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17.10.2017

Die Nordschwaben sollen noch besser Müll trennen

Eine Kampagne soll dafür sorgen, dass mehr Nahrungsmittel in der Biotonne landen und der aufkommende Müll in den Haushalten noch besser getrennt wird.
Bild: Thorsten Jordan (Archivfoto)

In der Region läuft es schon recht gut. Wo die Verantwortlichen noch Verbesserungsbedarf sehen, erläuterten sie bei einem Ortstermin.

Die Verbraucher in den Landkreisen Donau-Ries und Dillingen sind „schon gut erzogen“ bei der Mülltrennung, sagt der stellvertretende Landrat des Landkreises Donau-Ries, Reinhold Bittner. Er ist auch Repräsentant des Abfallwirtschaftsverbandes Nordschwaben (AWV). „Aber die Bioabfälle sollten noch besser vom Restmüll getrennt werden“, sagt Paul Schweihofer. Er betreibt in Mertingen eine der wenigen Bioabgasanlagen, die aus dem Müll Strom erzeugen.

In Bäumenheim warb nun die „Aktion Biotonne Deutschland“ dafür, den Haushaltsmüll noch stärker zu trennen. Die Initiatoren der Kampagne wollen den Verbraucher, wie sie sagen, direkt erreichen. Deswegen beginne die Aufklärung direkt im Lebensmittelhandel, wie beim Rewe-Verbrauchermarkt in Bäumenheim. Marktmanager Michael Nägele verwies darauf, dass der Handel inzwischen spezielle Hilfsmittel wie Papiertüten und Sammelbehältnisse anbietet, „um das Sammeln und Trennen attraktiver zu machen“. „Da gibt es ein gigantisches Potenzial“, erklärte Claudius da Costa Gomez. Er ist Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Biogas. Die oft ungenutzte Biomasse könnte vielfältig zur Gewinnung von Strom, Wärme und Kraftstoff genutzt werden. Außerdem könne wertvoller Kompost hergestellt werden.

Viele Verbraucher wüssten gar nicht, dass neben Teebeuteln und Bananenschalen auch die Reste vom Nudelauflauf oder Fischgräten über die Biotonne verwertet werden können. „Koch- und Essensabfälle gehören in die Biotonne“, sagte der Verbandsvertreter. Allein ein Kilogramm Bioabfall würde ausreichen, um eine 40-Watt-Glühlampe sechs Stunden lang leuchten zu lassen.

Mit der Kampagne soll nicht nur für mehr, sondern auch für das saubere Sammeln von Bioabfall geworben werden. Plastiktüten oder Dosen in der Biotonne könnten nur mit großem Aufwand und hohen Kosten in der Biogasanlage aussortiert werden. „Je mehr Plastikabfälle im Bioabfall sind, umso schwieriger und teurer wird die Erzeugung von wertvollem Kompost nach Gütesiegel“, erklärte Paul Schweihofer. Diese Kosten müssten dann weitergegeben werden und so zahle letztlich wieder der Verbraucher. Mit der energetischen Verwertung von Produktionsabfällen aus der Lebensmittelindustrie, Landschaftspflegematerial, landwirtschaftlichen Abfallprodukten und einer betriebseigenen Grüngutannahmestelle versorgt Schweihofers Biogasanlage über 3000 Haushalte mit nachhaltig erzeugtem Strom. Der Unternehmer berichtete von seinen Erfahrungen: Demnach werde auf dem flachen Land konsequenter getrennt als in den Städten. Als „Problembereich“ hat er beispielsweise die Parkstadt in Donauwörth ausgemacht.

In Nordschwaben werde bereits fleißig Bioabfall gesammelt, erklärte Reinhold Bittner. Die Entwicklung der Biotonne im Entsorgungsgebiet des AWV nannte er eine „Erfolgsgeschichte“. Seien es vor zehn Jahren noch 26000 Haushalte gewesen, die den Service der Biotonne in Anspruch nahmen, seien es heute rund 50000 Haushalte. Dies entspreche einem Anschlussgrad von 70 Prozent. Die Quote der „Fehlwürfe“ (also falsch in die Biotonne gegebener Materialien) sei mit drei Prozent durchschnittlich, könnte aber verbessert werden.

Vor Ort begrüßten der Landtagsabgeordnete Wolfgang Fackler (Donau-Ries-Kreis) und Mertingens Bürgermeister Albert Lohner die Aktion, die auch vom Bundesumweltministerium und anderen Organisationen unterstützt wird.

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