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Projekt

15.06.2016

Der Natursee wird deutlich teurer

Weil die Ausgleichsmaßnahme für den Windpark viel mehr kosten sollte als gedacht, musste jetzt umgeplant werden

Seit 2013 drehen sich im Wald bei Zöschingen die acht Windräder des Windparks. Für diesen Eingriff in die Natur mussten die Betreiber des Zöschinger Windparks Ausgleichszahlungen in den bayerischen Naturschutzfonds leisten. Die sollen nun endlich gut angelegt werden.

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Bereits im September 2014 hatte sich der Gemeinderat mit dem Thema beschäftigt. Damals stellte Susanne Kling von Donautal-Aktiv erste Planungen für einen Natursee vor. Er sollte an der Stelle eines Fichtenwäldchens, das inzwischen gerodet ist, entstehen. Am Ortsausgang, links von der Straße nach Nattheim. Etwa 80000 Euro, hieß es im Herbst 2014, müssten für den Bau des Sees eingeplant werden, der vor allem der ökologischen Aufwertung, aber in gewissen Grenzen auch der Naherholung dienen sollte. Nicht die Badegäste, sondern vornehmlich Amphibien sollten sich später einmal hier im Wasser tummeln. Das soll teilweise auch aus dem Rostelbach kommen, der in der Nähe vorbeifließt. Zusätzlich soll der Natursee noch durch Grundwasser gespeist werden, damit er auch in einem heißen Sommer nicht vollständig trocken fällt.

Doch nachdem die Gemeinde das Projekt jetzt von einem Büro genauer planen ließ, stellte sich Ernüchterung ein. Denn da zeigte sich schnell, dass es mit 80000 Euro nicht getan sein wird. Für die beiden Teiche mit einer maximalen Wassertiefe von 1,80 Meter errechnete das Büro Wipfler Plan aus Nördlingen Kosten in Höhe von 271000 Euro. In dieser Summe noch nicht enthalten waren die Kosten für eine eventuell nötige Zwischenlagerung des Aushubs, für Begrünung, Ruhebänke oder Infotafeln, wie Planer Manfred Ommer erklärte. „Zusammen mit dem Grunderwerb hätten wir da die Marke von 300000 Euro locker genommen“, sagt Bürgermeister Tobias Steinwinter. „Da muss man realistisch bleiben und sagen: In dieser Form ist das nicht darstellbar.“

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Auch, weil die Mittel aus dem Naturschutzfonds gedeckelt sind. Maximal 200000 Euro gibt es für das Projekt. Also machten sich die Planer daran, den Natursee „abzuspecken“. Der kleinere der miteinander verbundenen Teiche wurde gestrichen. Gleichzeitig hält man sich allerdings die Option frei, ihn später noch zu verwirklichen. So konnte man die voraussichtlichen Kosten auf 202300 Euro reduzieren. Mit Grunderwerb und Nebenkosten liege man für den dann 2170 Quadratmeter großen Natursee laut Steinwinter aber immer noch etwa 35000 Euro über dem, was aus dem Naturschutzfonds fließt. Deshalb beschloss der Gemeinderat, die fehlende Summe aus Haushaltsmitteln hinzuzuschießen. Im Gegenzug dafür kann die Kommune die Fläche in ihr Ökokonto aufnehmen und hat für zukünftige Baumaßnahmen bereits Ausgleichsflächen parat. Dass die Gemeinde noch alternative Fördertöpfe für die restlichen 35000 Euro auftun kann, sei eher unwahrscheinlich, so der Bürgermeister.

Die Arbeiten für den Natursee werden nun ausgeschrieben. Aus Rücksicht auf den Artenschutz sollen sie frühestens im Oktober beginnen.

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