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Haunsheim

16.05.2015

Der Chef am Wickeltisch

An seinem Schreibtisch wird Elmar Bäuml in den kommenden Monaten nur noch selten sitzen. Er geht in Elternzeit und ist an drei Tagen zu Hause.
Bild: Sartor

Elmar Bäuml ist Inhaber eines Architekturbüros. Jetzt legt er im Job eine Pause ein und geht – wie immer mehr Männer – in Elternzeit

Von Stephanie Sartor

 Windeln wechseln, mit dem Kinderwagen spazieren fahren, Babybrei umrühren – ab Ende Mai wird das einen Großteil der Zeit von Elmar Bäuml ausfüllen. Denn der Inhaber des Architekturbüros Domes, Bäuml, Weißbecker geht bis Ende September in Elternzeit.

Dieser Schritt ist keine Seltenheit mehr. Immer mehr Männer schlüpfen in die Rolle, die früher fast ausschließlich der Frau vorbehalten war. Rund 30 Prozent aller Väter nehmen sich mittlerweile eine Auszeit vom Job. Vor der Einführung des Elterngelds im Jahr 2006 waren es gerade einmal sechs Prozent. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor.

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Im August 2014 kam die Tochter von Elmar Bäuml auf die Welt. „Ich freue mich sehr auf die Zeit mit meiner Kleinen und darauf, dass ich mehr mitbekomme als nur abends, wenn ich von der Arbeit komme“, sagt er. Sich oft mit Freunden treffen, die auch Kinder haben, spazieren und einkaufen gehen – so stellt sich der Architekt die nächsten Monate vor. Bäuml wird aber nicht Vater in Vollzeit werden. An zwei Tagen in der Woche wird er weiter arbeiten. Seine Frau geht dreimal in der Woche ins Büro. „Das Ziel ist, dass ich an einem Tag in der Woche im Büro bin, einen Tag Home-Office mache und den Rest der Zeit zu Hause bin“, sagt Bäuml. Er hat keine neuen Projekte angenommen, die, die er bereits hat, betreut er aber weiter. Ausschlaggebend für die Entscheidung von Bäuml und seiner Frau war, dass seine Partnerin nach einem Jahr Pause wieder arbeiten wollte. „Wir haben beide Jobs, die uns Spaß machen.“ Ab September, wenn Bäuml wieder Vollzeit arbeitet, soll die Tochter dann in die Kita gehen.

Dass er als Inhaber des Architekturbüros eine Pause einlegen kann, hänge mit der Struktur zusammen. „Wir haben uns so aufgestellt, dass es möglich ist, eine Auszeit zu nehmen. Dafür braucht man gute Mitarbeiter, die selbstständig arbeiten.“ Außerdem hat das Architekturbüro seit Anfang des Jahres drei Inhaber, zuvor waren es zwei. Er habe das Thema im Büro relativ frühzeitig angesprochen, sodass sich die Mitarbeiter auf die neue Situation einstellen konnten.

Den Schreibtisch gegen den Wickeltisch zu tauschen stelle für ihn keine große Herausforderung dar. „Ich bin sehr involviert und geübt, was Kochen oder Windeln wechseln angeht“, sagt Bäuml. Und früher aufstehen als jetzt müsse er auch nicht, die Kleine schläft bis sieben Uhr.

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