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Dillingen

30.11.2020

Das erste Kino-Konzert in Dillingen ist ein voller Erfolg

Sarah Straub und Jo Barnikel genossen den Abend und ihren Stream-Auftritt im Kino sehr. Erstmals fand solch eine Veranstaltung statt.
Bild: Buk-Kluger

Plus Sarah Straub spielt live vor dem roten Vorhang – und unterstützt damit auch das Filmcenter Dillingen. So ist es, wenn sich das Dilli in einen Konzertsaal verwandelt.

„Heute hier, morgen dort“. Diesen Song von Hannes Wader singt Sarah Straub gegen Ende ihres Streaming-Konzertes am Sonntag im Filmcenter Dillingen, neben eigenen Songs wie dem aktuellen „Mein Glück“ oder von ihr interpretierten Liedern von Konstantin Wecker. Und es spricht damit auch irgendwie die Sehnsucht aus ihr, die sie mit vielen anderen Künstlern derzeit teilt: Endlich wieder auf einer Bühne vor Publikum spielen. Wann das wieder möglich sein wird, weiß niemand. Doch an diesem ersten Adventstag wird das Dillinger Kino für mehrere Stunden zur Konzertlocation, in der zwar kein Live-Publikum anwesend ist, aber live 90 Minuten via Stream auf Facebook und Co. der Auftritt der Gundelfinger Singer-Songwriterin zusammen mit Pianist Jo Barnikel ausgestrahlt wird.

Dazu wurde aus dem Dilli 2, mit Scheinwerfern ausgeleuchtet, die Bühne, die Leinwand fungiert als Bühnenbild, auf der unter anderem Bilder eines Zuschauerbereiches von einst gut besuchten Konzerten eingeblendet werden. Und aus dem Dilli-3-Saal ist der Backstage-Catering Bereich geworden. „Saal 1 dient als Chill-out-Bereich und Umkleidekabine der beiden Hauptpersonen“, sagen die Betreiber Claudia Mayr und Andreas Penthaler. Die Kinomacher haben längst befürchtet, dass weniger Besucher in die Kinos dürfen und haben bereits vor Monaten über Streaming-Alternativangebote nachgedacht, wie sie erzählen. Als die neuerliche Schließung der Filmtheater kam, war es ein Wink des Schicksals, dass just am letzten Abend mit Vorführung Sarah Straub in Dillingen zu Gast war und dies auch auf ihren sozialen Medienkanälen mitteilte. „Ich ging dann die Tage darauf, erst über Facebook auf sie zu und machte ihr das Angebot, bei uns ein Streamingkonzert zu geben“, erzählt Mayr.

Damit die Kulturbranche überlebt

Und die Künstlerin war sofort Feuer und Flamme. Da Straub über die nötigen Beziehungen verfügt, war auch für die Technik gesorgt. „Wir sind dem ganzen Team dafür sehr dankbar. Alle haben sich so reingehängt, bereits eine Woche zuvor Bilder und Filme in den leeren Sälen produziert, die während der Übertragung in den Stream im Hintergrund eingefügt werden“, so die Sängerin.

Die Menschen spenden

Auch über die Bereitschaft der Zuschauer, online tatsächlich Kinokarten zu kaufen, sind die beiden Dillinger Cineasten begeistert. Linda Wiener, Sarahs Managerin, fügt hierzu an: „Es ist wichtig, dass die Nutzer noch mehr erkennen, dass sich die Situation seit dem Frühjahr für alle Kulturschaffenden – ob vor oder hinter der Kamera – dramatisch verschlechtert hat. Tatsächlich ist daher meine große Bitte, obwohl es keine Idealsituation für niemanden, auch nicht für die Konzertfans ist: Es ist unbedingt notwendig, dass Soloselbstständige und Veranstalter in der Kulturbranche überleben können. Und leider ist das derzeit der einzige Weg, um Geld zu verdienen. Es wäre toll, wenn die Menschen weiterhin Kultur erhalten, indem sie zuschauen und bereit sind, etwas zu spenden.“

Das Dilli ist die Umkleidekabine

Damit der Abend für alle unvergesslich bleibt, haben Gerold Foltan (GFL Media) und sein Veranstaltungstechniker Michael Brugger, mehrere Stunden im Vorfeld die Ton- und Bildregie aufgebaut, Kabel verlegt und akribisch alles vorbereitet. Während des Konzertes kam noch die Ton-Bildmischung sowie die Steuerung der Kameras hinzu.

Claudia Mayr und Andreas Penthaler sowie Fotograf Tom Rueß verfolgten ihrerseits das Konzert über Leinwand im Dilli 3. „Heute war ich fürs Versorgen der Crew zuständig, jetzt läuft alles und ich genieße das“, so Claudia Mayr glücklich über das Event in ihrem Haus. Sehr zufrieden waren auch die beiden Hauptprotagonisten, die sich einfach nur freuten, dass sie gemeinsam Musik machen konnten. „Wir hatten wahnsinnig viel Spaß und den ganzen Nachmittag schon geprobt, einfach gespielt. Gespielt, weil es einfach so schön ist, zu zweit zu spielen“, so Sarah Straub.

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