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Gundelfingen

08.04.2017

Der Standort für das neue Feuerwehrhaus ist gefunden

Auf dem Eckgrundstück an der Kreuzung Günzburger Straße/Industriestraße soll das neue Feuerwehrgerätehaus von Gundelfingen entstehen.
Bild: Indrich

Nach mehr als fünf Jahren Suche und 17 geprüften Grundstücken fällten die Räte einen Monat vor der Wahl eine Entscheidung. Dabei gab es auch Kritik.

Die Karte von Gundelfingen ist mit kleinen Kreisen übersät. Jeder dieser Kreise markiert einen möglichen Standort für das dringend notwendige neue Feuerwehrgerätehaus, der untersucht wurde. Mehr als fünf Jahre hat man in der Gärtnerstadt Grundstücke geprüft und wieder verworfen. Insgesamt 17 verschiedene Areale waren über die Jahre im Gespräch. Auch über eine gemeinsame Lösung mit Lauingen wurde eine Zeit lang nachgedacht. Doch sowohl die Regierung von Schwaben als auch das Landratsamt, der Kreisbrandrat und auch die Feuerwehren hätten hier signalisiert: Das ist nicht gewollt, sagt Bürgermeister Franz Kukla. „Der Vorschlag wäre sympathisch, aber er ist politisch nicht realisierbar.“

So sei klar gewesen, dass es ein eigener Standort in Gundelfingen sein muss. Viele habe man untersucht. Nach Kriterien wie Anbindung, Grundstückseigentümer, Baurecht und auch Preis. „Wir haben langsam versucht uns anzunähern.“ Am Ende waren noch vier in der engeren Auswahl. Ein Neubau am alten Standort, einer in der Nähe des Bauhofs, der auf dem Bahnhofsareal und einer an der Peterswörther Straße, der kürzlich weggefallen ist. Das Areal am Bahnhof, Favorit der Feuerwehr und auch vieler Stadträte, habe sich als problematisch erwiesen, nachdem nicht klar sei, wie viel es kosten könnte, wann man es von der Bahn erwerben könnte und wie lang dann die Aufstellung eines Bebauungsplans dauert. „Vor 2021 wäre da nichts gegangen“, sagt Kukla. Ein Gutachten hatte hier außerdem auf mögliche Probleme mit den Lärmemissionen hingewiesen.

Nun kam, kurz vor der Bürgermeisterwahl, plötzlich noch ein Standort hinzu. Und zwar ein Grundstück im Industriegebiet III, an der Einmündung von der Günzburger Straße in die Industriestraße. Nachdem der Stadtrat kürzlich dem Bau eines neuen Post-Zustellstützpunkts an der Industriestraße zugestimmt hatte, hatte Bürgermeister Franz Kukla mit einem Gundelfinger Unternehmer Kontakt aufgenommen, der in der Vergangenheit Interesse an dem Grundstück gezeigt hatte. Der habe nun verzichtet. Für Kukla ist der Standort im Industriegebiet aus mehreren Gründen ideal. Hier gebe es eine gute Anbindung, die Hilfsfrist könne eingehalten werden, es bestehe aufgrund des dortigen Bebauungsplans sofort Baurecht, das Grundstück gehöre der Stadt, und eine spätere Erweiterung wäre ebenfalls möglich. Baurechtlich sei ein Baubeginn so schon im Jahr 2019 realistisch. Ob das finanziell auch möglich ist, steht auf einem anderen Blatt.

Der Standort für das neue Feuerwehrhaus ist gefunden

Ingo Blatter stellte trotzdem den Antrag, die Entscheidung abzusetzen und erst nach der Bürgermeisterwahl zu treffen. Schließlich handle es sich beim Bau eines neuen Gerätehauses um das vermutlich größte Einzelprojekt in der kommenden Bürgermeister-Amtszeit. „Man sollte den Kandidaten die Chance geben, darüber bei der Podiumsdiskussion zu diskutieren. Da kommt es jetzt auf ein paar Wochen nicht an.“ Ein Antrag, der allerdings vom Rest des Gremiums abgelehnt wurde. Daneben favorisierte Blatter ein Grundstück einige Meter weiter, neben dem Gebäude von HKM Meindl, für den Neubau. Das sei weiter weg von der Einmündung der Straße und liege auch nicht im Industriegebiet. „An Industrieflächen haben wir nicht mehr allzu viel.“

Jürgen Hartshauser machte als Chef der SPD-Fraktion keinen Hehl daraus, dass für die Sozialdemokraten der Bahnhof der ideale Standort gewesen wäre. „Hier hätte man einen städtebaulichen Missstand beheben können.“ Weitergegangen sei es hier vor allem deshalb nicht, weil der Stadtrat und der Bürgermeister unterschiedliche Ziele verfolgt hätten. Den Standort im Industriegebiet, der nun durch die Parzellierung möglich geworden sei, habe Siegfried Wölz in den vergangenen Jahren mehrfach ins Gespräch gebracht. Im Sinne der Feuerwehr sei die SPD trotzdem bereit, den Schritt mitzugehen, um endlich zu einem Abschluss zu kommen.

Auch Michael Wohlhüter, Kommandant der Feuerwehr und CSU-Stadtrat, machte keinen Hehl daraus, dass ihm der Standort am Bahnhof lieber gewesen wäre. Weil man aber vermutlich sonst auch in den nächsten fünf Jahren keinen Standort für den dringend nötigen Neubau finden würde, müsse man mit dem Industriegebiet leben.

Werner Lohner von der CSU wollte die Abstimmung so kurz vor der Wahl als starkes Zeichen des Stadtrates verstanden wissen, ein so wichtiges Thema aus dem parteipolitischen Geplänkel herauszuziehen. Werner Böswald von der FDP dagegen gab zu bedenken, dass man durch den Bau im Industriegebiet eine große Fläche zerpflücke. „Aber uns bleibt im Moment nichts anderes übrig, sonst diskutieren wir in drei Jahren noch.“

Siegfried Wölz kritisierte, dass bei der Standortsuche einiges unglücklich gelaufen sei und dass er das Gelände bereits 2014 und 2015 vorgeschlagen habe. Auch dass man für einen Bau auf dem Bahnareal das gesamte Grundstück hätte kaufen müssen, sei so nicht richtig. Dass hier ein Investor komme und investiere, glaube keiner. So bleibe der Schandfleck am Bahnhof wohl bestehen. Am Ende stimmte auch Siegfried Wölz, so wie alle anderen Stadträte, für den Standort an der Industriestraße.

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