1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Deshalb ist Fischen für sie eine Leidenschaft

Dillingen

22.08.2019

Deshalb ist Fischen für sie eine Leidenschaft

Der Vorsitzende des Wertinger Fischereivereins, Michael Gerhards, in seinem Element. Er liebt das bewegliche Spinnfischen.
Bild: Günter Stauch

Angeln als Hobby, Umweltschutz als Pflicht: Zwei Vereinsvorsitzende aus dem Landkreis erzählen, warum sie kein anderes Hobby haben wollen.

Bei den monatelangen Debatten um das Volksbegehren für Artenvielfalt war es hauptsächlich um den Lebensraum über der Wasseroberfläche gegangen. „Die Welt darunter ist genauso faszinierend und schützenswert.“ Darauf hat jetzt der Erste Vorsitzende des „Fischereivereins Dillingen 1953“, Hubert Greck, hingewiesen. Zum internationalen „Tag der Fische“ am heutigen Donnerstag will der Chef der mehr als 220 Mitglieder starken Organisation den Blick des Bürgers auf die Umweltaktivitäten zahlreicher Gleichgesinnter in der Region richten. „Wegen der zahlreichen Flüsse, Bäche und Seen gibt es hier fast in jedem Dorf einen Fischerverein, und deren Mitglieder legen sich für die Pflege und Hege der Natur an jedem einzelnen der 365 Tage im Jahr ins Zeug.“

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Es gibt auch böse Überraschungen

Fischexperte Hubert Greck steht seit dem Jahr 2011 an der Spitze eines Clubs, der mit mehr als acht Kilometern über das längste, von einem Verein befischte Donauteilstück zwischen Ulm und Passau verfügt. Dort tummeln sich kleine, silbrig-weiß gefärbte Weißfische wie Döbel, Rotauge und Giebel ebenso wie Hecht und Zander. Die engagierten Angler gehen ihrem luftigen Hobby außerdem an Egau und Glött nach, wo sie zum Beispiel Bachforellen, Äschen und Krebse vorfinden. An den kleinen Strömen des Landkreises trifft Greck allerdings auf böse Überraschungen: „Dass von der Landwirtschaft manchmal die vorgeschriebenen Gewässerrandstreifen nicht beachtet werden, ist schon ärgerlich“, zürnt er und warnt vor gefährlichen Einträgen von schädigenden Stoffen in die kleinen Ströme des Landkreises. „Das melden wir dann dem Wasserwirtschaftsamt.“

Müll am Ufer entfernen

Erfreulich fallen dagegen die Entwicklungen bei seiner Organisation aus, die noch immer einen Mitglieder-Zuwachs vorweisen kann. Voller Stolz weist er auf die 18-köpfige Jugendmannschaft hin. „Den jungen Menschen kann man schon früh einen umweltbewussten Umgang einschärfen.“ Auf die jungen Petrijünger setzt auch Kollege Michael Gerhards, der bei den rund 100 Wertinger Fischern sagt, wo es langgeht an der 81 Kilometer langen Zusam. Von der belegen die dortigen Naturfans acht Kilometer mit Arten wie etwa Schleien, Barschen, Nasen und Karpfen. Im Jahr 1978 ins Leben gerufen und regelmäßig den Jugendfischerkönig kürend, macht sich die knapp ein Dutzend Mitglieder starke Jugendgruppe immer wieder auf den Weg ans Ufer, um dort angefallenen Müll zu entfernen.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Jeweils im Frühjahr und Herbst brechen sie mit den Erwachsenen zur Gewässerreinigung auf. „Sie übernehmen schon früh die Verantwortung für unsere heimische Umgebung“, betont der 51-jährige Geschäftsführer einer Firma, der beim sogenannten Spinnfischen auf Raubfische so richtig abschalten kann. „Das bedächtige Ansitzfischen auf der Stelle ist nicht mein Ding“, meint der humorvolle Mann aus der Zusamstadt.

Instandhaltung der Gewässer

Auch nicht der heutige „Gedenktag“, der hauptsächlich von den weltweiten Tierschutzgruppen angeregt wurde und gegen die Überfischung sowie „schwimmende Schlachthöfe“ auf den Weltmeeren gerichtet ist. „Ich bin nicht der Typ, der mit drei Leuten und Plakaten durch den Ort zieht – das bringt nichts“, unterstreicht der Vorsitzende der 1957 gegründeten Gemeinschaft und setzt lieber auf „die Praxis mit ökologischer Instandhaltung unserer Gewässer“. Das schließe Gespräche mit allen Verantwortlichen mit ein. Innerhalb der Gesellschaft sieht sich auch Dillingens Chef-Angler Hubert Greck „voll akzeptiert“. Ob er heute an der Donau stehen wird? „Schau mer mal, obs ’nausgeht.“

Lesen Sie auch:

Jetzt geht es der Höchstädter Schadpflanze an die Wurzel

Millionen Schadpflanzen in Höchstädter Seen gefunden

Damit sich auch der Mini-Storch im Landkreis wohlfühlt

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren