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11.03.2009

Die Holzpreise gehen in den Keller

Landkreis Die Finanzkrise hat auch die Holzwirtschaft erreicht: Die Holzpreise gehen mehr und mehr in den Keller. Auswirkungen dieses Trends sind, wie eine Umfrage der Donau-Zeitung ergab, auch in der Region spürbar.

Der sinkende Holzpreis mache sich vor allem bei der Fichte bemerkbar, sagt der Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Dillingen, Johann Stuhlenmiller. Dort müssten Waldbesitzer eine Minderung des Kaufpreises um 20 Prozent verkraften. Beim Laubholz entscheide der Modetrend. Gefragte Sorten, momentan Eiche, ließen sich zu einem durchaus guten Preis verkaufen, informiert der Geschäftsführer. Beim Preis für Energieholz verzeichne die Forst- und Betriebsgemeinschaft in Dillingen noch keine Auswirkungen.

Staatliche Förderung

Thomas Mair, Mitarbeiter bei der Firma Renner in Lauingen, verkauft unter anderem Holzkessel und Hackschnitzelanlagen. Bei öffentlichen Einrichtungen sei eine steigende Nachfrage nach Hackschnitzelheizungen zu verzeichnen, da sich die Anschaffung solch einer Anlage nur in größeren Dimensionen rechne. Einerseits werde diese erhöhte Nachfrage durch einen steigenden Ölpreis ausgelöst, andererseits auf Grund der staatlichen Förderung. Die kostspielige Anschaffung einer Anlage für regenerative Energien, so Mair, schrecke manche Kunden: "Jedoch muss man bei solch einer Umstellung stets die langfristigen Vorteile im Auge haben."

Die Holzpreise gehen in den Keller

Nachfragen bei Firmen mit Pelletsverkauf ergaben, dass der Verkauf dieses Heizstoffes nicht vom sinkenden Holzpreis beeinflusst wird. Armin Hartleitner, Geschäftsführer der Firma FireStixx Hartleitner GmbH in Ziertheim, berichtet zwar von einem erhöhten Absatz seines Produktes, bringt dies aber in Zusammenhang mit dem hohen Ölpreis. Durch den sinkenden Holzpreis sei der Export zusammgebrochen, so Hartleitner. Die Sägewerke tendierten dazu, ihre Produktion zurückzufahren. Dies bedeute, dass er die erforderlichen Sägespäne zu einem höheren Preis einkaufen müsse. Seinen Kunden gebe er diesen Preis weiter. Und die seien zur Zahlung des gestiegenen Preises bereit, da sie sich damit im Vergleich zum Heizöl immer noch einen Vorteil sicherten, sagt der Geschäftsführer.

Stefan Wagner, Ansprechpartner für Holzpellets bei der Firma Wagner KG in Wertingen, beschreibt die Lage ähnlich. "Aufgrund der Wirtschaftskrise fehlen die Sägespäne zur Pelletsproduktion. Rundholz muss nun extra zu Sägespänen verarbeitet werden", sagt Wagner. Dieser zusätzliche Energieaufwand, so Wagner, treibe den Preis für die Pellets in die Höhe. Der momentane Preis sei noch akzeptabel, da er lediglich 20 Prozent über Normalniveau liege.

Wertschätzung im Inland

Der niedrige Holzpreis komme deshalb sogar gelegen, sagt Stefan Wagner. So sei das zusätzlich zu kaufende Rundholz zumindest nicht so teuer. Wagner registriert eine steigende Nachfrage in der Bevölkerung nach regenerativen Energien. Angesichts der stark schwankenden Ölmarktpreise schätzten die Bürger die Stabilität des Holzmarktes: "Diese Stabilität kommt aufgrund der inländischen Wertschätzung der Holzprodukte zustande." Holz werde über Generationen im Wald gepflegt und auf dem nationalen Markt verkauft, so der Pelletsfachmann. Im Gegensatz zu den Rohstoffen Öl und Gas sei Holz keinen Spekulationen an der Börse und auf internationalen Märkten ausgesetzt.

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