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09.04.2015

Die Lerche braucht Platz

Großvater Karlheinz Engbert unterstützt seine Enkelin Lisa.

Lisa Knapp hat eine Schilderaktion gestartet. Sie sucht Nistplätze für die Vögel

Für Lisa Knapp ist der Gesang von Feldlerchen nicht nur eine Frühlingsbotschaft, sondern auch eine akustische Bestätigung für heile Natur. Umso mehr bedauert sie, dass auf den Gundelfinger Fluren das Lied der Lerche immer seltener zu hören ist.

Lisa, Schülerin der 10. Klasse am Albertus-Gymnasium Lauingen, will sich nicht damit zufrieden geben, dass an ihrem Wohnort Gundelfingen das Verschwinden der Lerche tatenlos hingenommen wird. Unterstützt von ihrem Großvater Karlheinz Engbert, hat sie an Feldrändern zehn Schilder mit der Aufschrift „Feldlerche sucht Nistplatz“ aufgestellt. Ihr Ziel ist es, Landwirte auf das Problem aufmerksam zu machen. Karlheinz Engbert, Chef der Firma Kommutech, und seine Enkelin haben sorgfältig darauf geachtet, mit der Aktion keine Vorschriften zu verletzen. Stadt, Landratsamt und Polizei wurden von dem Vorhaben vorsorglich informiert. Bei der Positionierung der Schilder wurde kein fremdes Eigentum betreten. Die Tafeln stehen ausnahmslos am Rand der ausgewählten Grundstücke.

Lisa ist davon überzeugt, dass die Ausrottung der Feldlerche als Folge einer intensivierten Bodennutzung leicht zu vermeiden wäre. Inspiriert von einem NABU-Projekt, tritt sie für die Anlage sogenannter Lerchenfenster auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ein. In deutlichem Abstand zu Fahrwegen und zum Feldrand soll auf einer Fläche von 18 bis 24 Quadratmetern die Aussaat durch Anheben der Sämaschine unterbleiben. Der Wuchs von Wildkräutern signalisiert der Feldlerche die Eignung dieser natürlichen Insel als Nistplatz. Damit könnte der „Vogel des Jahres 1998“, der inzwischen von der Weltnaturschutzunion auf die „Rote Liste“ der gefährdeten Tierarten gesetzt wurde, vor der weiteren Reduzierung der Bestandszahlen geschützt werden. Und dazu gibt es, wie Karlheinz Engbert anmerkt, sogar Zuschüsse vom Land Bayern.

Den ausgeprägten Sinn für den notwendigen Schutz der Natur verdankte Lisa den ausgedehnten Spaziergängen mit ihrem Großvater. Schon früh lernte sie, mit Haustieren umzugehen und Verantwortung für sie zu übernehmen.

Aber die Liebe zur Natur schließt andere Hobbys nicht aus. Lisa ist Mitglied im Chor des Albertus-Gymnasiums, unterstützt soziale Spendenaktionen und erschließt sich die digitale Welt am Computer. „Aber besonders beeindruckt“, sagt Opi Engbert, „bin ich von Lisas sozialer Kompetenz.“ (E–U)

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