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Dillingen

31.03.2020

Die Fussl Modestraße kommt nach Dillingen

So soll das Wohn- und Geschäftshaus der VR-Bank Donau-Mindel in der Dillinger Kapuzinerstraße aussehen. Dort wird die Fussl Modestraße nach dem derzeitigen Stand der Planung im Herbst 2021 ihr Geschäft eröffnen.
Bild: Fussl Modestraße (Fotomontage)

Plus Geschäftsführer Ernst Mayr freut sich auf die Eröffnung der Filiale im neuen Wohn- und Geschäftshaus der VR-Bank Donau-Mindel. Wie der Österreicher die Zukunft seines Projekts in Zeiten der Corona-Krise sieht.

In diesen Zeiten der Corona-Pandemie ist das eine ungewöhnliche Nachricht: Die Fussl Modestraße wird im kommenden Jahr im Wohn- und Geschäftshaus der VR-Bank Donau-Mindel in der Dillinger Kapuzinerstraße eröffnen. Das bestätigte der geschäftsführende Gesellschafter des österreichischen Modeunternehmens, Ernst Mayr, auf Anfrage. Fussl will dort auf 550 Quadratmetern Verkaufsfläche seine Mode anbieten.

Ein Problem auf der Baustelle hat sich gelöst

VR-Bank-Vorstand Alexander Jall hatte jetzt gegenüber unserer Zeitung das Geheimnis gelüftet, welcher Textilhändler sich im Wohn- und Geschäftshaus in der Dillinger Einkaufsstraße niederlassen wird. Die Baustelle sei aber angesichts der Corona-Krise nicht das drängendste Problem, sagte Jall. Denn der Banker sieht die Gefahr, dass die gesamte Weltwirtschaft wegen des gegenwärtigen Stillstands in eine tiefe Rezession schlittert (wir berichteten). Für die VR-Bank Donau-Mindel hat sich auf der Baustelle in der Kapuzinerstraße inzwischen ein Problem gelöst. Die archäologischen Ausgrabungen sind abgeschlossen. Das Grabungsteam um Andreas Heimerl hat dort, wie der Wissenschaftler betont, bedeutende Funde gemacht. Unter anderem legten die Archäologen den Eckturm der Stadtmauer aus dem Jahr 1674 frei.

Polnische Mitarbeiter sind in Quarantäne

Das eine Problem ist gelöst, ein anderes stoppt nun aber den Baufortschritt. Polnische Mitarbeiter des Generalunternehmers Züblin (Niederlassung Neu-Ulm) sind derzeit auf Heimaturlaub und deshalb vorsorglich in Quarantäne. Oberbauleiter Martin Schneider ist jedoch zuversichtlich, „dass wir nach Ostern wieder loslegen können“. Und der Bauabschnitt I (das angrenzende Geschäftshaus der Stadthaus Dillingen, in das der Müller-Markt einzieht) habe gezeigt, dass Verzögerungen auch wieder aufgeholt werden können. Zudem werde Züblin die Zeit nutzen und jetzt den restlichen Abschnitt der Baugrube ausheben lassen. Es herrsche also kein Stillstand auf der Baustelle.

"Dillingen an der Donau passt zu uns"

Fussl-Geschäftsführer Ernst Mayr freut sich indes auf die Eröffnung in Dillingen. Vier Mal habe er den Standort bereits besucht und die Ansicht gewonnen: „Dillingen an der Donau passt zu uns.“ Der Eigentümer des Unternehmens bleibt auch während der Corona-Krise optimistisch. „Wir werden das überstehen. Wenn Fussl das nicht überlebt, dann überlebt es kein Modehändler“, sagt Mayr, der als einer von drei Geschäftsführern das Unternehmen lenkt.

Die Fussl Modestraße werde sich gut in eine mittelgroße Stadt wie Dillingen einfügen. Mayr ist überzeugt davon, „dass wir den Handel in der Innenstadt beleben werden“. Die Fussl Modestraße sei mit ihren Textilien in der mittleren Preiskategorie angesiedelt. Mayr sagt: „Wir sind 20 Prozent teurer als billigere Anbieter, bieten aber 40 Prozent mehr.“ Das Preis-Leistungs-Verhältnis sei optimal, die Fachberatung komme bei den Kunden an.

Den Sitz hat Fuss in der Gemeinde Ort in Oberösterreich

Die Fussl Modestraße hat ihren Sitz in der Gemeinde Ort im oberösterreichischen Innkreis – etwa 40 Kilometer von Passau entfernt. Dort hatte Felix Fußl, der Urgroßvater der heutigen Geschäftsführer, 1871 eine Gemischtwarenhandlung gegründet. Es geht stetig aufwärts. 2009, im Jahr der Wirtschaftskrise, wächst das Filialnetz des heutigen Textilhändlers bereits auf mehr als 100 Standorte. 2015 wird Fussl als bestes Familienunternehmen Österreichs ausgezeichnet. 2016 eröffnet die Firma in Pfarrkirchen die erste Modestraße in Bayern, seitdem expandiert das Modeunternehmen mit seinen mittlerweile rund 1400 Mitarbeitern auch in Deutschland. Fussl vertreibt zu einem Großteil Eigenmarken, die in Tschechien, der Türkei und im asiatischen Raum produziert werden. Anfang 2020 umfasst das Netz rund 150 Filialen in Österreich und 29 Standorte in Deutschland.

Fünf Neueröffnungen waren allein im März geplant

Fünf Neueröffnungen hatte Fussl, wie Ernst Mayr erläutert, allein im März geplant, unter anderem in Nördlingen und Feuchtwangen. Dort musste der Laden allerdings wegen Corona nach nur eineinhalb Wochen Öffnung vorübergehend schließen. „Im Herbst 2021 wollen wir in Dillingen eröffnen“, sagt Mayr. Im Schwäbischen Rom mache das Unternehmen im Übrigen eine Ausnahme, denn gewöhnlich bevorzuge Fussl wegen der Parkplätze Lagen im Außenbereich. „In Dillingen gehen wir aber in die Innenstadt“, betont der geschäftsführende Gesellschafter.

Kunz: Eine tolle Geschichte

Dies freut auch Oberbürgermeister Frank Kunz. „Fussl wird das gute Angebot in der Dillinger Innenstadt ergänzen“, glaubt der Rathauschef. Die Stadt habe sich lange mit diesem Projekt befasst. „Es ist eine tolle Geschichte, dass ein Filialist in dieser Zeit ein neues Angebot in der Dillinger Innenstadt schafft“, sagt Kunz. Dies werde die Attraktivität der Einkaufsstadt Dillingen weiter steigern.

Die Corona-Krise, die zur Schließung der Geschäfte geführt hat, treffe den Einzelhandel in Dillingen hart, stellt der Oberbürgermeister fest. Er hoffe darauf, dass sich die Bürger jetzt nicht im Internet eindecken, sondern nach der Lockerung der Ausgangsbeschränkungen den Einzelhandel stärken und vor Ort einkaufen.

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