Gundelfingen

29.07.2016

Die Drehleiter ist da

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3 Bilder
Drehleiter Gundelfingen Feuerwehr
Bild: Katharina Gaugenrieder

Die Feuerwehr empfängt den heiß ersehnten Neuzugang. Warum die Indienststellung noch auf sich warten lässt.

Lange haben die Mitglieder der Gundelfinger Feuerwehr auf diesen Tag gewartet. Und im letzten Moment schien es am Mittwoch so, als könnte der Empfang für die heiß ersehnte Drehleiter doch noch ins Wasser fallen. Denn bei der Abholung in Karlsruhe funktionierten einige Einstellungen nicht wie vorgesehen. Fieberhaft arbeitete die Firma an der Behebung. Kommandant Michael Wohlhüter gibt zu, dass er kurz Sorge hatte, ob man die Drehleiter an diesem Tag überhaupt noch in ihre neue Heimat fahren könne. Doch dann ging doch alles glatt.

So konnte die Gundelfinger Feuerwehr ihrer neuesten Errungenschaft am Mittwochabend einen würdigen Empfang bereiten. Mit allen verfügbaren Fahrzeugen warteten die Floriansjünger am Stadteingang auf den feuerroten Neuzugang. Dann ging es mit der Drehleiter im Schlepptau mit Martinshorngeheul aus allen Rohren durch die Innenstadt zum Feuerwehrgerätehaus, wo ein anderes Fahrzeug nun Platz für die Drehleiter machen muss. Es wird dafür, bis zum Bau eines neuen Gerätehauses, ausgelagert.

Unter einem Wasserbogen hindurch fuhr das neue Gefährt am Mittwoch in Grottenhofen ein. Und nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen schossen fleißig Fotos davon. Schließlich bekommt man so ein Fahrzeug nicht alle Tage.

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Für die Gundelfinger Wehr ist es die erste Drehleiter überhaupt. Dass sie nun endlich da ist, sei eine große Freude, sagt Kommandant Michael Wohlhüter.

Lange habe man dafür gekämpft. „Ich bin seit zwölf Jahren in der Feuerwehr und das war immer schon Thema“, sagt er. „Uns fällt jetzt ein großer Stein vom Herzen.“ Schließlich habe man in Gundelfingen einige Gebäude, aus denen man mit einer Steckleiterverbindung im Ernstfall die Menschen nicht retten könne.

Maximal acht Meter könne man mit Steckleitern überwinden. Die neue Drehleiter kann dagegen in ganz andere Dimensionen vorstoßen. Bei einer Ausladung von zwölf Metern beträgt ihre Rettungshöhe 23 Meter. Maximal können mit dem Korb Menschen aus 30 Metern geholt werden. 500 Kilo oder fünf Personen trägt der Korb.

Das Fahrzeug, ein Mercedes, hat 286 PS. Der Drehleiteraufbau stammt von der Firma Rosenbauer. Praktisch ist laut Michael Wohlhüter auch, dass sich die Drehleiter abknicken lässt. Damit kann man etwa über ein Dach fahren und auch näher an die Fassade eines Hauses heranrücken. Daneben kann die Drehleiter durch eine Kranfunktion Lasten bis zu vier Tonnen anheben. 620000 Euro hat die neueste Errungenschaft der Gundelfinger Feuerwehr gekostet.

Nachdem die Stadt das Fahrzeug gemeinsam mit dem Markt Wartenberg ausgeschrieben hat, wurde die Drehleiter günstiger. Auch der Fördersatz erhöhte sich dadurch um zehn Prozent.

Bis die neue Drehleiter aber offiziell in Dienst gestellt und auch alarmiert werden kann, dauert es voraussichtlich noch eineinhalb Monate. Bereits vor ihrer Ankunft haben einige Maschinisten eigens einen Lehrgang bei der Feuerwehrschule besucht. Nun folgen noch einmal rund 100 Stunden interne Schulungen. „Natürlich wären alle hochmotiviert das Ding gleich mit rauszunehmen“, sagt Kommandant Michael Wohlhüter. „Aber wir möchten bei einem Einsatz auch guten Gewissens sagen können, dass wir wissen, was wir zu tun haben.“

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