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Turnier

14.07.2018

Die Heimatzeitung sucht die Kickerkönige

Kickerturnier DZ-WZ Weltmeisterschaft für KdN Kartei der Not mit Wanderpokal vom Landrat Leo Schrell in Höchstädt Gewinner Stadt Höchstädt
Bild: Karl Aumiller

In Höchstädt kämpfen 16 Mannschaften um den Wanderpokal. Der Heimvorteil ist dabei nicht unwichtig.

Links und rechts am Tor vorbei schlägt der Ball immer wieder in die hölzerne Bande ein. Torwart und Verteidiger versuchen mit aller Macht, den Einschlag im Kasten zu verhindern. Höchstädt liegt mit vier Toren hinten und kann sich kein weiteres Gegentor erlauben. Die Mannschaft spielt im Finale gegen eine Auswahl der Bundeswehr. Die lässt den Ball in den eigenen Reihen zirkulieren. Kurze Pässe in der Offensivreihe sollen das Abwehrbollwerk aufreißen, das Höchstädt nun bildet. Vor jedem Torschuss klopft der Bundeswehr-Spieler Stephan Linder mit dem Fuß seiner Figur den Ball an. Zu diesem Zeitpunkt scheint das Höchstädt zu beeindrucken. Figur? Das Turnier findet nicht auf dem Rasen statt, vielmehr wird an zwei Tischkickern der „Kickerkönig“ des Landkreises Dillingen ermittelt. Spieler und Zuschauer schwitzen und jubeln in der Vereinsgaststätte der SSV Höch-städt. Jeder Teilnehmer setzt zehn Euro Startgeld, oder mehr, ein - es kommt der Kartei der Not zugute. Der Höchstädter Unternehmer und SSV-Förderer Rudolf Kimmerle sowie der Gastwirt Maxim Karle stocken den Gesamtbetrag auf 1000 Euro für das Leserhilfswerk auf.

Insgesamt 16 Mannschaften treten an, um den Wanderpokal für sich zu erringen. Landrat Leo Schrell hat ihn der Donau-Zeitung und der Wertinger Zeitung gestiftet, die das Kickerturnier ausrichten. Gastgeber ist die SSV Höchstädt – und die Mannschaften sind: die Städte Dillingen, Gundelfingen Höchstädt und Wertingen, das Landratsamt, die Märkte Bissingen und Wittislingen, die Gemeinde Buttenwiesen, die VG Holzheim und Syrgenstein, die Polizei, die Bundeswehr, das Kinderheim Gundelfingen, die SSV Höchstädt, die Donau-Zeitung und die Wertinger Zeitung. Die Teams bestehen aus mindestens zwei Spielern – die können auch während des Spiels beliebig oft gewechselt werden. Zwei Schiedsrichter achten bei den Spielen darauf, dass alle Mannschaften die Regeln einhalten: Karl Kehrle und Werner Hölzle. Der Wettbewerb läuft sehr fair ab, nur selten müssen die beiden Referees zur gelben Karte oder der Trillerpfeife greifen.

„Wenn wir bei der WM schon keinen guten Fußball unserer Mannschaft gesehen haben“, sagt SSV-Vorsitzender Jakob Kehrle, „dann zeigen wir hier bei unserem Turnier wenigstens guten Fußball.“ Dabei lacht er – allen Anwesenden geht es vor allem um den Spaß. Und wenn dabei noch Geld für den guten Zweck zusammenkommt, freut es die Teilnehmer umso mehr. Vor und nach dem Spiel geben sich die Mannschaften die Hand, während der Partien wird gescherzt und gelacht. „Wir sind dem olympischen Gedanken verpflichtet“, sagen Conny Eberhard und Mirjam Steiner vom Team Syrgenstein.

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Das ändert sich mit dem Beginn der K.o.-Phase. Plötzlich sind verkniffene und konzentrierte Gesichter zu erblicken, die Handgelenke umklammern die Plastikgriffe. Das Metall der Stangen reißt an den Rahmen der Tische, bei Gewaltschüssen stoßen die Plastikgriffe gegen den Tisch. Einzelne Teams geben sich untereinander taktische Anweisungen, hier und dort erklingt ein gemurmelter Fluch. Höchstädt genießt den Heimvorteil, Fans feuern die Mannschaft immer wieder an. „Wir haben schon einen Platz in unserem Trophäenschrank für den Pokal freigeräumt“, scherzt der Höchstädter Bürgermeister Gerrit Maneth. Doch auch andere Teams haben Unterstützung dabei und allmählich kristallisieren sich einige Favoriten heraus. Neben Höchstädt vor allem die SSV Höchstädt, die Bundeswehr und die Wertinger Zeitung. Weil Sport hungrig macht, sind Gastwirt Karle und sein Team im Turnierverlauf ebenfalls gut beschäftigt. Spieler und Fans erholen sich bei Wurstsalat oder Schnitzel von ihren Partien.

Die einen essen und unterhalten sich, die anderen kämpfen um den Einzug ins Finale: Die oben erwähnten Favoriten machen die Halbfinal-Partien unter sich aus. Auch die Bundeswehr wüsste schon einen Platz für den Pokal. „In der Gemeinschaftsunterkunft würde er gut stehen“, sagt Oberstleutnant Florian Wulf. Dafür müssen sie zuerst an der SSV Höchstädt vorbei, gespielt wird in einem „Best-of-three“-System. Der Bundeswehr reichen zwei Spiele, um den Finaleinzug klar zu machen. Im anderen Halbfinale wehren sich die Vertreter unserer Zeitung verbissen, müssen sich letztlich aber in drei Spielen geschlagen geben.

Ehe das Finale von Schiedsrichter Kehrle angepfiffen wird, erhalten beide Teams noch einmal die Möglichkeit zu verschnaufen. Zu diesem Zeitpunkt liegen bereits etwa zwei Stunden konzentriertes Kickern hinter ihnen. Gegen 21.10 Uhr beginnen die beiden Finalisten mit ihrem Spiel. Nachdem Höchstädt die Abwehr stabilisieren kann, geht das Team zum Gegenangriff über. Plötzlich steht es fünf zu fünf. Doch die Bundeswehr zeigt keine Unsicherheit, routiniert passen die Soldaten, suchen Lücken. Bald führt die Mannschaft erneut mit drei Toren. Höchstädt dreht auf einmal auf. Schnelle, kurze Ballstafetten und direkte Abschlüsse prägen nun das Match. Und am Ende steht eine zehn auf dem Punktebrett der Höchstädter. Triumphschreie und Freude auf ihrer Seite, eine faire Anerkennung der Niederlage von Seiten der Bundeswehr. Alle Spieler sind stolz auf das gute Spiel. „Das nächste Mal holen wir den Pokal“, sagt Linder und lächelt.

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