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Energie

12.06.2013

Den selbst produzierten Strom speichern

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T. Stuhlenmiller

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau fördert die Anschaffung der Geräte. Interview mit Tobias Stuhlenmiller

Landkreis Seit 1. Mai fördert die Bundesregierung die Anschaffung von Stromspeicher durch die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Was die Besitzer von Fotovoltaikanlagen dabei beachten müssen, wollen sie diese mit einem 24-Stunden-Stromspeicher ausrüsten, erklärt Tobias Stuhlenmiller. Er ist Elektroinstallateur, Diplom-Ingenieur und Geschäftsführer vom gleichnamigen Familienbetrieb in Hennhofen und Lehrbeauftragter an der Hochschule Biberach. Weiter begleitet er wissenschaftliche Projekte in den Bereichen Gebäude und Energiesysteme.

Wie schätzen Sie das neue Förderprogramm der Bundesregierung in Sachen EEG/Stromspeicher ein?

Stuhlenmiller: Das Programm entstand aus der Diskussion um die Kürzungen der Förderungen für PV-Anlagen und war zunächst mit 50 Millionen Euro ausgestattet, dann wurde es auf die Hälfte reduziert. Dieser Topf reicht also für höchstens 8000 Anlagen. Trotzdem zeigt es eine gute Entwicklung an, weil es in der Bevölkerung eine Diskussion darüber entfacht. Die Anschaffungskosten variieren je nach Speichersystem. Ein konventioneller Blei-Batteriespeicher ist die günstigere Variante mit bis zu 8000 Euro Kosten, für einen neuartigen Lithiumspeicher muss ich mit bis zu 15000 Euro rechnen. Wollen Privatnutzer Fördergeld bekommen, müssen sie aber auf einiges Acht geben!

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Das wäre?

Stuhlenmiller: Zum Ersten auf bestimmte Voraussetzungen auf die förderfähigen Fabrikate, die von der KfW vorgegeben werden. Unter anderem muss der Hersteller auf die Batterien eine Zeitwertersatzgarantie von mindestens sieben Jahren geben. Darüber hinaus müssen auch die Unternehmen Vorgaben erfüllen. Insbesondere müssen sie spezielle Schulungen nachweisen.

Und zweitens?

Stuhlenmiller: Man sollte sich schlaumachen, welche Art von Speicher man verwenden will. Konventionelle Blei-Batteriespeicher sind zwar nicht so langlebig wie die Lithiumsysteme und müssen nach circa acht Jahren erneuert werden, dafür sind sie aber günstiger und jahrzehntelang erprobt. Bei einem Lithiumspeicher diskutiert man unter anderem darüber, dass hier ein schnell knapp werdender Rohstoff verwendet wird, und dass Erfahrungswerte in Sachen Haltbarkeit fehlen. Außerdem wird in dem Zusammenhang über die zukünftigen versicherungstechnischen Voraussetzungen gesprochen, denn Lithiumsysteme laufen bislang unter Gefahrgut. In einem Haus gibt es bislang noch keine spezifischen Vorgaben seitens der Versicherer. Aber das kann sich ändern, was bedeuten könnte, das der Besitzer eventuell seine Brandschutzbestimmungen im Haus nachrüsten müsste.

Rechnet sich für eine vierköpfige Familie so ein Stromspeicher?

Stuhlenmiller: Grundsätzlich macht man sich damit ein Stück mehr unabhängig, weil noch mehr erzeugter PV-Strom selbst genutzt werden kann. Eine vierköpfige Familie deckt somit rund zwei Drittel des eigenen Strombedarfs. Allerdings darf man keine großartigen Gewinne erwarten, denn rechnet man die Gesamtkosten dagegen, kommt man am Ende auf eine schwarze Null – allerdings die zukünftigen Strompreissteigerungen in Höhe von jährlich fünf Prozent inbegriffen. .

Es gibt durchaus auch Kritiker dieser dezentralen Speichersysteme. Sie sagen, dass so der benötigte Strom bei Bedarf im allgemeinen Netz fehlen würde.

Stuhlenmiller: Langfristig müssen Speicher netzunterstützend eingesetzt werden, was bedeutet, dass bei einem Versorgungsengpass im Stromnetz die Speicher zur Unterstützung des Stromnetzes entladen werden könnten. Als Anreiz für den Endverbraucher sollte das dann zum Beispiel mit einem höheren Verkaufspreis honoriert werden, technisch wäre das bereits möglich. Das ist aber eine rein politische Entscheidung.

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