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Umzug

14.07.2018

Der Lauinger Salzstadel macht zu

Der Salzstadel in Lauingen schließt am 22. Juli. Was danach in das historische Gebäude einzieht, ist noch nicht klar.
Bild: Jakob Stadler

Ein Grund für die Entscheidung ist das wenig belebte Zentrum der Stadt. Marco Castaldo eröffnet nun ein Restaurant in der Dillinger Innenstadt.

Marco Castaldo führt den Lauinger Salzstadel seit neun Jahren. Die Gaststätte liegt in sehr zentraler Lage, nur ein paar Schritte vom Marktplatz entfernt. Ein beliebtes Restaurant, oft voller Menschen. „Das hat sich aber in den letzten Jahren geändert“, erzählt Geschäftsführer Castaldo. Die Zahl der Gäste sei rückläufig. Das betreffe nicht nur ihn, sondern fast alle Geschäfte in der Lauinger Altstadt. Nun hat sich für Marco Castaldo eine Gelegenheit ergeben, die das Ende des Salzstadels bedeutet.

"Osteria Goldene Traube"

Bis zum 22. Juli gibt es das Lokal an der Herzog-Georg-Straße Ecke Geiselina-Straße noch – dann ist Schluss. Castaldo eröffnet stattdessen gegen Ende August ein neues Restaurant in Dillingen, im ehemaligen Gasthof zur Traube. Das neue Lokal wird auch einen neuen Namen tragen. „Salzstadel bezieht sich ja auf das Haus, deswegen konnten wir diesen Namen nicht nehmen.“ Stattdessen sollte der Name auf die Traube anspielen, aber auch zeigen, dass es dort italienische Küche gibt. „Osteria Goldene Traube“, wird der neue Laden heißen.

Ausschlaggebend für den Umzug ist, dass Castaldo in Dillingen die Möglichkeit hat, einen großen Außenbereich zu bedienen. „Im Sommer war es bei uns immer ein bisschen ruhiger“, sagt er. Der kleine Außenbereich des Salzstadels ist im Sommer ein Nachteil. Noch dazu, weil er an der viel befahrenen Herzog-Georg-Straße liegt. „Wir haben ja eigentlich eine wunderbare Umgehungsstraße“, sagt er. Die werde aber zu wenig genutzt. Eine große Veränderung durch das Lauinger Verkehrskonzept vom vergangenen Jahr habe er nicht festgestellt.

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"Lauingen ist stehengeblieben"

Er habe mit der Stadt gesprochen, ob es nicht doch Möglichkeiten gebe, den Standort attraktiver zu machen, indem man etwa einen Gehsteig verbreitert. Ohne Erfolg. „Klar weiß ich, dass die Stadt das Geld nicht hat“, räumt er ein. Doch ohne Investitionen tue sich eben nichts. Wenn er sich die Entwicklung der vergangenen neun Jahre in Lauingen und den beiden Nachbarstädten ansehe, komme er zu dem Schluss: „Gundelfingen und Dillingen haben sich weiterentwickelt. Lauingen ist stehengeblieben.“

Seit etwa einem Jahr betreibt Castaldo auch die Nusser Alm beim Golfclub Dillingen. Dadurch sei ihm klar geworden, was dem Salzstadel durch einen fehlenden großen Außenbereich verloren geht. Durch die Nusser Alm kam Castaldo auch in Kontakt mit dem Verpächter des Gasthofes zur Traube, Benedikt Rapp. Rapp hatte die Nusser Alm geführt und bis 2013 auch den Gasthof zur Traube. Den übernahm 2013 Marianne Dukek mit ihrer Tochter Steffi Rommel. Dukek, 62 Jahre alt, entschied nun aus Altersgründen, den Laden aufzugeben, Rommel führt ein eigenes Nagelstudio. Der Gasthof zur Traube ist bereits geschlossen, die Umbauarbeiten im Gebäude an der Königstraße laufen. Für Castaldo kam hinzu, dass das Gebäude größer ist als der Salzstadel. Es gibt einen extra Raum für Feste. Castaldo übernimmt auch die vier Gästezimmer, die er wie bisher vermieten wird. Schon in Lauingen sei ein großer Teil des Umsatzes durch Touristen gekommen. In Dillingen, so hofft Castaldo, kann er von Besuchern der Lehrerakademie profitieren.

Das Team kommt mit in den neuen Laden

Das Konzept im neuen Laden wird dem des Salzstadels sehr ähnlich sein, sagt der Gastronom. Die italienische Küche bleibt, hinzu kommen Burger – die hat er in Lauingen seit kurzem schon testweise auf der Karte. Im Biergarten werde es auch Klassiker wie Wurstsalat geben. Das Team der Osteria wird das gleiche sein wie im Salzstadel. Während der zu und die Traube noch nicht eröffnet ist, haben die Mitarbeiter Urlaub.

Während der Übergang in Dillingen fließend ist, gibt es in Lauingen laut Castaldo noch keine konkreten Pläne für eine Nachfolge im Salzstadel. Verpächter des Gebäudes ist die VR-Bank Donau-Mindel. Castaldo sagt: „Ich hoffe, dass ein Nachmieter das Restaurant übernimmt.“ Es handele sich schließlich um ein sehr schönes historisches Gebäude.

Mit dem Restaurant zieht auch Castaldo mit seiner Familie aus Lauingen nach Dillingen. Für ihn ist es kein kompletter Rückzug, denn Pizza Luca bleibt. Castaldo führt die Pizzeria in Lauingen zusammen mit dem Pizzabäcker, nach dem sie benannt ist. Weil die Gastronomie einen Lieferdienst anbietet, ist sie nicht so sehr von einer belebten Innenstadt abhängig. Außerdem hofft Castaldo, dass Pizza Luca profitiert, wenn der Salzstadel geht.

 

Lesen Sie dazu den Kommentar: Lauingen muss den Teufelskreis durchbrechen

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14.07.2018

Mir ist heute mein Kaktus eingegangen, Schuld ist wohl auch die Stadt Lauingen?? Ich war auch schon länger nicht mehr da, ich war ganz offengestanden nicht mehr so zufrieden wie früher. Im Übrigen: zu den Hauptgeschäftszeiten ist geschlossen! Vielleicht sollte sich der Gastronom auch mal an die eigene Nase fassen, wenn man auf zu vielen Hochzeiten tanzt, verliert man evtl. schon mal den Blick fürs Wesentliche. Ich gehe zum Essen auch nach Dillingen und Gundelfingen, aber Abends und am Wochenende, dorthin wo ich halt zufrieden bin. Im Übrigen erstaunt es bei dieser Aussage umso mehr, dass andere Lokale in der Innenstadt (Roma, CHiangMaj oder der "Mexikaner") nach wie vor zu Brummen scheinen...

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