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Geschichte

09.07.2011

Das ganze Dorf ist auf Achse

Überall in Glött werden noch letzte Handgriffe für das große Fest vorgenommen. Die Vereine sorgen in Hütten wie diesen für das leibliche Wohl der Gäste.
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Überall in Glött werden noch letzte Handgriffe für das große Fest vorgenommen. Die Vereine sorgen in Hütten wie diesen für das leibliche Wohl der Gäste.
Bild: Fotos: Daniel Hassolt

In Glött findet vom 14. bis 18. Juli das historische Fest statt

Glött Mühlsteinbauer, Korbflechter, Spinnerinnen – das alles sind Berufe, die heute fast in Vergessenheit geraten sind und nur noch wenige Menschen ausüben. Doch vom 14. bis 18. Juli werden diese und viele weitere beim historischen Fest in Glött wieder lebendig. Ein abwechslungsreiches Programm erwartet die Besucher.

Friedrich Käßmeyer, Bürgermeister von Glött, ist für die Organisation zuständig. „Die meisten Arbeiten sind jetzt langsam abgeschlossen. Nun wird dekoriert, um alles noch gemütlicher zu machen“, sagt Käßmeyer. Bislang sei alles ohne größere Zwischenfälle und reibungslos abgelaufen. „Fast jeder Erwachsene im Ort ist in irgendeiner Weise beteiligt.“ Insgesamt seien es rund 600 Helfer, einige Vereine hätten sogar auf Auswärtige als Unterstützer zurückgegriffen, erklärt der Bürgermeister.

Bei dem fünftägigen Fest ist für jeden Geschmack etwas geboten: Altes Handwerk wird vorgestellt, Serenaden bilden das kulturelle Highlight. Sogar ein Ritterturnier mit sechs Turnierpferden wird auf der Brühlwiese stattfinden. „Ein weiterer Höhepunkt ist der Festumzug am Sonntag, bei dem wir die Geschichte wieder aufleben lassen. 140 Zugnummern und 60 Pferdegespanne werden teilnehmen“, so Käßmeyer. Zudem finden täglich Führungen mit dem Titel „Auf den Spuren der Fugger in Glött“ statt. Auch für die Jüngsten wird mit einem Kinderprogramm bestens gesorgt. Käßmeyer zeigt sich vom Einsatz aller Beteiligten begeistert: „Vor allem unsere Rentner leisten beim Aufbau gerade Großes.“

Das ganze Dorf ist auf Achse

Auch Familie Günther aus Glött ist beim Fest tatkräftig vertreten. Georg Günther ist mit dem Geflügelzuchtverein dabei, seine Frau Elfriede hat den Sitzungssaal im Rathaus mit ihren Puppen in mühevoller Detailarbeit dekoriert.

Mit kreativem Auge 50 Puppen in Szene gesetzt

Rund 50 Exemplare, die sie selbst hergestellt hat, sind dort liebevoll arrangiert. Als der Bürgermeister mit der Idee auf sie zukam, habe sie sofort zugestimmt. „Vor knapp drei Wochen habe ich dann mit dem Einrichten angefangen. Jetzt geht es noch ans Dekorieren. Das macht mir immer am meisten Spaß, da erst die Deko und die richtigen Gewänder alles vollkommen machen“, so Günther. Alle Kleider im historischen Stil hat sie eigens genäht, die Puppen sogar selbst bemalt und abgeschliffen. „Die Rohlinge lasse ich von einer Firma gießen, dann bearbeite ich sie.“ Kreativ sei sie schon immer gewesen. Als Arbeit empfinde sie ihre Tätigkeit aber nicht. Ihr mache es einfach Spaß. Andere Leute nähen und Puppen seien eben ihr Hobby: „Manchmal packt mich einfach das Fieber und dann fahre ich noch mal schnell mit dem Rad ins Rathaus, um noch eine Kleinigkeit anzubringen“, sagt Günther und lacht.

Die letzten Handgriffe wird sie wohl einen Tag vor Beginn des Festes anlegen. „Am Anfang habe ich schon einen riesigen Berg Arbeit vor mir gesehen und mir gedacht – ‘nie wieder’. Aber jetzt sehe sie, dass sich der ganze Aufwand gelohnt habe. Und sie sei zuversichtlich, dass es toll wird. Man dürfe eben niemals nie sagen, sagt Günther.

Eintritt: Alle Tage zusammen kosten beim historischen Fest in Glött fünf Euro. Lediglich das Ritterturnier muss extra bezahlt werden. Kinder mit einer Größe bis 1,40 Meter haben freien Eintritt.

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