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Dillingen

07.05.2019

Der nächste Schritt zur Sparkasse Dillingen-Nördlingen

Der Dillinger Stadtrat hat der Fusion der Sparkassen Dillingen und Nördlingen zugestimmt (auf dem Foto das Portal der Sparkassen-Hauptstelle in Dillingen). Mit 26,5 Prozent hat Dillingen den größten Anteil an der Kreis- und Stadtsparkasse.
Bild: Berthold Veh

Die Fusion soll am 30. August vollzogen werden. Wer nach der Zustimmung des Dillinger Stadtrats jetzt noch ein Wörtchen mitzureden hat – und welche Vorteile Kunden haben sollen.

Die Wortwahl im Dillinger Stadtrat war am Montagabend blumig. Die Räte sprachen über einen Zug, der unaufhaltsam in eine Richtung rollt. Und über ein Baby, das im Sommer auf die Welt kommen soll. Dabei ging es eigentlich um etwas Nüchternes – die Fusion der Sparkassen Dillingen und Nördlingen. Der Zusammenschluss der beiden Geldinstitute ist nun ein Stück näher gerückt.

So läuft der Entscheidungsprozess

Nach dem einstimmigen Votum des Sparkassenzweckverbands in Nördlingen für die Fusion sind jetzt die Trägerkommunen und Eigentümer der Dillinger Sparkasse gefragt: Die Stadträte Dillingen, Höchstädt (13. Mai), Wertingen (22. Mai), Gundelfingen (23. Mai), Lauingen (4. Juni) und der Dillinger Kreistag (12. Juli) entscheiden, ob sie die Bankenehe haben wollen. Und das letzte Wort über die Fusion spricht dann ebenfalls am 12. Juli der Zweckverband der Dillinger Sparkasse. Weil Nördlingen hier der aufnehmende Zweckverband ist und das Gremium der Fusion bereits zugestimmt hat, müssen der Stadtrat Nördlingen und der Kreistag Donau-Ries nur noch über die Entscheidung informiert werden, erläuterte der Vorstandsvorsitzende der Kreis- und Stadtsparkasse Dillingen, Thomas Schwarzbauer.

Er erklärte den Dillinger Stadträten zusammen mit seinem Vorstandskollegen Martin Jenewein im Sparkassensaal die Details. Die juristische Fusion der Sparkasse Dillingen-Nördlingen soll am 30. August rückwirkend zum 1. Januar 2019 vollzogen werden. Dillingen ist dabei die aufnehmende Sparkasse. Das Geldinstitut wird dann ein Bilanzvolumen von 1,9 Milliarden Euro haben und 60000 Kunden betreuen. Die Zahl der Mitarbeiter wird dann bei 364 (21 Azubis) liegen. Ein wesentlicher Punkt, so Schwarzbauer, sei die Übernahme aller Mitarbeiter. „Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben, wir können auf keinen einzigen Kollegen verzichten“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Die Handelsniederlassung und der Sitz des Vorstands der fusionierten Sparkasse werden in Dillingen sein.

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Großkredit-Obergrenze steigt auf 41 Millionen

Schwarzbauer stellte heraus, dass die Sparkasse ihre Rolle als Partner der mittelständischen Wirtschaft noch besser wahrnehmen könne. Die Großkredit-Obergrenze, die in Dillingen bei 30 Millionen und in Nördlingen bei elf Millionen lag, könne auf 41 Millionen Euro angehoben werden. Bei der technischen Abwicklung des Bankgeschäfts werde es Synergien geben. Dadurch könnten Freiräume für Mitarbeiter geschaffen werden, die sich verstärkt im Kundengeschäft einbringen können.

Langfristig verringern soll sich laut Schwarzbauer die Zahl der Vorstände, die nach der Fusion zunächst bei vier liegen wird. Wenn er und sein Nördlinger Kollege Karlheinz Wiesinger einmal in Rente gehen, soll die Zahl der Vorstandsmitglieder auf zwei sinken, teilte Schwarzbauer mit. Im künftig zwölfköpfigen Verwaltungsrat wird der Dillinger Landrat Vorsitzender sein und der Donau-Rieser Landrat ebenso wie der Dillinger und Nördlinger Oberbürgermeister geborenes Mitglied. Im 25-köpfigen Zweckverband wird die Stadt Dillingen mit fünf Mitgliedern (Oberbürgermeister Frank Kunz und die Stadträte Thomas Demel, Josef Eder, Josef Kreuzer und Rainer Schindler) vertreten sein.

Fusion aus einer Position der Stärke

Frank Kunz (CSU) betonte, dass die Fusion aus einer Position der Stärke geschehe: „Wir haben eine gut aufgestellte Kreis- und Stadtsparkasse Dillingen mit einer Top-Mannschaft.“ Durch den Zusammenschluss könne das Geldinstitut seine Schlagkraft erhöhen. Demel (CSU) hielt es für eine ganz wichtige Verbesserung, dass die Kredit-Obergrenze angehoben werden könne. Umlandfraktionschef Kreuzer sagte, um die Dillinger Sparkasse konkurrenzfähig für die Zukunft aufzustellen, „müssen wir heute diese Chance nutzen“. Albrecht Witte (SPD) hielt die Argumente ebenfalls für überzeugend, Synergien bei einer Fusion bedeute aber wohl Personalabbau – der sich nicht auf die beiden Vorstandsmitglieder beschränke.

CSU-Fraktionschef Wolfgang Düthorn sprach von einem „richtigen Schritt in die richtige Richtung“. Bei der Bankleitzahl werde es aber nach der Fusion drunter und drüber gehen. Jenewein erklärte, dass ja die IBAN entscheidend sei. Für Dillinger Kunden – hier bleibt die Bankleitzahl gleich – werde sich nichts ändern und in Nördlingen werde die alte Bankleitzahl im Hintergrund weiter bedient, Briefbögen müssten daher auch nicht gleich geändert werden. Die Bankkarten könnten auch im Ries bis zur nächsten Aktualisierung weiterverwendet werden. Und ob es ein Problem mit doppelten Kontonummern gibt, werde derzeit geprüft.

Die Tür für Donauwörth steht offen

Der Dillinger Stadtrat stimmte der Sparkassenfusion am Ende einstimmig zu. OB-Stellvertreter Walter Fuchsluger stellte Schwarzbauer die Frage, warum die Sparkasse Donauwörth, die bei den Gesprächen dabei war, am Ende bei der Fusion nicht mitgemacht habe. Der Vorstandsvorsitzende sagte: „Ich weiß es auch nicht.“ Nach Informationen unserer Zeitung wollten Sparkassenvertreter und Kommunalpolitiker aus Donauwörth nicht akzeptieren, dass die Zentrale der fusionierten Sparkasse künftig in Dillingen sein wird. Oberbürgermeister Kunz deutete an, dass hinsichtlich einer zukünftigen Fusion das letzte Wort noch nicht gesprochen sein dürfte. Der Rathauschef versicherte: „Die Tür ist ja nicht zu.“

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