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Die Bauern sollten nicht zum Sündenbock gemacht werden

Kommentar Von Andreas Schopf
03.07.2020

Immer wieder gibt es Kritik an der Arbeit der Landwirte, auch im Landkreis Dillingen. Doch ihnen alleine die Schuld an globalen Entwicklungen zu geben, ist unfair.

Ein Bericht und ein Kommentar zum Thema Fleischproduktion und –konsum in der Donau-Zeitung lösten vor Kurzem Diskussionen aus. Mehrere Leserbriefschreiber befassten sich in der Folge mit der Rolle der Landwirtschaft. So mancher schimpfte, dass Bauern zu wenig Augenmerk auf Tierwohl und Umweltschutz legten. Eine Landwirtin aus der Region beklagte, dass sie und ihre Kollegen sich mittlerweile als Sündenbock fühlen, auf den alle nur „draufhauen“.

Landwirtschaft: Diskussionen werden emotional geführt

Die Diskussionen werden emotional geführt – und stehen ein Stück weit sinnbildlich für einen Trend in der Gesellschaft. Man hat den Eindruck, dass es so manchem nicht um einen Diskurs geht, sondern darum, Schuldige auszumachen, persönliche Meinungen zu verfestigen und zu verbreiten. Dabei müsste man miteinander ins Gespräch kommen, um andere Perspektiven zu gewinnen, und festzustellen: So einfach ist das in Wirklichkeit alles gar nicht.

Viele Kunden schauen auf jeden Cent

Im vorliegenden Beispiel müsste eine Erkenntnis lauten: Landwirten alleine die Schuld an globalen Entwicklungen zu geben, zu denen eine Vielzahl an verschiedenen Faktoren führt, ist unfair. Dass ein Großteil der Kunden bei Fleisch oder Milch auf jeden Cent schaut, liegt nicht in der Verantwortung der Bauern. Um wirtschaftlich zu überleben, produzieren sie das, was der Markt will. Dass es etwa im Hinblick auf das Tierwohl auch Negativbeispiele gibt, darf nicht zur Verteufelung einer ganzen Berufsgruppe führen. Einer systemrelevanten, wohlgemerkt. Schließlich geht es um die heimischen Erzeuger unserer Lebensmittel. Jeder, der mit dem Finger auf sie zeigt, muss sich an der Supermarktkasse jedes Mal aufs Neue selbst hinterfragen.

Lesen Sie hierzu die Debatte zwischen der Dillinger Kreisbäuerin und einem Naturschützer: Debatte: Wohin führt der Weg der Landwirtschaft im Kreis Dillingen?

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