1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Deisenhofener wollen nicht mehr länger warten

Entscheidung

16.02.2016

Deisenhofener wollen nicht mehr länger warten

So könnte die Dorfmitte in Deisenhofen künftig aussehen. Zumindest ist es ein erster Plan für das neue Bürgerzentrum, das nun nach zwei Jahren Wartezeit endlich zur Umsetzung kommen soll. Der Stadtrat hat entschieden, das Projekt mit der Städtebauförderung voranzutreiben. 
Bild: Simone Bronnhuber

Der Höchstädter Stadtrat hat beschlossen, dass das Bürgerzentrum zur Umsetzung kommen soll. Außerdem soll es am Marktplatz kostenlosen Zugang ins Internet geben

Die Stühle im großen Sitzungssaal füllten sich am vergangenen Montag schnell. Nicht nur der Höchstädter Stadtrat war komplett, es waren auch über zwei Dutzend Zuhörer gekommen – bis auf einen waren alle Frauen und Männer aus dem Stadtteil aus Deisenhofen. Und das hatte seinen Grund: Seit circa zwei Jahren steht immer wieder das Projekt Bürgerzentrum Deisenhofen auf der Tagesordnung des Gremiums. Zu einer richtigen Entscheidung ist es nie gekommen. Auch, weil bislang nicht klar war, wer das 1,3-Millionen-Projekt finanziell fördert. Richtig klar ist das zwar immer noch nicht, aber die Räte um Bürgermeister Stefan Lenz haben am Montag trotzdem entschieden. Entschieden, dass das Bürgerzentrum Deisenhofen vorangetrieben werden, es zeitnah zu einer Umsetzung kommen soll – zur Zufriedenheit der Zuschauer.

Für Stadtteilreferent Johann Jall war dieses Votum längst überfällig. Er sagte bei der Sitzung: „Wir Deisenhofener haben eine echte Hängepartie hinter uns. Zwei Jahre warten wir nun schon und haben zig Termine wahrgenommen. Dieser Zustand muss beendet werden. Es gab jetzt eine klare Aussage von der Städtebauförderung, dass sie uns unterstützt, wenn wir uns an die Schritte halten. Deshalb stellen wir auch den Antrag.“ Diese Schritte, die am Montag vom Stadtrat abgesegnet wurden, beinhalten unter anderem die stufenweise Abwicklung der Planung, Nutzungsüberlegungen, Skizzen, alternative Vorschläge, Funktionen, Trägerschaft, Bauherrfunktion, Organisationsschema, Betriebskonzept oder auch einen Zeitplan. Bürgermeister Lenz sagte: „Wir haben zwar von der Städtebauförderung keine klare Zusage, aber wenn wir uns an die Vorgaben halten, setzen wir damit auch ein deutliches Signal und ich denke, dass wir dann auch die finanzielle Unterstützung erhalten.“ Im Raum steht aktuell, dass die Städtebauförderung dann 60 Prozent der förderfähigen Kosten übernimmt.

Sowohl Hans Mesch (FW), Wolfgang Konle (SPD) und Jan Waschke (SPD) lag allerdings im Magen, dass es bislang keine klare Zusage der Städtebauförderung gibt. Mesch: „Ich sehe es ungern, wenn wir uns jetzt reinhängen und dann bringt es nichts.“ Waschke fragte: „Was machen wir, wenn wir fertig sind und die Städtebauförderung zahlt nicht?“ Stefan Lenz sah es pragmatisch: „Dann finden wir eine andere Lösung. Aber die Signale schauen ja gut aus.“

Eine Entscheidung hat das Gremium am Montagabend auch über einen Antrag der SPD-/FDP-Fraktion von 2014 getroffen. Demnach gibt es künftig, vermutlich ab Sommer dieses Jahres, auf dem Marktplatz freien Zugang ins Internet. „Und in diesem Fall bin ich froh, dass wir damit so lange gewartet haben, denn jetzt hat sich gelohnt“, sagte Dritter Bürgermeister Hans Mesch. Denn das Heimatministerium unterstützt die Einrichtung für einen sogenannten Hotspot mit 3000 Euro – eigentlich sogar zwei Standorte. Doch der Stadtrat entschied sich nach kurzer Diskussion vorerst für einen Hotspot. „Dann können wir Erfahrungen sammeln und immer noch nachrüsten“, so Lenz. Wolfgang Konle, der dieses Thema vorangetrieben hatte, verstand diese Haltung nicht. „Wenn wir doch schon zwei Hotspots unterstützt bekommen, sollten wir das doch nutzen. Zumindest können wir ja die technische Einrichtung installieren.“ Einig war sich das Gremium dagegen, dass die vorgeschlagenen 15 Minuten für den freien Zugang ins Internet vom Rathauschef zu wenig sind. Simon Schaller (Junges Höchstädt) sagte: „Wenn ich als Tourist auf den Marktplatz komme und im Internet nach einer Unterkunft suche und dann noch nebenbei ein Eis esse, dann sind 15 Minuten wirklich nicht viel.“ Deshalb können künftig alle, die sich rund um den Marktplatz aufhalten, 30 Minuten kostenlos im Internet der Stadt Höchstädt surfen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren