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Dilllingen

30.07.2020

Die Dillinger FOS feiert ihre ersten Absolventen

Den Jahrgangsbesten, Jonas Häusler (Zweiter von links) und Ihsan Süpür (Zweiter von rechts) der Bonaventura-FOS in Dillingen, gratulierten Schulleiter Franz Haider (Mitte) sowie Landrat Leo Schrell (links) und Oberbürgermeister Frank Kunz.
Bild: Vanessa Polednia

Plus Der erste Jahrgang der Dillinger Bonaventura-Fachoberschule erlebte seine Höhen und Tiefen. Nun haben die Schüler das Fachabi geschafft.

Der erste Jahrgang der Bonaventura-Fachoberschule in Dillingen startete am 15. September 2018 ins Schuljahr. Was sich dabei abspielte, soll ein Film von katholisch.tv zeigen. Doch das Internet will am Mittwoch in der Stadthalle nicht so richtig. Deswegen beschreibt Schulleiter Franz Haider einfach in eigenen Worten, wie er den Startschuss der Dillinger FOS erlebte. „Die Schüler waren voller Elan und Idealismus.“ Jetzt, fast zwei Jahre später, sitzt dieser erste Jahrgang vor dem Schulleiter. Die Schüler haben das Fachabi in der Tasche.

FOS-Schulleiter Haider: "Dieser Jahrgang geht in die Geschichte ein"

Der Weg bis zur Abschlussfeier war nicht immer leicht. Zu Beginn waren es 29 Schüler, die die Fachhochschulreife anstrebten. Im zweiten Schuljahr waren es noch 24 Schüler. Zu den Abschlussprüfungen wurden immerhin noch 19 Jugendliche angemeldet. Die neue Situation und die Abgänge hätten die zwei Klassen zunächst nicht zusammenfinden lassen. Erst die Abschlussfahrt nach Prag stärkte das Klassengefüge. Doch: Für einige Schüler sei im Abschlussjahr die Freizeit wichtiger als die Schule geworden. 14 der 19 Schüler bestehen die Prüfungen in acht Fächern. „Bei euch hat es funktioniert“, sagt Franz Haider zu den Fachabiturienten, „dieser Jahrgang geht in die Geschichte ein“.

Franz Haider, sowohl Schulleiter des Bonaventura-Gymnasiums als auch der Fachoberschule, bezeichnet diese Entwicklung als normal. „Auf einer Fachoberschule gibt es immer eine hohe Fluktuation." Schüler ohne Ausbildung würden zum Beispiel auf die FOS wechseln und sich weiterhin bewerben. „Oder die Schüler merken, dass diese Schulart doch nichts für sie ist“, erklärt Haider. Ein wenig sei er jedoch schon enttäuscht, dass nicht mehr den Abschluss geschafft hätten, gibt der Schulleiter gegenüber den Absolventen zu. In der Abschlussnote werden nur die Prüfungsnoten berücksichtigt.

Die Dillinger FOS feiert ihre ersten Absolventen

Fachabi trotz Coronavirus und Homeschooling

Erst nach zwei erfolgreichen Abschlussjahrgängen kann aus der bislang „staatlich genehmigten“ eine „staatlich anerkannte“ FOS werden. An der Fachoberschule in Neu-Ulm legten die Schüler deswegen ihre Abschlussprüfungen ab – und holten dort auch ihr offizielles Fachabitur-Zeugnis ab, bevor es im Anschluss in die Dillinger Stadthalle ging. Die FOS fördere nicht nur das fachliche Wissen, sondern auch die persönliche Entwicklung, bescheinigt Haider in seiner Rede, der den Eltern und Lehrern für ihr Engagement dankte. Die Corona-Krise und das Homeschooling hätte alle zusätzlich gefordert.

Das Fachabitur ist nun die Basis für die Zukunft der jungen Menschen. Dass diese im Landkreis Dillingen liegt, hofft Landrat Leo Schrell. In seiner Ansprache nennt Schrell zwei Alleinstellungsmerkmale der 14 Absolventen: Sie seien der erste Jahrgang der Dillinger FOS und hätten dem Coronavirus getrotzt. „Sie haben gelernt, ihr Leben in Krisenzeiten in die Hand zu nehmen und selbst zu gestalten.“ Oberbürgermeister Frank Kunz hätte den Absolventen einen leichteren Seegang für das Abschlussjahr gewünscht. Umso stolzer könnten sie auf sich sein, sagt Kunz. Stellvertretend für die Absolventen überreichen die Schülerinnen Alina Hellblink und Mona Joekel Sonnenblumen und einen Präsentkorb an die anwesenden Lehrer. „Sie haben uns beigebracht, dass man nicht für die Schule, sondern für das Leben lernt“, sagt Alina Hellblink.

Das haben die Jahrgangsbesten der FOS in Dillingen vor

Jahrgangsbester ist der Kicklinger Jonas Häusler aus dem Wirtschaftszweig mit einem Schnitt von 1,9. Sein Plan für die Zukunft steht bereits fest: Der 19-Jährige möchte Wirtschaftsmathematik an der Fachhochschule in Augsburg studieren. Ihsan Süpür aus Dillingen, mit 2,53 im Technikzweig der Jahrgangsbeste, weiß ebenfalls ganz genau, wie es für ihn weitergehen soll: „Ich bewerbe mich für ein Duales Maschinenbaustudium.“ Davor wird er die 13. Klasse absolvieren, die zur fachgebundenen beziehungsweise allgemeinen Hochschulreife führt. Beide bescheinigen, dass das Homeschooling die Schüler zusätzlich gefordert habe. „Wir mussten uns noch mehr selbst motivieren“, erinnert sich Jonas Häusler.

Mit der Fachoberschule ist eine Lücke in der Schullandschaft des Landkreises Dillingen geschlossen worden. Neben der Montessori-FOS in Wertingen ist es die zweite im Landkreis. Die Dillinger Fachoberschule gehört wie die anderen Bonaventura-Schulen zum Schulwerk der Diözese Augsburg und ist auch auf dem Gelände untergebracht. Die Bonaventura-Fachoberschule rechnet im kommenden Schuljahr mit einer Gesamtzahl von rund 90 Schülern.

Das ist der erste Jahrgang der Dillinger Bonaventura-Fachoberschule

  • Belgin Birinci (Dillingen)
  • Alina Hellblink (Dillingen)
  • Jonas Häusler (Kicklingen)
  • Mona Joekel (Lauingen)
  • Mara Lampe (Dillingen)
  • Simon Letzing (Lauingen)
  • Marcus Link (Zusamaltheim)
  • Giovanni Napolitano (Dillingen)
  • Katja Reß (Glött)
  • Imanuel Salzmann (Höchstädt)
  • Philipp Wagner (Dillingen)
  • Alexander Nolte (Schretzheim)
  • Rene Saule (Welden)
  • Ihsan Süpür (Dillingen)


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