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Landkreis Dillingen

15.01.2020

Der Skilift in Oberliezheim steht: Wann kommt der Winter?

Zum Skifahren fehlt der Schnee: In Oberliezheim und darüber hinaus warten vor allem Kinder darauf, dass es wieder auf die Piste gehen kann.
Bild: Horst von Weitershausen (Archiv)

Plus Die Jahreszeit ist bislang außergewöhnlich mild. Den Schnee vermissen vor allem Kinder, die in Oberliezheim Skifahren wollen. Auch in anderen Bereichen wirkt sich das Wetter aus.

Die Kinder kennen den Wetterbericht derzeit besser als er selbst, sagt Bernhard Sporer. Jeden Morgen werfen die Kleinen einen gespannten Blick aus dem Fenster, um zu sehen, ob er nicht doch endlich da ist, der erste Schnee. Die Frage, wo der Winter bleibt, beschäftigt vor allem rund um Oberliezheim.

Der Skilift in Oberliezheim steht

Sporer ist Vorsitzender im dortigen Skiclub, der im Bissinger Ortsteil jedes Jahr einen Skilift betreibt – wenn dafür Schnee liegt. Doch der fehlt bislang. Für die Jahreszeit ist es zum Teil außergewöhnlich mild. Daran, dass man in Oberliezheim die Piste herunterwedeln kann, ist derzeit nicht zu denken. „Die Kinder warten gespannt“, sagt Sporer. Und auch er selbst hofft, dass die Anlage, die seit November aufgebaut ist, demnächst zum Einsatz kommen kann. Der Lift rechnet sich finanziell nur, wenn er etwa zehn Tage in der Saison läuft. Ansonsten machen die Organisatoren durch TÜV-Gebühren, Versicherung oder Unterhalt ein Minus. „Aber ich bin guter Dinge“, sagt Sporer. Die „Hauptsaison“ sei erfahrungsgemäß für Ende Januar oder Anfang Februar zu erwarten. Und selbst, wenn der Lift nicht in Betrieb gehen würde, könnte der Skiclub eine Saison mit Beiträgen überbrücken, ohne in finanzielle Schieflage zu geraten. „Aber das wäre natürlich nicht im Sinne des Erfinders“, sagt Sporer. Für den Fall, dass Schnee kommt, können Interessenten auf der Internetseite der Gemeinde nachschauen, ob der Lift geöffnet hat.

Die Organisatoren hoffen, dass es am Oberliezheimer Skilift bald so aussehen wird. Doch noch muss man sich auf Schnee gedulden.
Bild: Horst von Weitershausen (Archiv)

Der Winterdienst spart Salz und Geld

Das milde Wetter hat auch Auswirkungen auf andere Bereiche. Den Winterdienst zum Beispiel. Für die Mitarbeiter der Bauhöfe bedeuten die dunkle und kalte Jahreszeit eigentlich viele Überstunden. Wenn es schneit und auf den Straßen glatt ist, muss der Winterdienst rund um die Uhr parat stehen – auch tief in der Nacht. Solche Schichten fallen derzeit – wetterbedingt – größtenteils weg. „Natürlich machen die Mitarbeiter nicht in dem Maße Überstunden wie sonst zu dieser Jahreszeit“, sagt Roman Bauer, Leiter des Tiefbauamtes am Landratsamt Dillingen. Er betont aber, dass trotzdem diverse Aufgaben anstehen, beispielsweise Grünpflege. Und auch im Bereich Winterdienst gibt es, trotz eines gefühlt kaum vorhandenen Winters, etwas zu tun. Da sich die Temperaturen rund um den Gefrierpunkt bewegen, ist gerade in der Früh schon mal mit Glätte zu rechnen. Um vor diesem Hintergrund Unfälle zu vermeiden, verzeichnete der Winterdienst des Landkreises immerhin 23 Einsätze in dieser Saison. Dabei wurde präventiv Salz gestreut.

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Laut Bauer wurden für diesen Winter mehr als 2000 Tonnen Streusalz eingelagert. Die relativ geringe Zahl der Einsätze führt dazu, dass man Salz, das für Schnee, Eis und Glätte eingeplant war, vorerst nicht verwenden muss. So sparen sich die Beteiligten Geld. Das Salz, das nicht gebraucht wird, geht laut Bauer nicht kaputt. „Das könnten wir im nächsten Jahr noch einmal verwenden.“ Das eingesparte Geld des Winterdienstes kommt nach seinen Angaben der Allgemeinheit zugute – es fließt in den Unterhalt der Straßen. „Aber der Winter kann ja noch kommen“, sagt Bauer.

Nachfrage nach Heizöl ist geringer

Auch beim Heizöl ist das relativ milde Wetter zu spüren. Weil extrem tiefe Temperaturen bislang ausbleiben, müssen die Heizungen nicht in dem Maße laufen, wie sonst zu dieser Jahreszeit üblich. Die Firma Killisperger mit Hauptsitz in Wertingen beispielsweise, die unter anderem Heizöl anbietet, teilt mit, dass man in diesem Bereich den bislang ausbleibenden Winter spüren würde. Die Nachfrage nach Heizöl in dieser Saison sei insgesamt geringer als in den Vorjahren. Kunden, die ihre Tanks im Herbst aufgefüllt haben, müssten aufgrund des niedrigen Heizbedarfs erst einmal nichts nachbestellen. Unabhängig von den Temperaturen gebe es aber auch Kunden, die bislang noch nichts bestellt haben, weil sie auf einen niedrigeren Preis warten, teilt ein Mitarbeiter der Firma mit.

Bauern hoffen auf den Winter

Geht es um das Wetter, sind in erster Linie oft die Landwirte betroffen. Ihre Erträge hängen in der Regel direkt von klimatischen Faktoren ab. Zuletzt hatten Bauern unter extremer Dürre und Hitze zu kämpfen. Wie wirkt sich nun ein (bislang) ausbleibender Winter auf die Böden aus? „Das ist nicht optimal“, sagt Klaus Beyrer, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes. Er betont, dass alle vier Jahreszeiten ihre Bedeutung für den Kreislauf der Natur haben. Die sogenannte „Frostgare“ sei dafür gut, den Boden aufzulockern und zu belüften. Schnee versorge den Boden mit „Winterfeuchte“. Deshalb hoffe man beim Bauernverband, dass der Winter noch kommt. „Falls nicht“, sagt Beyrer, „wäre das aber nicht so schlimm wie ein extrem trockener Sommer.“

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