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Landkreis Dillingen

04.04.2021

Die Dillinger Lions tun seit 50 Jahren Gutes

Gemeinschaft wird beim Lions-Club Dillingen groß geschrieben, wie hier auf dem Dillinger Christkindlesmarkt. Dort verkauft der Club die legendäre Feuerzangenbowle für den guten Zweck. Weil der Weihnachtsmarkt im Dezember ausfiel, wurde der Glühwein in Flaschen abgefüllt. Auf dem Foto von links: Wilhelm Rehm, eine Kundin, Klaus Eickelpasch, Doris Rehm, Bernd Bley und Wolfgang Fink.
Foto: Robert Müller/Lions

Plus Der Lions-Club Dillingen engagiert sich seit mehr als fünf Jahrzehnten für verschiedenste soziale Projekte. Bereits zwei Mal vereitelte Corona Termine für die Feier des 50. Jubiläums. Was jetzt geplant ist.

Norbert Eickelpasch kann sich noch gut an das Jahr 1970 erinnern. Damals war der Ingenieur und einstige technische Leiter des Kernkraftwerks erst kurze Zeit in Gundremmingen, als er zu einem Treffen bei Hugo Musselmann auf Gut Hygstetten eingeladen wurde. Damals gründeten einige Idealisten den Lions-Club Günzburg-Dillingen um den einstigen Landtagsabgeordneten Otto Meyer, berichtet Eickelpasch. Weil Meyers Stimmkreis aber in Dillingen lag, folgte am 5. August 1970 die Gründung eines eigenen Lions-Clubs für unseren Landkreis. Und der macht nun seit mehr als fünf Jahrzehnten mit seinen sozialen Projekten auf sich aufmerksam.

Dies hat auch Norbert Eickelpasch in Bann gezogen. „Der soziale Aspekt, anderen Menschen zu helfen, hat mich fasziniert“, sagt der Gundremminger. In dieser Gemeinschaft habe er unbedingt dabeisein wollen. Und Eickelpasch hat auch eine besondere Anekdote aus den 1980er Jahren im Gedächtnis. „Damals gab es eine intensive Diskussion, ob man sich im Club duzt, denn das wollten einige gar nicht.“ Heute ist das Duzen untereinander eine Selbstverständlichkeit. Bei den verschiedenen Projekten habe er schöne und manchmal auch kuriose Erfahrungen gemacht, berichtet Eickelpasch. In Lauingen sei einmal der Christbaum auf dem Weihnachtsmarkt auf die Hütte der Lions gefallen.

Einnahmen gehen zu 100 Prozent an Bedürftige

Der heute 86-Jährige hätte als Gründungsmitglied bei der 50-Jahr-Feier des Lions-Clubs Dillingen geehrt werden sollen. Der erste Termin im Juni 2020 fiel wegen Corona aus, den zweiten Termin in diesem Jahr haben Präsident Martin Jenewein und sein Team ebenfalls wegen der Pandemie verschoben. Im dritten Anlauf soll es nun klappen. „Wir wollen das Jubiläum nun im Juni 2022 feiern“, kündigt Vizepräsident Wilhelm Rehm an. Vom 16. bis zum 19. Juni soll es viel Programm geben. Partnerclubs aus Delmenhorst, Bondeno, Günzburg, Donauwörth und Nördlingen sollen vertreten sein. Das Programm werde von einer Fahrt zur Zugspitze bis zum Festabend im Stadtsaal reichen, sagt der Höchstädter.

Lions-Präsident Martin Jenewein (links) hat Gründungsmitglied Klaus Eickelpasch im Dillinger Sparkassensaal für die 50-jährige Mitgliedschaft im Club mit der Ehrennadel ausgezeichnet. Mit dem Geehrten freuten sich (hinten von links) Sekretär Rainer Schaller, Schriftführer Manfred Forscht und Vizepräsident Wilhelm Rehm.
Foto: Robert Müller/Lions

Die Ehrung ihres Gründungsmitglieds Eickelpasch vollziehen die Lions nun vorab in kleinem Kreis im Dillinger Sparkassensaal. Präsident Jenewein übergibt die Ehrennadel anlässlich der 50-jährigen Mitgliedschaft und würdigt die Verdienste des Gundremmingers. Und er stellt dabei die Bedeutung der Dillinger Lions heraus. Dem gemeinnützigen Club gehören derzeit 39 berufene Mitglieder aus dem gesamten Landkreis Dillingen an. „Unser Motto heißt ‚we serve‘ (wir dienen)“, betont Jenewein. Diesem Anspruch seien das Handeln und alle Projekte des Lions-Clubs verpflichtet. „Generierte Einnahmen werden ohne Verwaltungskosten zu 100 Prozent an Bedürftige weitergegeben“, erläutert der Präsident. Es gehe nicht darum, dass Mitglieder „Geld für die Projekte auf den Tisch legen“. Freundschaft und Gemeinschaft würden großgeschrieben, die ethischen Grundsätze seien anspruchsvoll. Einer davon lautet beispielsweise: „Ich werde nicht um des eigenen Vorteils willen die Existenz eines anderen gefährden.“

Statt Feuerzangenbowle gab es bei den Dillinger Lions Glühwein in Flaschen für den guten Zweck

Weltweit gibt es derzeit 48.247 Lions-Clubs mit 1,4 Millionen Mitgliedern, erläutert Sekretär Rainer Schaller. Der Wertinger ist als Zonne-Chairperson für zehn Lions-Clubs in Schwaben zuständig. In Deutschland seien die Hälfte aller 1581 Lions-Organisationen „reine Herren-Clubs“. Bei den Dillinger Lions sind derzeit sieben Frauen engagiert, ein Anteil von etwa 18 Prozent. Der Club leistete in den vergangenen fünf Jahrzehnten vielfältige Unterstützung. Allein durch die Adventskalender-Aktion erhielt etwa die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung, 74.000 Euro an Spenden, erläutert Schaller. Das Gundelfinger Kinderheim wurde mit 47.000 Euro gefördert, die Dillinger Tafel mit 57.000 Euro. 125.000 Euro flossen an Hilfsorganisationen bei Auslandseinsätzen. Sachspenden wurden in einer Höhe von mehr als einer Million Euro aufgebracht, und dies stelle nur einen Ausschnitt dar.

Corona hat auch die Lions in ihren Aktivitäten etwas ausgebremst. Abende im Clublokal Malzstadel konnten nicht mehr stattfinden, aber in Videokonferenzen habe ein reger Austausch stattgefunden, sagt Präsident Jenewein. Weil der Christkindlesmarkt ausfiel, konnte die Feuerzangenbowle für den guten Zweck nicht verkauft werden. Die Lions zeigten sich jedoch, wie Schriftführer Manfred Forscht erinnert, kreativ und füllten den Glühwein in Flaschen ab, um so unabhängig vom Weihnachtsmarkt Einnahmen für den guten Zweck zu erzielen. „Gemeinsam“, so lautete Jeneweins Motto. Und gemeinsam wollen die Lions nun 2022 ihr rundes Jubiläum feiern.

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