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Kommentar

30.07.2020

Die Jugendlichen werden nicht ernst genommen

Im großen Sitzungssaal im Dillinger Landratsamt tagte am Montag der Jugendhilfeausschuss.
Bild: Tanja Ferrari (Archiv)

Plus Schüler machen sich wegen des Klimawandels Sorgen. In der Sitzung des Jugendhilfeausschuss ist das kein Thema.


Drei von vier Jugendlichen im Landkreis Dillingen haben Angst vor dem Klimawandel und den unabsehbaren Folgen der Umweltverschmutzung. Und dem Jugendhilfeausschuss ist das nicht einmal eine tiefer gehende Diskussion wert. Es ist bezeichnend, dass stattdessen mal wieder die Sprache darauf kommt, was der Landkreis für toll niedrige Arbeitslosenzahlen hat. Eine Diskussion über die Ängste der nachkommenden Generation endet in Selbstbeweihräucherung.

Die wichtigste Sorge der Schüler wird nicht ernst genommen

Natürlich ist hier auch der positive Blick legitim. Dass man den Jugendlichen vermitteln will: Ihr seid hier in einem Umfeld aufgewachsen, in dem euch alle beruflichen Wege offenstehen. Ihr könnt euch sicher fühlen, auch ihr 62 Prozent, die das offenbar nicht tut. Doch diese Sichtweise wird unglaubwürdig, wenn die wichtigste Sorge der Schüler – der Kollaps unseres Ökosystems – ignoriert wird.

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Der Antrag auf Klimanotstand wurde 2019 im Landkreis Dillingen abgelehnt

Es fehlt ein starkes Signal aus dem Kreistag an die Jugendlichen, dass dort ihre Verbündeten im Kampf gegen Klimawandel und Umweltzerstörung sitzen. Im Oktober vergangenen Jahres diskutierten die Räte mit Vertretern von „Fridays for Future“ über eine mögliche Ausrufung des Klimanotstandes im Landkreis. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Die Jugendlichen bekamen stattdessen von einem Kreisrat den denkwürdigen Ratschlag mit auf den Weg, sich für Handyverzicht an Schulen einzusetzen.

Lesen Sie dazu den Artikel: Angst vor Arbeitslosigkeit und Klimawandel

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