelt sich zum Maler des Transzendenten, der Sterne", sagt Reichert bei der Eröffnung. Der Bezirkstagspräsident dankt unter anderem Gesamtprojektleiterin Mathilde Wehrle, Ausstellungsmacher Ralph Musselmann und dem Leiter der Memminger MEWO-Kunsthalle Kiermeier-Debre, der die Bilder als kostenlose Leihgabe zur Verfügung gestellt hat. Bürgermeisterin Hildegard Wanner lobt den Bezirk, der Schloss Höchstädt wiederum zum Mittelpunkt einer sehenswerten Ausstellung gemacht habe.

Traumhafte Musik zu den fantastischen Bildern, die im Rittersaal auf Leinwand präsentiert werden, spielt das Trio "age of harp". Professor Kiermeier-Debre hat seinen Madlener-Vortrag unter den Titel "Vom romantischen Naturalisten zum mytho-poetischen Magier" gestellt. Der Memminger sei nie ein Auftragsmaler der Kirche gewesen, obwohl er ständig den Himmel malte. In der Tat schauen Sterne und Planeten im Spätwerk Madleners wie Feuerwerke aus. Der Professor zieht eine Parallele zu den ersten Astronauten, die nach ihrer Mondfahrt mit der Seele nicht mehr richtig zur Erde zurückkamen. Dr. Kiermeier-Debre: "Josef Madlener flog auf seine Weise auch zum Mond und kam wie die Moonwalker nie zurück." Im Übrigen sei der Amendinger alles andere als ein Blut- und Bodenmaler gewesen. In seinen Skizzenbücher habe Madlener Hitler mit hasserfülltem Blick gezeichnet. Am Ende gibt es lang anhaltenden Beifall. Und eine erstklassige Resonanz bei den ersten Besuchern der Schau.

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