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Dillingen

14.02.2020

Der Traum vom Eigenheim im Landkreis Dillingen

Bei uns im Kreis Dillingen geht der Trend weiter zum Eigenheim, heißt kaufen statt mieten. Im Bild, das im September entstand, der Dillinger Ortsteil Steinheim. Dennoch, so die Experten, gibt es in der Region für beide Optionen Immobilien. Vorausgesetzt, man kann seine Wünsche und Bedürfnisse anpassen.

Plus Wer seine Ansprüche anpassen kann, der findet in der Region jede Menge Immobilien – auch für kleinere Budgets. Der Trend geht immer noch in Richtung Eigentum. Eine besondere Form von Mietverhältnissen ist ebenso gefragt.

Auf dem Land, da findet man leicht eine Wohnung oder sein Traumhaus. So oder so ähnlich beginnt wahrscheinlich mancher Dialog zum Thema Wohnen, wenn sich Kleinstädter und Großstädter unterhalten. Der knallharte Preiskampf in den Metropolregionen, teilweise angefeuert von Spekulanten, ist schon länger Thema der Landespolitik. Doch längst sind auch „ländlich“ geprägte Regionen keine Inseln der Seligen mehr. So auch nicht der Landkreis Dillingen.

Benjamin Holzinger, Leiter des Marktbereiches Dillingen und Leiter des Geschäftsbereiches Immobilien-Center der Sparkasse Dillingen-Nördlingen, sagt, dass der Trend bei uns im Landkreis immer noch in Richtung Eigentum geht, sprich kaufen. „Wenn es finanziell möglich ist, dann kaufen unsere Kunden – Häuser und Wohnungen. Aber: Darunter sind auch viele Kapitalanleger, die erst kaufen und dann vermieten“, erklärt Holzinger. Seit der Fusion mit der Nördlinger Bank hätten sich seine Daten aber ein wenig verändert. Laut Holzinger werde im Ries deutlich mehr vermietet als im Landkreis Dillingen. Der Experte hat eine Erklärung: „Alles innerhalb der Stadtmauer in Nördlingen geben die Eigentümer nicht her und dort können sich auch kaum neue Immobilien entwickeln.“

Der Trend geht im Landkreis Dillingen zum Eigenheim

Dafür aber beispielsweise in der Stadt Dillingen. Viele neuwertige Projekte seien in den vergangenen zwei Jahren entstanden oder stehen kurz vor der Fertigstellung. Das, so der Immobilien-Fachmann, wirke sich aber auch auf die Preise aus – vor allem im Bereich Mieten. „Die Preise haben deutlich angezogen. So stark, dass damit vor vier Jahren in Dillingen sicher noch keiner gerechnet hat.“ Holzinger sagt, dass für neue Mietwohnungen im vergangenen Jahr sogar ein Quadratmeterpreis von über zehn Euro getoppt wurde – Nebenkosten nicht inklusive. Bestandsobjekte gebe es aber schon bereits ab circa sechs Euro. Holzinger: „Wer seine Wünsche und Bedürfnisse anpassen kann oder will, der findet bei uns im Landkreis definitiv gute Mietobjekte – auch für den kleinen Geldbeutel.“

Der Traum vom Eigenheim im Landkreis Dillingen

Das sagt auch Gerhard Saur, Immobilienvermittler bei der VR-Bank Donau-Mindel eG. Der Experte betont aber, dass speziell bei Mieterangelegenheiten die Bank als Vermittler oft außen vor stehe. „Wenn Wohnungen oder Häuser vermietet werden sollen, dann reicht oft eine Anzeige in der Zeitung und die Anbieter bekommen zig Anfragen“, sagt der Experte. Sein Schwerpunkt liege deutlich auf dem Verkauf von Immobilien. Das sei grundsätzlich auch für die Interessenten attraktiver – wenn langfristig geplant werde. „Ansonsten ist der Mietpreis ja einfach weg. Zudem ist das Zinsniveau super“, so der Experte der VR-Bank.

Saur ist zuständig für den Bereich Dillingen, Lauingen, Gundelfingen und das Bachtal. Unabhängig von Kauf oder Miete, sagt er, dass es im Landkreis Dillingen immer noch zu wenig Objekte gebe. Ein möglicher Grund: „Sind Erbgemeinschaften betroffen, vergehen oft Monate oder sogar Jahre, bis eine Entscheidung getroffen wird.“ So lange stehen Wohnungen oder Häuser oft leer und werden weder vermietet noch verkauft. Was das Niveau des Mietpreises betreffe, so befinde sich der Landkreis im Durchschnitt. „Zwischen sechs und zehn Euro pro Quadratmeter gibt es alles bei uns“, sagt Gerhard Saur.

Wohnungsbaugenossenschaften haben großen Zulauf

Eine Sonderform des Mietmarktes ist das genossenschaftliche Wohnen. Im Landkreis Dillingen gibt es fünf Wohnungsbaugenossenschaften: In Gundelfingen, Wertingen und Dillingen jeweils eine sowie zwei in Lauingen. In der Größe gibt es deutliche Unterschiede. Der Gundelfinger Genossenschaft gehören etwa 82 Wohnungen, der Dillinger 429.

Beim genossenschaftlichen Wohnen tritt man der jeweiligen Genossenschaft bei. Das bringt Vorteile mit sich – so kann etwa kein Eigenbedarf angemeldet werden – sowie in der Regel deutlich günstigere Konditionen als auf dem klassischen Mietmarkt.

Die Wohnungsbaugenossenschaften im Kreis leben von ehrenamtlicher Arbeit, wobei es etwa in Dillingen auch hauptamtliche Mitarbeiter gibt. Das ist der Hauptgrund, wieso sie für den Quadratmeter Preise anbieten können, die deutlich unter den regulär üblichen Mietniveaus der Städte liegen.

Der Durchschnittspreis pro Quadratmeter liegt etwa für die derzeit 120 Wohnungen der Wertinger Baugenossenschaft bei rund vier Euro, sagt Geschäftsleiter Matthias Freier. Das könne aber je nach Objekt variieren. Anderswo in Wertingen erreiche der Quadratmeterpreis jedoch schon Werte über zehn Euro – die Nachfrage an Wohnungen und Bauplätzen ist nirgendwo im Landkreis so hoch wie in der Zusamstadt.

Wer das Glück hat, bei der Genossenschaft einen Wohnplatz zu erhalten, der gibt ihn demnach kaum je auf, sagt Freier. Das längste Mietverhältnis innerhalb der Genossenschaft bestehe seit fast 65 Jahren. Die günstigen Preise sind laut Freier vor allem dem Umstand geschuldet, dass die Organisation der Genossenschaft komplett durch ehrenamtliche Arbeit geschieht. Man sehe sich als Teil des regulären Mietmarkts, jedoch mit „sozialem Gewissen“, so Freier. Man dürfe das Angebot der Wohnungsbaugenossenschaft nicht mit Sozialwohnungen verwechseln.

Das "Ende der Fahnenstange" ist noch lange nicht erreicht

Bewerber für Wohnungen gibt es immer noch reichlich – doch habe sich die Lage in den vergangenen Jahren gefühlsmäßig etwas entspannt. „Vor ein paar Jahren hatten wir teilweise vier bis fünf neue Interessenten pro Woche“, sagt Freier, der hauptberuflich Kämmerer der Stadt Wertingen ist. Derzeit seien es deutlich weniger, etwa ein oder zwei pro Woche.

Wenn Wohnplätze frei werden, machen es sich die Genossenschaften bei der Vergabe nicht leicht. Jeder Fall werde einzeln diskutiert, erzählt Freier von der Situation in Wertingen. Mehrere Aspekte spielen dann eine Rolle: Ist die zur Verfügung stehende Wohnung eher für Einzelpersonen oder eine Familie geeignet? Wie groß ist der Druck für die Betreffenden, eine Wohnung zu finden? Zudem werde bei der Besetzung von größeren Objekten mit mehreren Wohnungen auf eine gelungene Durchmischung von Familien mit Kindern, Paaren und Alleinstehenden mit verschiedenen Herkünften und Lebenssituationen geachtet.

In den kommenden Jahren soll ein Gebäude mit 16 neuen Wohnungen für die Wertinger Genossenschaft in der Kanalstraße entstehen. Und auch dann sei „das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht“. Denn der Bedarf sei durchaus da, so der einhellige Tenor der Genossenschaften aus dem Landkreis.

Lesen Sie hierzu den Kommentar unseres Redakteurs: Das Eigenheim ist hier Lebensgefühl

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