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Ortsumfahrung Höchstädt

15.03.2016

Deisenhofen stimmt dagegen

Deisenhofen wehrt sich gegen die Pläne für die Höchstädter Ortsumfahrung
Bild: Bronnhuber

Die Stadt Höchstädt hat eine Stellungnahme erarbeitet. Das Umland auch

Auf fünf DIN-A-4-Seiten steht es schwarz auf weiß: Was Höchstädt will und was nicht. Knapp eine Viertelstunde braucht Bürgermeister Stefan Lenz, um alles vorzulesen. Dann lässt er abstimmen – es gibt keine Wortmeldungen, keine Fragen sind mehr offen. Zumindest an diesem Montagabend. Der Stadtrat Höchstädt beschließt bei seiner Sitzung eine Stellungnahme zur B16-Ortsumfahrung Höchstädt im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens, das derzeit läuft. „Wir haben dieses Papier gemeinsam in den Fraktionssitzungen entworfen. Wir haben uns sehr viel Arbeit gemacht, damit wir allen Anliegen gerecht werden. Besonders viel Wert haben wir dabei auf die Belange der Landwirtschaft, der Naherholung und des Naturschutzes gelegt“, sagt Lenz.

Und trotzdem gibt es zwei Gegenstimmen: Die Deisenhofener Stadträte Armin Hopfenzitz und Johann Jall voten dagegen. Mehr noch: Eine individuelle Stellungnahme der Umlandfraktion – von allen fünf Stadträten – wird mit der Stellungnahme der Stadt bei der Regierung von Schwaben eingereicht. Offiziell verlesen werden am Montag nur die Anliegen der Stadt Höchstädt – die sieben DIN-A-4-Seiten des Umlands liegen in den Unterlagen bei. Und darin werden im Detail sämtliche Nachteile der geplanten Nordtrasse für den Stadtteil Deisenhofen beschrieben. Unter anderem ist zu lesen: „Eine Realisierung der Nord WSG Trasse wäre für Deisenhofen die einschneidenste Maßnahme seiner Geschichte. Sie würde den Lebensraum und die Lebensqualität für den Ort und auch für den Nachbarort Mörslingen auf Generationen hin nachhaltig zerstören. Der Ort wäre südlich, westlich und nördlich von einer Bundesstraße auf Dammlage umschlossen.“ Wesentliche Gründe, warum das Umland die B16-Ortsumfahrung in der geplanten Vari-ante ablehnt, werden wie folgt untergliedert: mangelnde Verkehrssicherheit, negative Auswirkung auf die Lebensqualität, Wertverlust von Grundstücken/Immobilien, zu viel Landverbrauch/Zerstörung bester Böden und bestehender Agrarstrukturen, nicht schlüssige Kosten-Nutzen-Relation, Durchschneidung Wasserschutzgebiet und Missachtung HQ-100-Gebiet. Das Fazit der Umlandfraktion: Eine Neubetrachtung der Bahntrasse tief ist notwendig. Im Falle, dass dies jedoch nicht passieren sollte, stehen in der Stellungnahme zwölf Verbesserungspunkte für die Nordtrasse, die „zwingend umgesetzt werden müssen, sollte wider Erwarten die Planfeststellungstrasse beibehalten werden“. Angefangen von einer Tieferlegung der Straße, geeigneten Lärmschutzmaßnahmen, Radwegüberführungen, Schaffung ortsnaher Naherholung oder Querungsmöglichkeiten, die für den Begegnungsfall zweier landwirtschaftlicher Fahrzeuge ausgelegt sind. All diese und noch viel mehr Forderungen stehen in der Stellungnahme der Umlandfraktion, die der Redaktion vorliegt. Entscheidend zur Abstimmung ist bei der Sitzung aber das gemeinsam erarbeitete Papier des gesamten Stadtrates.

Bürgermeister Lenz führt aus, dass es das zentrale Anliegen sei, dass es schnellstmöglich zu einer Entlastung komme. Und weiter: „Der B16 kommt vor allem im Landkreis Dillingen eine hohe Verkehrsbedeutung zu, da dieser Landkreis ansonsten frei von Bundesfernstraßen ist“. Die „besondere Situation“ in Deisenhofen sei aber zu berücksichtigen. Zudem hat auch die Stadt Forderungen an die neue Straße. Lärmschutz, Trassenhöhe, Überführungen, Wirtschaftswege, Anbindungen, Dreispurigkeit oder Ausgleichsmaßnahmen spielen unter anderem eine wichtige Rolle. Die Besonderheit in dieser Stellungnahme: Die Forderung, dass parallel zur B16 Planungen für eine Neuregelung des Verkehrs aus Richtung Wertingen veranlasst werden soll – die SPD/FDP trägt diesen Punkt nicht mit.

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