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11.04.2015

Dem Namen der Stadt guten Klang verschafft

Der ehemalige Kommunalpolitiker, Kirchenpfleger und Vorsitzende des Heimatvereins Lauingen, Max Springer, ist gestorben.
Bild: Archiv Lauingen

Ehemaliger Lauinger Stadtarchivar Max Springer gestorben

Seine feste Stimme hörte man seit Langem nicht mehr bei den Gottesdiensten in der Augustinerkirche. Seine weit ausgreifenden Spaziergänge waren selten geworden, aber für jeden, der ihm dabei begegnete, hatte er immer ein gutes Wort. Über die Maßen hilfsbereit haben viele Max Springer erlebt. Jetzt ist er 92-jährig verstorben.

Für die Kommune hat er sich als Stadt- und Kreisrat eingesetzt, für die Pfarrei als Dekanatsjugendführer schon in den frühen 50er Jahren, später als Kirchenpfleger, der die Baulast – im doppelten Sinn des Wortes – von der Renovierung von St. Martin an lange Jahre hindurch mitgetragen hat. Als Vorsitzender des Heimatvereins hat er den Anstoß gegeben zu zahlreichen geglückten Restaurierungen.

Unschätzbar sind seine Verdienste um die Lauinger Archive, die er mit moderner Technik ausstattete und erschloss und deren Urkundenschatz er mikroverfilmen ließ. Nach seiner Pensionierung bei KHD 1985 lebte er ganz für die Lauinger Geschichte: er verfasste Originalbeiträge zur Lauinger Geschichte, hielt Vorträge und Stadtführungen für Einheimische wie für Gäste. Unvergessen bleiben die vom ihm geleiteten Fahrten des Heimatvereins. Besonders gefragt waren seine Initiative und sein Einsatz beim Stadtjubiläum 1980 und beim Rathausjubiläum 1991. Zu diesen Anlässen gab er auch Publikationen heraus, ebenso Vereinschroniken und Führer durch Lauinger Kirchen, das Rathaus und die Stadt insgesamt. Viele Projekte konnte er nicht mehr zu Ende führen. Auch konnte er nicht mehr sicherstellen, dass die Arbeit im Archiv in seinem Sinne fortgeführt würde. Er selbst gab nämlich bereitwilligst Auskunft, lieferte pünktlich alle erbetenen Beiträge und Beratungsvorlagen, gab selbstlos Ergebnisse seiner Forschungen im Pfarr- und Stadtarchiv an andere weiter. So verschaffte er dem Namen Lauingen einen guten Klang in den Redaktionen der Zeitungen und Verlage, in den Archiven rundherum und in den Verkehrsämtern der „Jungen Pfalz“. Vor allem hatte sich Max Springer die Erinnerung an Albertus Magnus zur Aufgabe gemacht. Aus dem projektierten Albertus-Museum ist dank seiner regen Sammlungstätigkeit und der Zuschüsse des Heimatvereins immerhin eine Albertus-Abteilung in den Museumszellen geworden.

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Man kann kaum ermessen, was dieser uneitle Mann, der es an die Spitze eines mittelständischen Unternehmens geschafft hatte, über seine berufliche Beanspruchung hinaus für die Allgemeinheit geleistet hat, bis ihn seine Erkrankung aus seiner so langen und so nachhaltigen Tätigkeit herausriss.

Pfarrei und Stadt, Heimatverein und die ehemalige Belegschaft von Deutz-Fahr und eine unschätzbare Zahl von Mitbürgern trauern um eine Persönlichkeit, die aus dem Einsatz für andere und der unbedingten Hingabe für die Sache ihre Kraft, ihren Frohsinn und ihre Schaffensziele bezog.

Am gestrigen Freitag wurden die sterblichen Überreste Max Springers in seiner Heimatstadt vor einer großen Trauergemeinde zur letzten Ruhe gebettet. Landrats-Stellvertreter Alfred Schneid sagte abei u.a.: „Dank seiner Leidenschaft zur Geschichte und zum Brauchtum unserer Region hat er sich mit hohem persönlichen Einsatz um Heimatforschung und Heimatpflege verdient gemacht.“

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