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Albertus-Abifeier

01.07.2018

Die Safari überstanden

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Die Jahrgangsbesten wurden gesondert geehrt. Von links: Schulleiter Hans Lautenbacher, Zweite Fördervereinsvorsitzende Melanie Limmer, Elternbeiratsvorsitzende Anja Berchtold, Markus Bartelt von GTG Gummitechnik, die vier Schülerinnen mit 1,2er-Schnitt, Iris Bayer, Veronika Berchtenbreiter, Rike Hahn und Theresa Pfitzmayer.

91 Albertus-Abiturienten verabschieden sich mit Schnitt von 2,21.

Sie haben es geschafft, ihre Reiseleiter sind zufrieden und entlassen sie nach acht Jahren in die große weite Welt. Bei ihrer Abifeier sprechen die Absolventinnen Jenny Bui und Caroline Gramm von ihrer Reise durch „AGL“. Das steht nicht etwa für ihre Schule, das Albertus-Gymnasium Lauingen, sondern für afrikanische Gebirgslandschaften. Dem Motto „Hakuna Matabi“ entsprechend erzählen sie von ihrer Schulzeit als Safari. Die Grundlagen haben sie in der Grundschule schon gelernt. „Bei Gefahr niemals wegrennen“, erklärt Bui. Tiere wie Lehrer agieren sonst aggressiv. „Immer so tun, als hätte man den Durchblick“, ergänzt Gramm. Eine große Aufgabe war es, pünktlich um 8 Uhr am Tourbus zu stehen. „Das hat nicht immer geklappt“, gibt Bui zu. Gramm meint, die Ausreden seien aber unterhaltsam gewesen. „Denn was soll man machen, wenn das Fahrrad Verspätung hat?“ Die AGL-Schüler lassen „Referatschlangen“, „Klausurhyänen“ und „Seminararbeitslöwen“ nun hinter sich. Aber angesichts dessen, was vor ihnen liegt, sei das gar keine Abschiedsrede. „Stattdessen ist es der Anfang von etwas Neuem.“ Die Rednerinnen danken „Tourguides“, Eltern und dem unterstützten Nachfolge-Jahrgang. Bui: „Ein Tipp: Fangt lieber schon mal gestern an!“

Schulleiter Hans Lautenbacher vergleicht die Reise der Abiturienten mit der von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer. Auch sie konnten ihren Weg nur dank ihrer Vorkenntnisse und ihrer Bereitschaft, Neues zu erlenen, gehen. Die 61 jungen Frauen und 30 jungen Männer, die in der Stadthalle zur Rechten der Bühne aufgereiht sitzen, seien „ein außerordentlich erfolgreicher Jahrgang“, lobt Lautenbacher. Das zeige unter anderem die Durchschnittsnote von 2,21 – die den Landesdurchschnitt 2017 von rund 2,3 übertrifft. Fast 15 Prozent der Schüler haben eine Note von 1,5 oder besser erhalten, bei mehr als einem Drittel steht eine Eins vor dem Komma.

Landrat Leo Schrell gratuliert im Namen des Landkreises und will sich mit Ratschlägen zurückhalten, denn die „können auch Schläge sein“. Stattdessen ermutigt er die Absolventen, ihre eigenen Wege zu gehen. „Das Lernen ist nicht vorbei“, warnt er aber. Es handele sich um einen Zwischenstand, „wie die Halbzeit beim Fußball“. Landtagsabgeordneter Georg Winter zitiert Ex-Bundespräsident Joachim Gauck („Wenn wir lernen, dann macht uns das zu selbstbewussten und eigenständigen Menschen“) sowie Kunsthistoriker Carl Einstein („Das Wunder ist eine Frage des Trainings“) und weißt darauf hin, dass die Abiturienten die Möglichkeit haben, ab dem Wintersemester die ersten Medizinstudenten in Augsburg zu werden. Dritter Bürgermeister Albert Kaiser gratuliert im Namen der Stadt, lobt die „guten, sehr guten und ausgezeichneten Leistungen“ und traut den Schüler Großes zu: „Deutschland und Europa brauchen neue Impulse.“

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Dass die Schüler nicht nur in Naturwissenschaften und Sprache glänzen, beweisen die musikalischen Teile der Feier. Von „So soll es bleiben“ der Pop-Gruppe Ich+Ich über Klaviermusik von Claude Debussy und das Stück „Mein Herr Marquis“ aus der Operette „Die Fledermaus“ bis hin zur Eigenkomposition „Farewell“ zeigen sie eine große Bandbreite.

Die Verabschiedung der Abiturienten bietet auch Platz für Trauer. Wie Lautenbacher erinnert, fehlt einer, der die Veranstaltung in den vergangenen 14 Jahren besucht hat und selbst am Albertus-Gymnasium gelernt hat. „Er ist der Schule treu geblieben“, sagt der Schulleiter über Wolfgang Schenk, Lauingens Bürgermeister, der vor zweieinhalb Wochen überraschend gestorben ist. Die anschließende Schweigeminute ist ihm gewidmet, wie auch einer Schülerin, die im vergangenen Jahr an dieser Stelle ihr Abiturzeugnis erhielt und einige Monate später starb.

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