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Peterswörth

20.08.2019

Das kleine Asia-Eck in Peterswörth

Erna Feldengut steht an der Haustür. Von dort aus hat sie den perfekten Blick auf ihre asiatische Ecke mit Buddha und Pagode.

Erna Feldengut hat einen „etwas anderen“ Garten. Wenn sie morgens aus dem Haus kommt, denkt sie 25 Jahre zurück.

Hinter der hohen Hecke ist es kaum zu sehen. Dennoch betreten durchaus Fremde auf dem Weg zur Donau das Peterswörther Privatgelände. Denn hinten links im Eck, da steht etwas Besonderes: die China-Ecke von Erna Feldengut. Ein roter, asiatischer Ahorn, Funkien, Bambus und Sukkulenten rahmen einen Elefanten, eine Schildkröte und einen Buddha ein. Eine Pagode schimmert durch das hohe Gras. „Meine Urenkel, Zwillinge, streicheln immer den sitzenden Buddha“, sagt Erna Feldengut und lacht. Die Figur hat sie von ihrer Turngruppe bekommen. Seit mehr als 50 Jahren leitet Feldengut die Truppe an (Lesen Sie dazu unser Porträt "Turne bis zur Urne"), sie geht ins Fitnessstudio und pflegt ihren Garten. „Mir tut danach alles weh, aber ich mache es so gern“, sagt die 79-Jährige.

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Eine Reise wie ein Sechser im Lotto

Die Asienecke bedeutet der sportlichen Seniorin sehr viel, aber sprechen möchte sie darüber nicht. Nur so viel verrät sie: Vor 25 Jahren bereiste Erna Feldengut mit einer Gruppe Asien. Die Eindrücke von damals haben sie nie mehr losgelassen. Und als drei große Bäume vor dem Haus wegmussten, entstand danach eine Ecke, die sie an die Erlebnisse damals erinnert. Von der Haustür aus hat sie direkt den Blick darauf. „Die Reise damals war wie ein Sechser im Lotto. Sie macht mich heute noch glücklich“, sagt die fünffache Oma und strahlt.

Versteckt hinter einer großen Hecke liegt diese wunderschöne Anlage. Am Rande von Peterswörth erinnert die Ecke ihre Besitzerin immer an eine ganz besondere Reise.

Sukkulenten trennen das besondere Viertel vor dem Haus vom Weg, der nach hinten in den Garten führt. Dort hat die fitte Rentnerin einen kleinen Steinhaufen zusammengestellt. Die begeisterte Wanderin und Bergsteigerin hat sich von überallher Steine mitgebracht. Und im Garten aufgeschichtet. Pilze wachsen aus dem Fuß der Steine, die auf einem Baumstumpf stehen. Darüber hängen die Äste einer Latsche. „Ich wollte immer Eidechsen. Stattdessen kam da jetzt eine große, wunderschöne Schlange da herausgekrochen.“ Immerhin nicht giftig, ergänzt die passionierte Gärtnerin.

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Erstmal wurden Kartoffeln gepflanzt, das hatte einen besonderen Grund

Vor rund 60 Jahren hatte sie mit ihrem Mann das Haus am Rand von Peterswörth gebaut und bezogen. Aus dem späteren Garten wurde erst mal ein Kartoffelacker. „Es hieß, Kartoffeln lockern den Boden auf. Also haben wir sie angebaut.“ Ein einziges Mal habe sie das Feld betreten, erzählt die Rentnerin und muss bei der Erinnerung lachen. Denn auch da tauchte eine Schlange auf. „Ich bin danach nie mehr auf den Acker.“ Parallel dazu wurde unter anderem ein Ginkgo eingepflanzt. Feldengut ist sich sicher, dass es einer der ältesten seiner Art im Landkreis Dillingen ist.

Als Wiebke kam und die Bäume mitnahm

Einst standen viel mehr Bäume im Garten. Dann tobte Sturm Wiebke über Deutschland und riss neun Bäume von Familie Feldengut weg. Nur der Ginkgo und eine Hemlocktanne blieben übrig. Doch aus jedem Stumpf ist etwas Neues geworden. Sei es in der Asienecke, als Steinhaufenbasis oder Kunstwerk: Hinter dem Ginkgo verbirgt sich eine Emphore. Die hat der Enkel aus einem weiteren Stumpf geschnitzt.

Von China bis in die Toskana

Der Garten ist zu den Nachbarn hin offen. Dort wohnt Feldenguts Tochter mit Familie. Hinter der Garage baut die Seniorin Kartoffeln, Rote Beete, Tomaten, Rettich, Gurken und Bohnen an. Ein Apfel- und ein Haselnussbaum ergänzen das kulinarische Angebot. Vor der Garage dann die sogenannte „Toskana“: Eine rote Kamelie, ein Feigen-, Oliven-, Buchs- und Zitronenbaum wachsen dort, zumeist in Töpfen, eingelassen zwischen Rindenmulch. An der Garage selbst rankt sich eine Rose hoch, davor wachsen Taglilien. Der Weg führt weiter zurück zur Straße. Links ist alles voller Blumen. „Meine Hosta ist mein ganzer Stolz, die liebe ich“, schwärmt Erna Feldengut. In wenigen Tagen wird sie 80 Jahre alt. Das Bergsteigen ist ihr Leben, sie hat schon wieder eine Tour im Kopf. „Ich fühle mich nicht so alt, wie ich bin“, sagt sie, und zupft ein paar herabgefallene Blätter vom Weg, legt sie in ihren Eimer und packt die Gartenschere wieder oben drauf. Die Zeit läuft: Bald beginnt das Turnen. „Und heute möchte ich ein Zirkeltraining machen, da muss ich noch etwas aufbauen“, sagt Feldengut und verabschiedet sich.

Sie haben auch einen tollen Garten? Dann melden Sie sich bei uns. Wir stellen den ganzen Sommer über kleine Paradiese vor. Das können auch ein Balkon, ein Winter- oder ein Schrebergarten sein. Telefon: 09071/7949-12, E-Mail an redaktion@donau-zeitung.de

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