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16.02.2015

Der Widerstand wächst

Bürgermeister Stefan Lenz, Dritter Bürgermeister Hans Mesch und die Stadträte Günter Ballis, Johannes Gorhau und Simon Schaller im Gespräch mit Besuchern des Freitagsmarktes.

Auch in Höchstädt wird gegen das Vorhaben mobil gemacht

Die Widerstände formieren sich. Nicht nur in Dillingen, sondern auch in Höchstädt, wo am 23. Februar das Dialogverfahren fortgesetzt wird, ist der Kreis derer, die die derzeitigen Flutpolderpläne der bayerischen Staatsregierung als unausgegoren, ja, teilweise auch als falsch ansehen, stetig im Steigen begriffen.

Bekanntlich will das Umweltministerium große Teile nördlich der Donau zwischen Gundelfingen und Schwenningen bei Extremhochwasser gezielt unter Wasser setzen und die Gebiete eindeichen, um Unterlieger zu schützen.

Zwar sind die Pläne in Dillingen nicht so akut wie im östlichen Landkreis, doch für beide gilt das Bestreben des Wasserwirtschaftsamtes, eine vorläufige Sicherung durchzusetzen, um rechtlich alles in trockenen Tüchern zu wissen.

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Die Aktion „Gemeinsam gegen die Flutpolderplanung und für eine Verbesserung des Hochwasserschutzes im Bereich Höchstädt“ war auf dem Freitagsmarkt präsent, um Unterschriften zu sammeln. Die Initiative wurde vom Höchstädter Stadtrat ins Leben gerufen und wird durch Bürgermeister Stefan Lenz ausdrücklich unterstützt. Ziel ist es, die Überarbeitung der Flutpolderplanung Höchstädt/ Blindheim zu erreichen, da diese offensichtlich mehr als mangelhaft ist. Der Flutpolder würde mitten im HQ-100-Gebiet sowie im Überlauf des Leithebaches entstehen, und somit das hierfür erforderliche natürliche Abflussgebiet von Kloster-, Pulver- und Leithebach vollständig zerstören. Die Auswirkungen auf das Wohn- und Gewerbegebiet Bruckwörth sowie große Teile der Innenstadt, die ebenfalls bereits HQ-100-Gebiete sind, wären verheerend. Betreffend des Riedstromes ist anzumerken, dass die Landwirte bereits seit Jahrzehnten einen wesentlichen Beitrag zum Hochwasserschutz für die Unterlieger leisten und dafür nach wie vor keine rechtlich abgesicherte Entschädigung erhalten.

Die Initiative fordern deshalb unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten:

l die Verlegung des Flutpolders Höchstädt/ Blindheim an einen Standort ohne zusätzliches Gefährdungspotential für bestehende Wohn- bzw. Gewerbegebiete und landwirtschaftliche Bauten

l eine Verbesserung der Hochwassersituation für die ausgewiesenen HQ-100-Gebiete,

l die Akzeptanz von Grund- und Trinkwasser als unantastbare Güter

l eine rechtlich abgesicherte Entschädigungsregelung für den Riedstrom

l eine Entschädigung für alle betroffene Unternehmen, Land- und Forstwirte, Jäger und Fischer

l die Schaffung von Retentionsraum durch die Nutzung von Potenzial bei den Staustufen

l eine permanente Beseitigung von Verlandungen in Gräben und Zuflüssen der Donau

l den nachhaltigen Schutz von Fauna und Flora

l eine Aussetzung der vorläufigen Sicherung aller Flutpolder- und HQ-100-Gebiete

In Gesprächen mit Bürgern wurde die Situation ausführlich diskutiert. Nahezu alle Angesprochenen unterstützen laut Pressemitteilung die Forderungen der Initiative mit ihrer Unterschrift. (vN, pm)

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